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Kommentar Der Chipmangel in der Autobranche ist auch abseits von Corona ein Problem

Fabriken stehen weltweit still, weil Chips fehlen. Wenn alle Beteiligten nicht umsteuern, könnte das öfter passieren – auch ganz ohne Pandemie.
17.01.2021 - 13:25 Uhr Kommentieren
In den Autofabriken fehlen die Chips. Die Halbleiterproduktion lässt sich kurzfristig aber nur schwer steigern. Quelle: Bloomberg via Getty Images
Chipfertigung

In den Autofabriken fehlen die Chips. Die Halbleiterproduktion lässt sich kurzfristig aber nur schwer steigern.

(Foto: Bloomberg via Getty Images)

Egal, wer wem die Schuld gibt: Der Chipmangel in der Autoindustrie ist für alle ein Desaster. Weltweit steht die Produktion still. Nicht wegen Corona, sondern weil Bauteile fehlen. Von Audi über Ford bis Toyota, fast die gesamte Automobilindustrie ist betroffen.

Halbleiterhersteller, Autozulieferer und nicht zuletzt die Marken selbst müssen zügig handeln, damit sich eine solche Katastrophe nicht wiederholt. Denn das Risiko steigt, dass es zu weiteren Unterbrechungen kommt.

Die Chipproduktion ist komplex und die Branche globalisiert wie kaum eine andere. Jeder Halbleiter durchläuft Hunderte Arbeitsschritte in unterschiedlichen Fabriken. Bevor er in ein Auto eingebaut wird, hat er die Welt mehrmals umrundet. Das ist ökonomisch sinnvoll, weil sich die Fabriken nur bei großen Stückzahlen rechnen.

Dieses fein austarierte System stößt aber an Grenzen, wie sich zeigt. Denn es ist starr. Wenn es gut läuft, dauert die Produktion eines Chips drei Monate, es können aber auch vier sein. Auf unerwartete Ereignisse zu reagieren ist da so gut wie unmöglich.

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    Nun ist die Corona-Pandemie ein epochaler Einschnitt, mit dem nicht zu rechnen war. Dass die Kunden ihre Bestellungen in der Chipbranche erst einmal stornierten, ist nachvollziehbar. Sie konnten nicht wissen, dass es hinterher so schnell wieder bergauf gehen würde.

    Aber die Chipindustrie und ihre Kunden könnten auch ohne Corona nicht weitermachen wie bisher. Allein der wachsende politische Druck macht es zunehmend schwer, einigermaßen verlässlich zu planen.

    Beispiel SMIC: Die Firma aus Schanghai ist einer der großen Auftragsfertiger der Chiphersteller. Fachleute sprechen von einer Foundry. Wegen der US-Sanktionen fällt der Konzern aber für westliche Auftraggeber inzwischen aus. Das hat zu den Lieferproblemen in diesen Wochen beigetragen.

    Krieg um Taiwan

    Die weltgrößte Foundry befindet sich gar nicht so weit weg von SMIC in Taiwan. Bei TSMC lassen die meisten westlichen Chipfirmen fertigen, auch europäische Konzerne wie Infineon und NXP. Die politischen Spannungen zwischen der Inselrepublik und den Vereinigten Staaten auf der einen sowie der Volksrepublik China auf der anderen Seite nahmen zuletzt bedrohlich zu. Sollte der Streit in Militärschläge münden, würde die weltweite Elektronikproduktion rasch zum Erliegen kommen.

    Langfristig sollten Halbleiterhersteller dafür sorgen, dass sie ihre Chips von mehreren Standorten beziehen. Die Kunden müssen im Gegenzug für die Versorgungssicherheit einen angemessenen Aufschlag bezahlen. Es gilt, schnell die Weichen zu stellen. Neue Fabriken sind teuer und es braucht Jahre, bis sie laufen.

    Kurzfristig sollten die Autohersteller mit einem größeren Puffer arbeiten und besser mit Chipfirmen kommunizieren. Einfach ist das nicht. Schließlich kaufen sie die Halbleiter nicht direkt, sondern über Zulieferer wie Bosch und Continental. Aber die Chips sind zu wichtig, als dass sich VW, Daimler oder Toyota nicht selbst darum kümmern sollten.

    Letztlich ist es für alle Seiten unbefriedigend, in der größten Wirtschaftskrise Kunden nicht bedienen zu können, die gerne Geld ausgeben.

    Mehr: Chipmangel bremst Autobauer: Daimler drosselt Produktion weiter, Kurzarbeit bei VW.

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