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Kontextuelle Werbung Ex-Google-Mitarbeiter kaufen deutschen Werbespezialisten Recognified

Die Münchener Firma Recognified hat sich auf kontextuelle Markenwerbung spezialisiert. Nun wird das Unternehmen von Seedtag übernommen.
01.02.2021 - 15:03 Uhr Kommentieren
Die beiden früheren Google-Mitarbeiter übernehmen die Münchener Firma Recognified. Quelle: Seedtag
Albert Nieto und Jorge Poyatos

Die beiden früheren Google-Mitarbeiter übernehmen die Münchener Firma Recognified.

(Foto: Seedtag)

Düsseldorf Recognified heißt die Münchener Firma, die Jan-Philipp Kröll (41), Matthias Hahn (41) und Stoyan Georgiev (38) vor fünf Jahren gegründet haben. Die Unternehmer haben eine spezielle Technologie für visuelle und kontextuelle Markenwerbung im Digitalbereich entwickelt. Ihr Ziel: Werbebotschaften sollen im Internet dort platziert werden, wo sie am besten hinpassen.

Nach einem halben Jahrzehnt Unternehmertum verkaufen die drei Marketingexperten ihre Firma nun an den internationalen Werbespezialisten Seedtag aus Madrid, der sich ebenfalls auf kontextuelles Marketing fokussiert, wie das Handelsblatt erfuhr.

„Mit Seedtag teilen wir nicht nur das gleiche Produkt und eine komplementäre Technologie, sondern haben auch die gleichen anspruchsvollen Ambitionen“, sagt Kröll. Die Nutzung von Synergien durch den Zusammenschluss beider Unternehmen führe „zur nächsten Stufe eines kontextuellen Unternehmens mit globaler Skalierung und außergewöhnlichen High-Impact-Anzeigen für unsere Kunden“. Über den Kaufpreis haben beide Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

Seedtag wurde 2014 von den beiden ehemaligen Google-Mitarbeitern Albert Nieto und Jorge Poyatos in Madrid gegründet. Die Mission des Unternehmens: Es will – zumindest aus Werbesicht – mehr Potenzial aus redaktionellen Bildern schöpfen. Auch Seedtag hat – ähnlich wie Recognified – eine auf Künstlicher Intelligenz basierende Technologie entwickelt, die Merkmale in Texten und Bildern erkennt und für Werbezwecke verarbeitet.

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    Konkret sieht die Werbung dann so aus: In einem redaktionellen Text taucht ein weihnachtliches Bild mit Glocken und Tannen auf – und eine Getränkefirma nutzt dies als Hintergrund für eine Flasche, die es von unten in das Bild schiebt. Anschließend erscheint die Werbebotschaft in Textform, ebenfalls inmitten des redaktionellen Bildes platziert. „In-Image-Advertising“ heißt diese Form der Reklame.

    Datenschutzdebatte befeuert die Werbeform

    Aus der Sicht von Agenturen, die im Auftrag von werbetreibenden Unternehmen Werbeplätze bei den Medien buchen, gewinnt diese Werbeform gerade an Bedeutung. Denn der Datenschutz wird in vielen Ländern, auch in Deutschland, zunehmend strikter geregelt. Dazu gehört auch, dass es klarere Regeln zum Setzen von sogenannten Cookies geben wird.

    In Cookies werden Informationen über das Nutzungsverhalten gespeichert, die beispielsweise die Werbeindustrie für eine zielgenauere Ausspielung ihrer Reklame nutzt. Solche Tracking-Instrumente sind inzwischen stark umstritten, daher sucht die Werbeindustrie nach Alternativen.

    „Wegen der Datenschutzproblematik gewinnt kontextuelles Marketing an Bedeutung“, sagt Sai-Man Tsui, Geschäftsführer der Mediaagentur JOM. Tsui gilt als Performance-Marketing-Experte und Digitalspezialist. Seine Agentur habe bereits mit Recognified zusammengearbeitet und deren Technologie genutzt, erzählt er. „Selbst Cookie-Verweigerer kann man mit dieser Technologie gut erreichen“, glaubt Tsui.

    „Mit Seedtag teilen wir nicht nur das gleiche Produkt und eine komplementäre Technologie, sondern haben auch die gleichen anspruchsvollen Ambitionen.“ Quelle: Recognified
    Jan-Philipp Kröll

    „Mit Seedtag teilen wir nicht nur das gleiche Produkt und eine komplementäre Technologie, sondern haben auch die gleichen anspruchsvollen Ambitionen.“

    (Foto: Recognified)

    „Wir sind in der Lage, ohne Cookies den Endkunden zu erreichen“, bestätigt Recognified-Gründer Kröll. Nach Ansicht von Tsui ist der US-amerikanische Techkonzern Google führend im Bereich des kontextuellen Marketings. Über dessen Werbetochter Adsense ließen sich unter anderem Bilder und Videos nach spezifischen Inhalten durchsuchen und für Werbezwecke nutzen.

    Die beiden Gründer von Seedtag wiederum kommen von Google. „Die Übernahme von Recognified zeigt unsere Ambition, globaler Marktführer im Bereich kontextbezogener Werbung zu werden“, sagt Mitgründer Nieto. Durch die Übernahme erweitere Seedtag seine Präsenz auf weltweit neun Standorte – darunter Großbritannien, Frankreich, Italien, Brasilien und Kolumbien.

    Seedtag hat in den vergangenen sieben Jahren seit der Gründung rund 170 Mitarbeiter eingestellt. Der deutsche Konkurrent Recognified, der nun übernommen wird, kommt indes auf 14 Beschäftigte und hat Büros in München und Düsseldorf. Der kumulierte Umsatz wird laut Unternehmen nach der Übernahme bei rund 40 Millionen Euro liegen.

    Mehr: Werbung im perfekten Moment – Wie Künstliche Intelligenz eine ganze Branche verändert.

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