Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

IT-Sicherheit So profitieren Hacker von digitalen Geschäftsprozessen

Die vielen Angriffe auf Regierungen und Unternehmen gehen auf unterschiedliche Akteure zurück – diese profitieren aber von einem großen Trend.
15.12.2020 - 18:35 Uhr Kommentieren
Indem die Täter wichtige Daten von Unternehmen verschlüsseln, erzeugen sie einen hohen Handlungsdruck. Quelle: Imago
Hacker

Indem die Täter wichtige Daten von Unternehmen verschlüsseln, erzeugen sie einen hohen Handlungsdruck.

(Foto: Imago)

Düsseldorf Die Warnung war drastisch. „Während Regierungen die Markteinführung von Impfungen vorbereiten, planen kriminelle Organisationen, Lieferketten zu unterwandern oder zu stören“, sagte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock Anfang Dezember. Der Kampf gegen das Coronavirus, der die Welt ohnehin in Atem hält, wird durch Spione und Cyberkriminelle weiter erschwert.

Wie real die Gefahr ist, hat sich einige Tage später herausgestellt, als bekannt wurde, dass unbekannte Hacker bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA Dokumente stehlen konnten. Wer dahinter steckt, ist bislang unklar.

Das Beispiel zeigt jedoch, dass Cyberangriffe heute auf zentrale Bereiche der Gesellschaft zielen – ob Industriebetriebe oder Krankenhausketten, ob Regierungsstellen oder internationale Organisationen.

Die Motive der Akteure sind dabei höchst unterschiedlich, die Grundlagen sind jedoch die gleichen: Die Digitalisierung von Kommunikation und Geschäftsprozessen im Kombination mit einer unsicheren Technik erleichtert den Hackern das Geschäft.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die vielen Schlagzeilen der letzten Woche dürften auf eine Vielzahl von Tätern zurückzuführen sein. „Die Szene ist sehr vielfältig“, sagt Thomas Schumacher, der bei der Unternehmensberatung Accenture im deutschsprachigen Raum für das Thema IT-Sicherheit verantwortlich ist – es gebe zum Beispiel mehr oder weniger professionell agierende Kriminelle, Hacker mit staatlichem Auftrag und nicht zuletzt Hacktivisten, die politische Ziele verfolgen.

    Sie alle nutzen ähnliche Werkzeuge, um in Netzwerke einzudringen. Präparierte E-Mails beispielsweise, Sicherheitslücken in Software in oder falsch konfigurierte Cloud-Dienste, um nur einige Beispiele zu nennen. Sie unterscheiden sich indes darin, wie professionell sie diese Mittel einsetzen – und zu welchen Zwecken.

    Angriffe nehmen seit Jahren zu

    Da sind zum einen kriminelle Gruppen, denen es ums Geld geht. Für viele hat sich in den letzten Jahren die digitale Erpressung – Fachbegriff Ransomware – als ein probates Geschäftsmodell erwiesen: Indem die Täter wichtige Daten von Unternehmen verschlüsseln, erzeugen sie einen hohen Handlungsdruck. Wenn dadurch der Betrieb gestört wird wie aktuell beim Duft- und Aromastoffehersteller Symrise, erzeugen sie nebenbei auch noch Schlagzeilen.

    Die Angriffe nehmen seit Jahren zu. Aber: „Unternehmen müssen – gerade durch die Pandemie – verstärkt in die Digitalisierung investieren“, sagt Thomas Schumacher von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Accenture. Das erschwere den Schutz gegen Cyberangriffe gleich doppelt: Zum einen sei der Umzug ins Homeoffice wegen Covid-19 sehr kurzfristig erfolgt, zum anderen steige durch die Zugriffe von außen die Durchlässigkeit.

    Da sind zum anderen staatliche Akteure, die konkurrierende und häufig auch befreundete Nationen ausspionieren, um beispielsweise Wissen über Impfstoffe zu gewinnen. Im Kampf um geopolitische Dominanz sei der „digitale Wettbewerb immer aggressiver geworden“, analysiert Ben Buchanan von der Georgetown University in Washington in seinem Buch „The Hacker and the State“.

    Dass nun monatelang andauernde Cyberangriffe auf amerikanische Behörden oder die europäische Arzneimittelbehörde EMA bekannt geworden sind, wundert in diesem Kontext nicht – ebenso wenig, dass man Russland dahinter vermutet: Das Land hat in den letzten Jahren massiv aufgerüstet. Für welche Zwecke auch immer.

    Dass die beiden Bereiche sich nicht immer trennen lassen, zeigt indes ein aktueller Fall: Hacker drangen in die Systeme des IT-Dienstleisters Solar Winds ein, der Werkzeuge für die Netzwerkanalyse anbietet – und konnten sich über diesen Umweg Zugang zu den Daten von 18.000 Kunden verschaffen. Darunter viele Unternehmen wie der IT-Sicherheitsspezialist Fire Eye, aber auch Behörden. Die US-Regierung beschuldigt eine russische Gruppe.

    Mehr: USA ermitteln wegen Cyberattacken auf Ministerien – Russland unter Verdacht

    Startseite
    Mehr zu: IT-Sicherheit - So profitieren Hacker von digitalen Geschäftsprozessen
    0 Kommentare zu "IT-Sicherheit: So profitieren Hacker von digitalen Geschäftsprozessen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%