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Jennifer Morgan Diese Managerin übernimmt das Zukunftsgeschäft bei SAP

Die SAP-Managerin Jennifer Morgan führt künftig die wichtige Cloud-Sparte des Softwarekonzerns. Ihr Vorgänger verlässt überraschend das Unternehmen.
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Die Managerin übernimmt ihren neuen Posten mit sofortiger Wirkung. Quelle: SAP SE
Jennifer Morgan

Die Managerin übernimmt ihren neuen Posten mit sofortiger Wirkung.

(Foto: SAP SE)

DüsseldorfImmer gelassen bleiben, auch wenn es stressig ist. Jennifer Morgan, 48, hält das für eine wichtige Eigenschaft. Einmal sagte ihr jemand, dass man ihr nicht ansehen könne, ob gerade etwas Tolles passiere oder die Welt untergehe. „Das war eines der größten Komplimente, die ich je bekommen habe“, erklärte die SAP-Managerin in einem Interview.

Diese Eigenschaft wird die Amerikanerin in den kommenden Monaten gebrauchen können: Sie übernimmt ohne lange Vorwarnung und mit sofortiger Wirkung im Vorstand die Leitung der „Cloud Business Group“, in der SAP die großen Zukäufe der vergangenen Jahre bündelt. Sie führt somit jenes Geschäft, das für die Zukunft des Softwarekonzerns große Bedeutung hat – und das, ohne viel Erfahrungen in der Produktentwicklung zu haben.

Morgan setzt damit ihre steile Karriere fort. Sie teilt sich bislang die Verantwortung für den globalen Vertrieb des Softwarekonzerns mit Adaire Fox-Martin, die diese Aufgabe künftig allein bewältigt. Es ist eine Beförderung, daran lässt SAP keinen Zweifel. Der Aufsichtsrat setze volles Vertrauen in die beiden Frauen, „die nun größere Verantwortungsbereiche innerhalb des Vorstands übernehmen“, erklärte Aufsichtsratschef Hasso Plattner in einer Mitteilung.

Die Chance ergibt sich, wie so oft, weil jemand anderes geht: Rob Enslin, bislang bei SAP für die „Cloud Business Group“ verantwortlich, verlässt das Unternehmen. „Neue Ziele liegen vor mir“, ließ der Amerikaner mit südafrikanischen Wurzeln wissen. Welche das sind, will er im Laufe des Monats mitteilen. Ärger oder Frustration, die zum Weggang geführt haben könnten, ließ er nicht erkennen: „Was bleibt, ist tiefster Respekt für dieses Unternehmen und seine Kunden.“

Enslin, Jahrgang 1962, habe bereits 2017 signalisiert, dass er eines Tages wahrscheinlich eine Aufgabe außerhalb von SAP annehmen wolle, schrieb Vorstandssprecher Bill McDermott am Freitag in einer E-Mail an die Mitarbeiter, die dem Handelsblatt vorliegt. Ab Ende letzten Jahres habe er interessante Anfragen bekommen. Offenbar kam es trotz aller vorherigen Gespräche in dieser Woche kurzfristig zu einer Entscheidung.

Der Manager war bislang bei SAP für die „Cloud Business Group“ verantwortlich. Quelle: SAP SE Andreas Pohlmann
Robert Enslin

Der Manager war bislang bei SAP für die „Cloud Business Group“ verantwortlich.

(Foto: SAP SE Andreas Pohlmann)

Mit der Führung der „Cloud Business Group“ betraut SAP eine profilierte Managerin. Morgan, Absolventin der Betriebswirtschaftslehre, ist seit 2004 im Unternehmen, sie leitete in Nordamerika unter anderem das Geschäft mit regulierten Industrien und mit Behörden, inklusive Auftritten bei der US-Regierung und vor dem Kongress.

Viel öffentliche Aufmerksamkeit hat ihr der Kampf für Diversität und Gleichbehandlung verschafft. So beseitigte sie als Chefin des Nordamerikageschäfts die Ungleichbezahlung von Männern und Frauen in der Landesgesellschaft. Sie verschaffte der Organisation eine Zertifizierung für Gleichstellung.

Und immer wieder plädierte sie öffentlich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – sie selbst ist Mutter zweier Söhne, um die sich hauptsächlich ihr Mann kümmert.

In Deutschland mag Morgan weitgehend unbekannt sein, in den USA hat die Wirtschaftswelt von ihr Notiz genommen: „Fortune“ führt die Amerikanerin in der Liste der „mächtigsten Frauen“ auf Platz 43 – „sie hat bei SAP einen rasanten Aufstieg erlebt“, begründet das Magazin die Auswahl. „Forbes“ sieht in ihr sogar eine der mächtigsten Frauen der Welt.

Morgan übernimmt indes eine anspruchsvolle Aufgabe. Sie muss eine komplexe Organisation mit vielen Führungskräften leiten – SAP lässt den inzwischen sechs Tochterfirmen weiterhin viele Freiheiten. Und während der Kontakt zu den Kunden für die Verkaufsspezialistin weiter wichtig sein wird, muss sie künftig auch auf die Produktentwicklung Einfluss nehmen.

Und das in einem Vorstand, in dem viele der Manager ihre Rollen erst seit kurzer Zeit haben. Die Stabilität, die für die Umsetzung der Strategie wichtig sei, stelle sich derzeit nicht ein, erklärt der Analyst Holger Mueller von der Firma Constellation Research. Die neue Chefin der „Cloud Business Group“ wird also gute Nerven gebrauchen können.

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