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Klimawandel Telefónica kämpft mit Drohnen gegen Waldbrände

Kampf gegen Waldbrände: Der spanische Telekom-Konzern hat ein System entwickelt, bei dem seine Mobilfunkmasten Feuer orten und Drohnen zur Analyse schicken.
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Spanien ist jedes Jahr besonders stark von Waldbränden betroffen. Quelle: dpa
Waldbrand

Spanien ist jedes Jahr besonders stark von Waldbränden betroffen.

(Foto: dpa)

MadridEs sind Tragödien, die sich jeden Sommer wiederholen – und doch gibt es bisher noch keine wirkungsvollen Mittel, um sie zu verhindern: Die Rede ist von Waldbränden. 2017 wüteten sie besonders schlimm und vernichteten 800.000 Hektar Wald – eine Fläche so groß wie 1,1 Millionen Fußballfelder. Am stärksten betroffen ist in der Regel Spanien.

Dort setzt der Telekom-Konzern Telefónica nun eigenmächtig auf eine technische Lösung: Der Konzern hat mit der Madrider Universität Carlos III und den Drohnen-Spezialisten Divisek und Dronitec ein System entwickelt, das Feuer schneller entdeckt. Und das funktioniert so: Die Mobilfunkmasten von Telefónica, die im ganzen Land verteilt sind, können dank thermischer Sensoren Feuer in einem Umkreis von 15 Kilometern erkennen.

In den Anti-Waldbrand-Masten ist ein Hangar für Drohnen eingebaut, die ihrerseits Sensoren und eine Wärmekamera sowie eine Kamera für Bilder besitzen. Entdeckt ein Mast ein Feuer, schickt er selbstständig eine Drohne dorthin, die Bilder vom Brand macht und diese sofort an die Notfalldienste sendet. Diese können bei Bedarf auch selbst auf die Drohne zugreifen und sie weiter um die Brandregion dirigieren, wenn sie nicht genug sehen. Das Ziel ist es, mit diesen Informationen Feuer schneller und vor allem gezielter bekämpfen zu können.

Noch ist das System nicht im Einsatz, aber es hat gerade die Pilotphase erfolgreich überstanden. Telefónica wirbt jetzt für Abnehmer und stellt die Lösung den spanischen Regionen vor.

Der Nachbar Portugal hat sich indes im vergangenen Jahr für einen komplett anderen Weg entschieden und setzt Ziegenherden für die Vermeidung der Feuer ein. Nachdem vor zwei Jahren 67 Menschen bei verheerenden Waldbränden in Portugal starben, entstand die Idee, eine Ziegenarmee in die Wälder zu entsenden: Die Tiere sollen dort Hektar für Hektar das trockene Gras und Gestrüpp am Boden fressen. Dieses sorgt sonst immer dafür, dass sich die Flammen so schnell verbreiten können.

Rund 40 Herden mit insgesamt 4900 Ziegen fressen sich seitdem durch die portugiesischen Wälder. Gerade in schwer zugänglichen und zerklüfteten Berg-Regionen sind sie nicht nur die billigste, sondern wohl auch die effizienteste Methode zur Feuervermeidung. Innerhalb von fünf Jahren sollen sie 50 Hektar im ganzen Land von Gestrüpp befreit haben.

Neue Ansätze sind nötig, denn auch dieses Jahr haben nach Angaben der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU Brände bereits Mitte Mai mehr Waldflächen vernichtet als im gesamten Jahr 2018. Zu den gefährdeten Ländern gehören inzwischen auch Deutschland, Lettland, Schweden und Großbritannien. Die EU hat dieses Jahr deshalb eine gemeinsame Flotte an Löschflugzeugen aufgebaut, wenn die nationalen Kapazitäten gegen die Feuer nicht ausreichen sollten.

Die Feuer zerstören nicht nur die Ökosysteme und die für das Klima wichtige Vegetation, die Flammen tragen auch zur Erderwärmung bei. Zudem sind sie teuer: Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur richteten Brände, Überschwemmungen, Hitzewellen und andere durch den Klimawandel hervorgerufene Extremwetterlagen zwischen 1980 und 2017 rund 400 Milliarden Euro Schaden an.

Mehr: Telefónica will seine Organisationsstruktur vereinfachen. Dafür sollen Standorte geschlossen, aber die Arbeitsplätze erhalten werden.

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