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Kooperation mit EWE Kartellamt beanstandet das größte Glasfaserprojekt der Telekom

Telekom-Chef Tim Höttges hat eine Baustelle mehr: Die Wettbewerbshüter könnten Auflagen für ein Glasfaserprojekt mit dem Anbieter EWE erlassen.
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Auch Wettbewerber sehen das Telekom-Projekt mit der EWE kritisch. Quelle: dpa
Leerrohre, in die später die Glasfaserkabel verlegt werden

Auch Wettbewerber sehen das Telekom-Projekt mit der EWE kritisch.

(Foto: dpa)

BonnIm Bundeskartellamt gibt es wettbewerbsrechtliche Bedenken gegen das Glasfaserprojekt der Deutschen Telekom zusammen mit dem niedersächsischen Regionalanbieter EWE. „Unter Einbeziehung der Marktteilnehmer prüfen wir derzeit, ob möglicherweise Auflagen zu der Kooperation von Telekom und EWE notwendig sind, die einen Zugang Dritter sicherstellen“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ („FAZ“). Die Frist für die Prüfung des Deals der im März angemeldeten Fusion sei dafür bis zum 21. August verlängert worden.

Telekom und das Energie- und Telekommunikationsunternehmen EWE wollen gemeinsam bis zu 1,5 Millionen Haushalte mit Gigabit-Leitungen versorgen. Das Joint Venture namens Glasfaser Nordwest, das bis zu zwei Milliarden Euro investieren soll, gilt laut der Zeitung als die größte deutsche Kooperation und als Blaupause für den gemeinsamen Ausbau von schnellem Glasfaserinternet.

„Derartige Kooperationen können den Glasfaserausbau in Deutschland voranbringen. Es muss aber sichergestellt sein, dass dadurch die Ausbaudynamik zwischen den Wettbewerbern auf dem Markt nicht erlahmt und durch die Zusammenarbeit tatsächlich der Glasfaserausbau beschleunigt wird“, sagte Mundt. Gleichzeitig wolle das Kartellamt sicherstellen, dass andere Telekommunikationsanbieter durch das Joint Venture nicht dauerhaft von diesem Zukunftsmarkt ausgeschlossen würden.

Auch Wettbewerber äußerten sich kritisch: „Die kommerziellen Vorleistungspreise dürfen de facto nicht zu einer Verlagerung des kompletten Investitionsrisikos auf Drittanbieter und Verbraucher führen“, sagte Markus Haas, Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland, der „FAZ“. Und United Internet verlangt der Zeitung zufolge, das Gemeinschaftsunternehmen für weitere Investoren und Gesellschafter zu öffnen. Andernfalls seien Monopolpreise zu befürchten.

Mehr: Mit mehreren Milliarden Euro will der Bund den Glasfaserausbau fördern. Die Methodik könnte der Telekom schaden – selbst Konkurrenten lehnen das Modell ab.

  • dpa
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