Klassischer Rundfunk hat ausgedient Internet-Radio-Zeitalter hat gerade erst begonnen

Der klassische Rundfunk hat ausgedient. Statt über Antenne oder Kabel kommt das Radio 2.0 künftig über das Internet ins Haus - in Stereo und zielgruppengenau. Das Zeitalter des Internet-Radios hat gerade erst begonnen.
  • Sven Hansel
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Der klassische Rundfunk hat ausgedient.

Der klassische Rundfunk hat ausgedient.

DÜSSELDORF. Wohltemperierter Jazz aus New Orleans, der Funkverkehr des Flughafens Tallahassee in Florida oder Gedichte in Malayalam, eine mit dem Tamilischen verwandte Sprache, die in Teilen Indiens gesprochen wird, zu Hause in Detmold im Radio - das Internet macht?s möglich. Wer heute einen PC, einen schnellen Web-Zugang und ein paar Lautsprecher besitzt, ist auf analoges UKW-Radio nicht mehr angewiesen. Über 30 000 Radiostationen weltweit funken mittlerweile ausschließlich über das Netz, viele davon in Stereo und dank hoher Übertragungsraten mit akzeptablem Klang und sehr zielgruppengenau.

Bereits ein Drittel aller Breitbandnutzer hört nach Erhebungen des Marktforschungsinstitut IDC regelmäßig am PC Web-Radio. Neue spezielle Empfänger sollen das Internet-Radio nun auch wohnzimmertauglich machen. Auf der Cebit in Hannover hat eine Vielzahl von Geräten Premiere, die Musikliebhaber direkt in die heimische Stereoanlage integrieren oder auch unabhängig davon betreiben können. Für den Zugang zum Internet sorgt in der Regel ein WLAN-Funkmodul, das schnurlos auf das DSL-Modem des Heimcomputers zugreift.

Die neue Technik kommt bei den Kunden offenbar an: Der niederrheinische Elektronikexperte Terratec kann die Nachfrage nach seinem Internet-Empfänger Noxon iRadio kaum befriedigen: "Wir haben permanente Lieferprobleme", so Vertriebsmanager Christoph Müllers. "3 000 Stück kamen in diesen Tagen neu ins Lager, aber die sind auch schon alle wieder weg."

Ähnlich kurz ist allerdings auch die Verweildauer mancher Sender im Netz. Das liegt zum einen an der Vielfalt der Angebote. Vielen Sendern fällt es da schwer, Werbekunden zur Finanzierung des Angebots zu finden. Anbieter wie etwa Smoothjazz.com finanzieren ihren Sendebetrieb daher auch durch Kooperationen mit E-Shops wie Amazon. Aber auch technische Hürden machen den Anbietern noch zu schaffen. Denn Internet-Radio ist umso teuer, je mehr Hörer es hat. Der Sender muss dann mehr Übertragungskapazitäten und Rechenleistung bei seinem Internet-Dienstleister einkaufen. Sonst ist die Leitung schnell ausgelastet.

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