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Passanten vor Huawei-Werbung

Der Boykott dürfte große Folgen für das Verbrauchergeschäft des Konzerns haben.

(Foto: dpa)

IT-Konzern Was der Huawei-Boykott für Smartphonenutzer bedeutet

Google stellt Huawei sein Betriebssystem Android nicht mehr zur Verfügung. Ein Überblick, welche Folgen die Sperre für Smartphonehersteller und Verbraucher hat.
7 Kommentare

Düsseldorf Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat für Millionen von Smartphonenutzern in aller Welt konkrete Folgen: Auf Druck der Trump-Regierung stellt Google die Geschäftsbeziehungen zu Huawei ein. Der Internetkonzern versorgt den Hardwarehersteller künftig nicht mehr mit seiner Software wie dem Betriebssystem Android.

Auch Chiphersteller wie Qualcomm und Broadcom werden den größten chinesischen Technologiekonzern nicht mehr beliefern. Der Boykott dürfte große Auswirkungen auf das Verbrauchergeschäft von Huawei haben – und auch für die Nutzer selbst. Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Was ist genau passiert?

Washington hat Huawei auf die „Entity List“, eine schwarze Liste, gesetzt. Damit ist es US-Firmen untersagt, ohne Genehmigung der Regierung Geschäfte mit dem Netzwerkausrüster und Smartphonehersteller zu tätigen. Darauf haben Google, Intel und die anderen Unternehmen nun reagiert. Huawei ist nun bis auf weiteres von wichtigen Komponenten abgeschnitten.

Kann Huawei noch Android nutzen?

Die kurze Antwort lautet: Jein. Google stellt den Kern von Android nach dem Open-Source-Prinzip zur Verfügung – jeder darf den Quellcode kostenlos nutzen und für seine Zwecke anpassen. Der Konzern wollte so anfangs Verbündete gewinnen, etwa Netzbetreiber und Gerätehersteller. Dieses Android Open Source Project (AOSP) kann Huawei gemäß den Lizenzbedingungen weiter nutzen.

Allerdings verbietet der Internetkonzern dem Hardwarehersteller nun die Nutzung von Diensten wie dem App Store und Anwendungen wie Google Maps. Diese gelten als praktisch unverzichtbar, zumindest außerhalb von China – ohne sie ist das Softwareangebot deutlich eingeschränkt.

Was heißt das für Nutzer von Huawei-Smartphones?

Huawei ist einer der größten Smartphonehersteller der Welt, auch in Deutschland sind die Geräte des chinesischen Konzerns sehr beliebt. Daher wird der Konflikt für Millionen Nutzer spürbare Folgen haben – zumindest im Westen.

Zwar kann das Unternehmen weiterhin Sicherheitsupdates fürs Betriebssystem zur Verfügung stellen, auch Anwendungen aus dem Play Store sollen noch Aktualisierungen erhalten, wie ein Google-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte. Neue Android-Versionen mit funktionalen Updates werden sie aber nicht bekommen.

Was ist mit künftigen Huawei-Modellen?

Sollte der Boykott Bestand haben, dürfte es für Huawei deutlich schwieriger werden, konkurrenzfähige Smartphones zu entwickeln. Der Play Store mit den vielen Apps und Online-Diensten ist ein wichtiger Bestandteil, den der Hersteller nicht ohne weiteres ersetzen kann.

Gibt es keine Alternativen zu Android?

Praktisch nicht: Android hat weltweit einen Marktanteil von rund 86 Prozent, Apple kommt mit dem eigenen Betriebssystem iOS auf rund 14 Prozent, wie der Marktforscher IDC schätzt. Alternativen wie Windows Phone oder Firefox OS werden aufgrund der geringen Nachfrage nicht mehr angeboten.

Immerhin können Smartphonehersteller den offenen Kern des Betriebssystems Android nutzen und andere Softwareplattformen installieren – in China ist das gang und gäbe. Allerdings ist das Angebot in den USA und Europa vergleichsweise eingeschränkt. Für viele Verbraucher dürfte das ein entscheidender Nachteil sein.

Huawei arbeitet offenbar an einer Alternative. „Wir haben ein eigenes Betriebssystem vorbereitet“, sagte Topmanager Richard Yu der „Welt“ im März. „Sollte es einmal dazu kommen, dass wir diese Systeme nicht mehr nutzen können, wären wir also gewappnet.“ Wie gut dieser Plan B ist, muss sich nun herausstellen.

Welche Produkte sind neben Smartphones betroffen?

Huawei zählt auch im Tablet-Markt zu den großen Herstellern, bislang zumindest – auch hier dürfte der Boykott spürbar werden. Denn in den Geräten kommen ähnliche Komponenten zum Einsatz wie in Smartphones. Außerdem produziert der Hersteller inzwischen Notebooks, deren Entwicklung und Verkauf nun ebenfalls infrage steht.

