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Kommunikationsplattform Der Onlinehandel boomt – Messagebird ist das neueste europäische Einhorn

Gründer Robert Vis hat den Kampf gegen Warteschleifen aufgenommen. Messagebord soll das Slack für Kundenkommunikation werden und ist nun eine Firma mit Milliardenbewertung.
08.10.2020 - 14:40 Uhr Kommentieren
Der Gründer hat Messagebird zum derzeit neuesten Einhorn gemacht. Quelle: MessageBird
Robert Vis

Der Gründer hat Messagebird zum derzeit neuesten Einhorn gemacht.

(Foto: MessageBird)

Düsseldorf 200 Millionen-US-Dollar aus einer weiteren Finanzierungsrunde machen Robert Vis zum Gründer und CEO des neuesten europäischen Einhorns: Messagebird wird aufgrund der Kapitalspritze nun mit drei Milliarden Dollar bewertet. Die Eintrittshürde in Höhe von einer Milliarde Dollar für diese Start-up-Kategorie überspringt die Kundenkommunikationsplattform aus Amsterdam damit deutlich.

„Ich bin natürlich sehr enthusiastisch“, sagt der 36-jährige Niederländer dem Handelsblatt. Im gleichen Satz fügt er an, dass er sich respektvoll zeigen wolle angesichts zahlreicher Unternehmen, die derzeit kämpfen müssen.

Kerngeschäft von Messagebird ist es, die Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Kunden einfacher, schneller und effizienter zu machen. Die Firma berichtet eine Wachstumsrate von 50 Prozent im Vorjahresvergleich. Es profitiert von der Coronakrise, da sich das stationäre Geschäft teilweise in den Onlinehandel verlagert und vielfach die digitale Infrastruktur fehlt.

Vis ist der Ansicht, die Kunden sollten entscheiden, auf welchem Weg sie Fragen zu Produkten stellen oder sich beschweren wollen – Telefon, Mail, WhatsApp, Wechat oder entsprechende regionale Alternativen. Sein Unternehmen baut die nötige Software, damit alles zusammenläuft und alles die richtigen Ansprechpartner erreicht. Zu den weltweit 15.000 Kunden zählen die Deutsche Telekom, Lufthansa, Mercedes, Hellofresh und die Solarisbank.

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    „Wir sehen uns als ultimative Lösung, die Kommunikationskanäle in einer hybriden Welt in die Geschäftskommunikation einzubinden“, sagt Vis. Persönlich kommuniziere er am liebsten per Textnachricht mit Unternehmen. Seine Mutter liebe es hingegen, am Telefon mit dem Kundenservice zu sprechen: Bisher machten sie beide leidige Erfahrungen, etwa, weil man auf Firmen-Mails oft nicht direkt antworten könnte und 40 Minuten in der Telefonschleife hinge.

    KI erkennt schreiende Kunden

    Das größte Problem laut Vis: Wenn ein Kunde erst anrufe und später eine Mail schicke, sei es für Unternehmen oft schwierig, den bisherigen Nachrichtenverlauf nachzuvollziehen. Messagebird führt alles in einem Kanal zusammen und wird oft als „Slack für die externe Kommunikation“ bezeichnet. Die kanalbasierte Kommunikation sorgt dafür, dass alle an einem Thema arbeitenden Mitarbeiter auf dem gleichen Stand sind. Slack macht das bisher vor allem innerhalb der Unternehmen, Messagebird bündelt die Kontakte von außen. Ein ähnliches Geschäftsmodell wie Messagebird verfolgt das börsennotierten US-Unternehmen Twilio.

    Seit dem Frühjahr arbeite die 350-Mitarbeiter-Firma auch mit Künstlicher Intelligenz, die automatische Übersetzung ermögliche und zum Beispiel erkenne, ob ein Anrufer schreie oder ruhig spreche, erklärt der Gründer. So könnten die verärgerten Anrufer etwa Mitarbeitern zugewiesen werden, die damit besser umgehen können als andere. „Da gibt es sehr viel Innovation zum effizienteren Umgang mit Anrufen.“

    Das System führt die externe Kommunikation zusammen. Quelle: MessageBird
    Software von Messagebird

    Das System führt die externe Kommunikation zusammen.

    (Foto: MessageBird)

    Vis hat Messagebird 2011 gegründet, um für Firmen per SMS zu überprüfen, ob der Inhaber eines Kontos ihnen tatsächlich den Auftrag für eine Bestellung erteilt hat. „Es war damals sehr schwierig, die Nachricht schnell genug zu übermitteln, vor allem global“, erklärt er.

    Die Erkenntnis kam ihm bei seinem ersten Start-up Zaypay, über das er Käufe innerhalb von Computerspielen abwickelte. „Wenn jemand in einem Onlinespiel mit einem silbernen Schwert gekämpft hat und er wollte es zu einem goldenen Schwert aufwerten, haben wir in 50 Ländern dafür gesorgt, dass das über die Handyrechnung abgerechnet wurde“, erklärt er.

    Wachstum aus eigener Kraft

    Weltweit beläuft sich die Zahl der mit mindestens einer Milliarde Dollar bewerteten Start-ups mittlerweile auf etwas mehr als 600. Dass Vis' aktuelle Firma Messagebird ein solches Unternehmen wird, war weder geplant noch lang absehbar. Er wählte den Weg des Bootstrappens, arbeitete also ohne Fremdkapital und wirtschaftete sechs Jahre profitabel. Er rät Gründern, sie sollen ein Unternehmen aufbauen, keine Exit-Strategie. Als Messagebird 2017 erstmals Geld einsammelte, kamen direkt 60 Millionen Dollar von renommierten Investoren zusammen, darunter Atomico aus London und Accel aus San Francisco.

    „Wir hatten sehr viel Glück, dass Mobile die größte Sache überhaupt wurde“, sagt Vis in Hinblick auf die Verlagerung der Kommunikation auf mobile Endgeräte. Bis heute liefen allerdings mehr als 80 Prozent der Kommunikation im Wesentlichen hardwarebasiert. Sein Ziel, das so schnell wie möglich in die Cloud zu überführen und über Schnittstellen zu organisieren, sei nur mit Fremdkapital möglich gewesen.

    Das frische Geld will er vor allem für Akquisitionen nutzen, mit Blick auf einen stark umkämpften Markt aber keine genaueren Angaben machen. Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom US-Investor Spark Capital, der zuvor schon auf Twitter, Slack, Oculus und andere große Techfirmen gesetzt hat.

    Mehr: Einhörner aus der Glaskugel – Wie KI Milliarden-Start-ups erkennen soll

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