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Jahresbilanz Rekordgewinn nach Riesenverlust: Softbank mit höchstem Gewinn in Japans Wirtschaftsgeschichte

Vor einem Jahr schien die Corona-Pandemie auch den größten Tech-Investor der Welt anzustecken. Nun weist Softbank einen der höchsten Jahresgewinne weltweit aus.
12.05.2021 - 15:26 Uhr Kommentieren
Im Coronajahr machten nur Apple und der Ölkonzern Saudi Aramco mehr Gewinn. Quelle: Bloomberg
Softbank-Logo in Tokio

Im Coronajahr machten nur Apple und der Ölkonzern Saudi Aramco mehr Gewinn.

(Foto: Bloomberg)

Tokio Softbank-Gründer Masayoshi Son ist wieder obenauf. Als vor einem Jahr der Coronacrash an den Börsen den japanischen Technikinvestor Softbank tief in die Verlustzone stieß, stimmten einige Kommentatoren schon Abgesänge auf Sons aggressive Investmentpläne an.

Selbst potenzielle Investmentpartner winkten ab, wenn Son ihnen seine Pläne für einen Softbank Vision Fund 2 vorstellte, der wie der erste 100 Milliarden Dollar in Mega-Start-ups investieren sollte. „Wir haben viele eingeladen, aber keiner wollte mitmachen“, sagte Son am Mittwoch auf der Jahresbilanzkonferenz. Doch zwölf Monate laufe es richtig gut.

Für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr verbuchte Softbank den höchsten Gewinn in Japans Wirtschaftsgeschichte – und einen der höchsten Jahresgewinne weltweit. Das Nettoergebnis des Investmentkonzerns stieg im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr von minus 962 Milliarden Yen (minus 7,3 Milliarden Euro) auf einen Reingewinn von 4988 Milliarden Yen (37,8 Milliarden Euro). Laut der Wirtschaftszeitung Nikkei strichen im Coronajahr nur Apple und der Ölkonzern Saudi Aramco mehr Geld ein.

Börsenboom hilft Softbank aus der Krise

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    Hinter der Wende steht der rasante Aufstieg des globalen Aktienmarkts, der zu Beginn der Covid-19-Epidemie eingebrochen war. Schon vorher litt Softbank darunter, dass einige Firmen wie der Bürovermittler WeWork, in die der Softbank Vision Fund Milliarden investiert hatte, einbrachen.

    Softbanks Teilhaber, allen voran sein größter Partner, der saudische Pensionsfonds, ließen sogar öffentlich ihrem Unmut über Sons Investitionsstrategie freien Lauf. Auf der Suche nach der Informationsrevolution investiert Son massiv in Mega-Start-ups, die mit Künstlicher Intelligenz arbeiten. Der Kollaps der globalen Börsenkurse stieß Softbank dann endgültig in die Verlustzone – und Son damit vom Sockel einer Investment-Koryphäe, der Investmentfonds und Konzerne mal eben Milliarden anvertrauen.

    Als Rettungsmaßnahme verkaufte Son Aktienbeteiligungen im Wert von 38 Milliarden Dollar, um mit dem Bargeld eigene Aktien und Schulden zurückzukaufen. Doch was als Kurspflege und Krisenprogramm geplant war, entwickelte sich mit der raschen Erholung der globalen Börsen rasch zum Grundstock für Sons Plan B, einen Alleingang beim Softbank Vision Fund 2.

    Die Summen, die Son derzeit investieren kann, sind zwar bescheidener als im ersten Megafonds. Aber die Ambitionen der japanischen Investorenlegende sind es nicht. Allein in den vergangenen drei Monaten habe Softbank in 60 Unternehmen investiert, sagte Son. Und er glaubt, dieses Tempo aus eigener Kraft beibehalten zu können. 

    Softbank Vision Fund 2: Son setzt vorerst auf einen Alleingang

    Nicht einmal spektakuläre Fehlgriffe wie Softbanks Beteiligung an der kollabierten deutschen Fintech-Hoffnung Wirecard oder Greensill können Son bremsen. Auf derartige Misserfolge verschwendete er kein Wort. Stattdessen hatte er eine Botschaft für potenzielle Investoren parat. Er sei zwar offen für Partner. „Aber wir haben genug Bares in der Hand“, so Son. „Wir müssen nicht um Teilnehmer betteln.“

    Ein Grund für seinen Optimismus sind Börsengänge von Unternehmen des ersten und des zweiten Fonds. Allein die spielen Softbank stetig frisches Kapital ein. Sein historisch größter Erfolg aus der Zeit vor dem Softbank Vision Fund war bisher sein Investment in den chinesischen Onlinehändler Alibaba, das sich zum Welthit entwickelte.

    Jüngste Erfolge sind vielleicht weniger spektakulär, aber ebenfalls höchst lukrativ. So verzehnfachte Son beim Börsengang des koreanischen E-Commerce-Riesen Coupang seinen Einsatz von 2,7 Milliarden Dollar, und dies nur in etwas mehr als zweieinhalb Jahren nach der ersten Investition.

    Insgesamt ist der erste Softbank Vision Fund, dessen reales Investment Son auf 86 Milliarden Dollar taxierte, nun 140,7 Milliarden Dollar wert. Bei einem Großteil handelt es sich zwar noch um nicht realisierte Buchwerte, da die Unternehmen nicht an der Börse sind. Aber die Beteiligungen an notierten Unternehmen betragen immerhin schon 60,4 Milliarden Dollar.

    Coupang ist dabei der größte Brocken, gefolgt vom US-Mitfahrdienst Uber und dem Essensauslieferer Doordash. Der deutsche Gebrauchtwagenverkäufer Auto1 rangiert auf dem fünften Platz.

    Aktienkurs gerät unter Druck

    Nur einen Makel hat die von Son als Triumph zelebrierte Jahresbilanz. Die Investoren bewerten Softbank weiterhin deutlich schlechter als Berkshire Hathaway, die Investmentgesellschaft der 90-jährigen amerikanischen Investment-Ikone Warren Buffett. Dessen Marktwert liegt derzeit bei 653 Milliarden Dollar, Sons Softbank nur bei 152 Milliarden Dollar.

    Ein Grund ist, dass Investoren Sons große Investitionen in nicht börsennotierte Unternehmen als undurchsichtig ankreiden. Dem Japaner ist dies bewusst. Er habe Fehler gemacht und gelernt, gab er sich am Mittwoch reuig. Wenn Softbank dauerhaft Gewinne mache, würden die Investoren das Unternehmen auch irgendwann mit Preisaufschlägen belohnen.

    Aber inwieweit er sich wirklich ändern will oder kann, ist noch offen. Die Investoren entschieden sich trotz des voraussichtlichen Rekordgewinns, Gewinne mitzunehmen und Aktien zu verkaufen. Seit Anfang der Woche verlor Softbank etwa zehn Prozent an Wert. Son antwortete mit einem Treuegelöbnis: „Ich werde weiterhin meine Träume und meine Ziele verfolgen“, versprach er. „Das ist das wertvollste Vermögen, das Softbank hat.“

    Mehr: Berkshire Hathaway – warum Warren Buffetts Aktie die Nasdaq zu einem Upgrade zwingt

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