Mehr: Ist Huawei eine Gefahr für den Westen? Gründer und Chef Ren Zhengfei weist im Exklusivinterview die US-Vorwürfe zurück – und warnt vor einem neuen kalten Krieg.

Huawei im Visier – Wieso der Tech-Riese in einer Vertrauenskrise steckt

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7 Kommentare zu "IT-Konzern: Was der Huawei-Boykott für Smartphonenutzer bedeutet"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Im Gegensatz zu den meisten Foristen hier, sehe ich in den Maßnahmen von Hr. Trump auch ein längst überfälliges und deutliches Signal an ein China, dass sich den Zutritt zum chinesischen Markt mit unlauteren Methoden und Erpressung vergolden lässt (Offenlegung von Know-How, erzwungene Joint Ventures, etc.). Das sind allesamt unverschämte und dreiste Methoden! Unsere Wirtschaft und Politik kennt bei China ja nur den Kniefall-Modus.

  • "... Ich hoffe dass China nun endlich die Kredite an die USA fällig stellt. Man sollte dem Herrn Trump mal erklären, dass er in China mit mehr als 5 Billionen USD verschuldet ist. Das sind in Worten fünf Tausend Milliarden USD! Damit wäre bei Rückzahlung Amerika pleite. Also Europa, lassen wir die USA so weitermachen, werden wir die Schulden der USA mit bezahlen."

    psst, Herr Funke! Sagen Sie das bitte nicht zu laut. Wenn Europa eine Rechnung hat, geht diese gemeinhin ohne Abschlag an Deutschland.

  • Ich werde bei Huawei bleiben...das Snowdon Land erpresst mich nicht.

  • Wenn dieser Schuß für die USA nicht mal nach hinten losgeht. China wird nun erst recht eigene Alternativen entwickeln bzw. vorantreiben. Konkurrenz belebt das Geschäft.

  • Hallo Deutschland ,gerade wird uns vorgeführt welches Land ein Agressor ist ,Die USA !!! Gogle läßt es sich als sogenannter " freier Staat gefallen dem wilden Dummkopf Trump der durch Betrug und Manipulation an die Macht kam einen Weltmarktführer wie Huawei über die Andoidnetze auszusperren . Nie wurde von den amerikanischen Geheimdiensten und allen westlichen Geheimdiensten der geringste Beweis für die Trump Vorwürfe gefunden. Das beste an der Geschichte ist dass alle Apple ,Erickson und Nokia Geräte ebenfalls in China hergestellt werden. Jetzt sollte Europa sofort den USA saftige Strafen in form von Zöllen oder Einfuhrverboten auf alle USA Waren verhängen. Wenn es um Vertrauen geht sieht man doch dass wir von Google , Apple und Co abhängig sind und wir sollten umschwenken und China vertrauen . Übrigens Apple wird in China produziert das heißt man muss auch Apple verbieten. Aber es wird einen klaren Verlierer geben und das sind die USA . Ich hoffe dass China nun endlich die Kredite an die USA fällig stellt Man sollte dem Herrn Trump mal erklären dass er in China mit mehr als 5 Billionen USD verschuldet ist das sind in Worten fünf Tausend Milliarden USD damit wäre bei Rückzahlung Amerika pleite .Also Europa lassen wir die USA so weitermachen werden wir die Schulden der USA mit bezahlen

  • Ich sehe hierin ein noch höheres Potential für gute Innovationen aus China. Bereits heute ist es auch auf dem europäischen Markt möglich sein Android-Smartphone komplett ohne Google zu nutzen. Für jeden allgemein hin als "unverzichtbar" deklarierten Dienst, wie z.B. Google Maps oder Google Play Store, gibt es adäquate und z.T. bessere Alternativen, wie z.B. HereWeGo oder APKPure. Datenschutzbewusste User arbeiten damit auch schon heute. Leider ist diese Zielgruppe noch sehr klein, da den meisten technisch weniger versierten Usern kaum bewusst ist, dass es eine Alternative gibt. Mein Telefon läuft z.B. mit Android, aber ohne Google und ist nicht von Huawei! Vielleicht wird ja ein chinesisches Unternehmen jetzt der Anlaufpunkt für die nächsten User, die gerne auf ihre Daten achten wollen, aber nicht wissen, wie. Die Frage ist nur, ob sie da gut aufgehoben sind ...

  • ... Asiaten können auch eigene Betriebssysteme entwickeln und werden dies auch tun. Bei solchen Verhalten müssen sich aber auch Europäer fragen, ob sie nicht eigene Betriebssysteme entwickeln.
    .... Ob den Asiaten dann noch Google als Suchmaschine taugt?

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