Kampf um kleinere Firmen SAP und Microsoft geben im Mittelstand Gas

Der Kampf um die Mittelstandskunden ist voll entbrannt. Nahezu zeitgleich stellten am Donnerstag die Rivalen SAP und Microsoft ihre neuen Produkte für die mittelgroßen und kleineren Firmen vor. Und beide reklamierten für sich eine führende Marktposition in Deutschland.
SAP-Chef Henning Kagermann und Angela Merkel besuchen den SAP-Stand auf der Cebit. Foto: ap Quelle: ap

SAP-Chef Henning Kagermann und Angela Merkel besuchen den SAP-Stand auf der Cebit. Foto: ap

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HANNOVER. "Wir sind froh über die Situation im deutschen Markt", sagte Ralph Haupter, der bei Microsoft für das Marketing im Geschäftskundenbereich zuständige deutsche Manager, gestern in Hannover und ergänzte: "Wir haben im vergangenen Jahr 30 Prozent aller Neuinstallationen einer Firmensoftware gewonnen."

Solche Zahlen lassen SAP-Vorstandschef Henning Kagermann kalt. Er verweist nüchtern auf das bislang im Mittelstand Erreichte: "Mittlerweile nutzen 10 000 Kunden unsere All-in-one-Lösung für den Mittelstand. Und unser Business-One für kleine Firmen hat 13 000 Kunden."

Auch seinen Vertriebskollegen Leo Apotheker kann die Microsoft-Zahl kaum beeindruckend. Er kontert mit einer einfachen Rechnung: "Solche Zahlen sind nicht entscheidend. 70 Prozent der für uns ansprechbaren Firmen im Mittelstand haben noch gar keine Software von einem der großen Anbieter. Das ist für uns ein riesiges Potenzial", sagte er dem Handelsblatt.

In der Tat ist der Markt für Mittelstandssoftware auf der Anbieterseite fragmentiert. Die vier großen Softwarefirmen SAP, Oracle, Microsoft und Sage kommen zusammen auf einen Marktanteil von unter 30 Prozent. Angesichts eines Gesamtvolumens von beeindruckenden 15 Mrd. Euro ist es also kein Wunder, wenn sich alle großen Softwareanbieter ein möglichst großes Stück davon abschneiden wollen.

"Unser Fokus sind ganz klar die Neukunden", bringt Microsoft-Manager Haupter die Ambitionen des Redmonder Konzerns auf den Punkt. Freilich haben die Anbieter wie SAP oder auch Oracle kaum eine Alternative, denn die Wachstumsaussichten im etablierten Großkundengeschäft sind nach Ansicht von Analysten etwa von IDC oder Pierre Consultants mittlerweile sehr begrenzt.

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