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IT-Systemhaus Cancom will den aggressiven Wachstumskurs nach dem Aufstieg in den MDax fortsetzen

Cancom gehört zu den profitabelsten Unternehmen seiner Branche. Nun hat das IT-Systemhaus bereits den größten deutschen Index als Fernziel im Visier.
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Das Unternehmen steigt in den MDax auf. Quelle: Pressefoto
Cancom-Gebäude in München

Das Unternehmen steigt in den MDax auf.

(Foto: Pressefoto)

München Den Aufstieg in den MDax haben sie bei Cancom nur kurz gefeiert. „Ich arbeite nicht in einer Branche, in der man sich lange im Erfolg sonnt“, sagt Vorstandschef Thomas Volk. Zu groß sei die Gefahr, die nächste technologische Entwicklung zu verpassen. Und doch ist das Selbstbewusstsein bei dem Münchner Systemhaus groß. „Wenn wir uns die nächsten zehn Jahre so weiterentwickeln wie in den vergangenen zehn, dann könnten wir ein Dax-Unternehmen sein.“

Cancom liegt in Branchenrankings unter den deutschen Systemhäusern, die den Großteil ihrer Umsätze mit Hard- und Software machen, hinter Bechtle und Computacenter auf dem dritten Platz. Die Umsätze haben sich in den vergangenen fünf Jahren auf knapp 1,4 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.

Zudem gehört Cancom zu den profitabelsten Unternehmen der Branche weltweit. „Die Marge von knapp zehn Prozent ist für ein Systemhaus eine gute Größe und bietet Möglichkeiten für wichtige Investitionen in die Zukunft. Cancom scheint einiges richtig zu machen“, sagt Mario Zillmann, Partner des Marktforschungs- und Beratungshauses Lünendonk.

Die recht hohe Profitabilität liegt vor allem am boomenden Cloudgeschäft mit Managed Services. Nur wenige Unternehmen könnten so breit sowohl Hard- und Software als auch die Dienstleistungen in der Cloud anbieten, meint Volk. „Dass wir beides anbieten, gehört zu unseren Stärken.“ So übernimmt Cancom zum Beispiel die Verantwortung für die gesamte IT-Security von Mittelständlern.

Volk ist überzeugt, dass die Branche wegen des technologischen Wandels weitgehend unabhängig von technologischen Schwankungen weiter wachsen wird. „Die Digitalisierung ist unabhängig von der Marktlage das Thema, das alle Firmen verändern wird.“ Es könnten nur noch Unternehmen erfolgreich sein, die aus Daten den größtmöglichen Geschäftsnutzen ziehen.

Der Branchenverband Bitkom rechnet damit, das die Umsätze im Bereich der IT-Services in Deutschland in diesem Jahr um gut zwei Prozent auf knapp 41 Milliarden Euro wachsen werden. Bei Software könnten die Zuwächse demnach sogar bei über sechs Prozent liegen.

Mit der bestehenden Strategie werde sich das starke Wachstum in den kommenden Jahren daher fortsetzen, ist Volk überzeugt. In Sichtweite für das Unternehmen ist bereits die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze: Im ersten Halbjahr legten die Erlöse um 30 Prozent auf 792 Millionen Euro zu. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) wuchs schwächer um 21 Prozent auf gut 59 Millionen Euro. Im klassischen Geschäft sei Cancom in Deutschland „durchaus aggressiver“ unterwegs gewesen und habe „an manchen Deals etwas weniger verdient“.

Weinmann führte Cancom 25 Jahre

So habe man Marktanteile und wichtige Kunden gewonnen, denen man später auch Managed Services verkaufen könne. Ziel bleibe es, in den nächsten Jahren ein Ebitda von mehr als 200 Millionen Euro zu erreichen und die Marge auf zehn Prozent zu steigern.

Volk trat im vergangenen Jahr keinen einfachen Job an. Mehr als 25 Jahre lang hatte Gründer Klaus Weinmann das Systemhaus geführt. Zumindest kannte Volk den Laden gut. Er hatte Cancom anfangs beraten und gehörte dann anderthalb Jahre dem Vorstand an.

Bei Amtsantritt kündigte er an, in Deutschland Marktanteile gewinnen und im Ausland expandieren zu wollen. Der studierte Informatiker arbeitete unter anderem in verschiedenen Führungspositionen für Hewlett-Packard, Cybase, Dell und Lumesse. Zudem führte er das Unternehmen IDS Scheer und war Mitgründer der Timmaron Group in Kalifornien.

Der Cancom-Chef rechnet mit einer weiteren Konsolidierung unter den Systemhäusern in Deutschland, da die technologischen Anforderungen immer höher würden. Das Unternehmen habe den Fokus dabei auf organischem Wachstum, sagt Volk.

Allerdings ist Lünendonk-Experte Zillmann überzeugt: „Allein mir organischem Wachstum wird es für Cancom schwierig werden, den Handelsanteil signifikant zu reduzieren und Consulting- und IT-Services aufzubauen.“ Um das Portfolio zu diversifizieren, dürften nach seiner Einschätzung Zukäufe das beste Mittel sein, vor allem weil der Markt für Fachkräfte sehr hart umkämpft sei.

Man halte aber auch die Augen offen für Akquisitionen, sagt denn auch Cancom-CEO Volk. Dies gelte insbesondere in den USA Volk hat angekündigt, die Expansion im Ausland voranzutreiben. In den USA werde man allein aus eigener Kraft nicht entscheidend vorankommen. Aber mit Hilfe von Zukäufen könnten die US-Erlöse auf mehrere hundert Millionen Euro steigen.

Doch auch auf dem Heimatmarkt ist das Potenzial nach Volks Einschätzung noch lange nicht ausgereizt. „Wir können in Deutschland ein Riesen-Player werden.“ Wenn das gelingt, könne Cancom eines Tages ein Dax-Kandidat werden, auch wenn Volk dies allenfalls als „Fernziel“ sehen will.

Mehr: MTU ersetzt Thyssen-Krupp im deutschen Leitindex. Auch im MDax und im SDax gibt es Wechsel.

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