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Konzernumbau IBM will in Deutschland 2300 Stellen streichen

Die Umstrukturierung von IBM trifft die Belegschaft in Deutschland deutlich: 2300 Stellen sollen wegfallen. Zunächst gibt es ein Freiwilligenprogramm, danach drohen Kündigungen.
29.10.2020 - 16:30 Uhr Kommentieren
Der IT-Riese will in Deutschland Tausende Stellen streichen. Quelle: dpa
IBM baut ab

Der IT-Riese will in Deutschland Tausende Stellen streichen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Bei IBM stehen große Veränderungen an: Der mit 109 Jahren vermutlich älteste IT-Konzern der Welt will sich aufspalten. Das Geschäft mit Infrastruktur-Dienstleistungen soll künftig in einer neuen, noch unbenannten Firma laufen. Gleichzeitig sind Maßnahmen „zur Vereinfachung und Optimierung“ geplant, wie Konzernchef Arvind Krishna Anfang Oktober erklärte.

Welche Auswirkungen das für die Mitarbeiter in Deutschland hat, wird nun klar: IBM will nach Informationen von Handelsblatt und „Wirtschaftswoche“ 2300 Stellen abbauen. Die Geschäftsführung plane zunächst ein Freiwilligenprogramm, schreibt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in einem Newsletter – sollte dieses bis Jahresende nicht erfolgreich sein, seien Kündigungen zu befürchten.

IBM, das lange zu den größten IT-Arbeitgebern in Deutschland zählte, schrumpft mit der Abspaltung und dem Stellenabbau weiter. Und von dem großen, integrierten Technologiekonzern, der von der Softwareentwicklung über die Beratung und Systemeinführung bis zum Service alles aus einer Hand anbietet, bleibt immer weniger übrig.

Das Unternehmen äußerte sich am Donnerstag nicht konkret zu den Plänen. „Unsere Personalentscheidungen werden getroffen, um unsere Kunden auf ihrem Weg zur Einführung einer offenen Hybrid-Cloud-Plattform und KI-Fähigkeit bestmöglich zu unterstützen“, erklärte der Konzern auf Anfrage. Es werde auch „weiterhin signifikante Investitionen in Aus- und Weiterbildung“ geben, damit man den Anforderungen der Kunden gerecht werden könne.

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    Seit Arvind Krishna im Februar Chef geworden ist, definiert er die Zukunft von IBM neu, wie er es selbst ausdrückt. Das Wartungsgeschäft will der Manager abspalten – es ist zwar mit gut 90.000 Mitarbeitern, 4600 Kunden und 19 Milliarden Dollar Umsatz groß, steht aber angesichts des Trends zum Cloud-Computing massiv unter Druck. Wachstum ist in dieser margenschwachen Branche nur schwer möglich.

    Bei der neuen IBM mit rund 260.000 Leuten verbleiben die Zukunftstechnologien: Cloud-Computing, Künstliche Intelligenz und Quantencomputer zum Beispiel. Dabei spielt Red Hat eine besondere Bedeutung: Die Firma, die IBM im Jahr 2019 für 34 Milliarden Dollar übernommen hatte, entwickelt Software zum Management von Cloud-Umgebungen – und steht im Mittelpunkt der Strategie.

    IBM will Marktführer für Hybrid-Cloud werden

    Die Vision: IBM, das in seiner wechselhaften Geschichte auch schon Lochkartenmaschinen, Schreibmaschinen, Großrechner und PCs verkauft hat, soll der führende Anbieter für das Thema Hybrid-Cloud sein. Also die Verwaltung von vielfältigen IT-Ressourcen, die gerade große Unternehmen heutzutage nutzen, ob im eigenen Rechenzentrum oder bei einem Dienstleister.

    Im Zuge der Aufspaltung plant IBM Restrukturierungen, beispielsweise eine „Straffung des geografischen Modells“ und eine Neuausrichtung der sogenannten „Go to Market“-Strategie. Bis Jahresende plant der Konzern dafür 2,3 Milliarden Dollar ein. Die Einsparungen, die sich daraus ergeben, so Krishna, werde man in zukünftiges Wachstum investieren.

    IBM in seiner heutigen Form dürfte danach kaum noch wiederzuerkennen sein. Das zeigt sich an der deutschen Organisation: Legt man die Zahlen des Konzerns zugrunde, dürften von den derzeit gut 10.000 Beschäftigten in Deutschland rund 2500 in die neue Gesellschaft wechseln. Fast ein Viertel soll im Zuge der Umstrukturierung den Konzern verlassen. Berücksichtigt man noch die Fluktuation, dürften bis 2022 nur noch rund 5000 IBM-Mitarbeiter übrig bleiben.

    Zur Einordnung: Noch 2007 beschäftigte IBM rund 20.600 Mitarbeiter, reduzierte die Belegschaft aber nach Berechnungen der „Wirtschaftswoche“ durch Spartenverkäufe, Auslagerungen und Stellenabbau bis 2017 auf 13.500. Nun ist ein weiterer drastischer Einschnitt geplant.

    Arbeitnehmervertreter halten die Kürzungen für falsch. Es sei nachzuvollziehen, dass sich ein innovativer IT-Konzern in einem „ständigen Transformationsprozess“ befinde, erklärte Verdi im Newsletter. „Allerdings fordern wir die IBM auf, die eigenen Beschäftigten einzubeziehen und ihre Skills über Qualifizierungen und weitere Maßnahmen auf dem aktuellsten Stand zu halten.“ Es gebe Alternativen zum Stellenabbau.

    Mehr: „Das Ende von IBM, wie wir es kennen“ – IT-Konzern baut drastisch um

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