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Kooperation SAP baut auf Campus der TU München Forschungsinstitut für 100 Millionen Euro

Der Neubau zeigt: Forschung und Wirtschaft rücken enger zusammen – und SAP ist nur der Anfang. Weitere Konzerne sollen dem „Industry on Campus“-Konzept der TU München folgen.
16.12.2019 - 19:31 Uhr Kommentieren
Aula der TU München im Gebäude der Informatik. Der Technologie Campus befindet sich am Stadtrand von München in Garching Quelle: Technische Universität München
TUM

Aula der TU München im Gebäude der Informatik. Der Technologie Campus befindet sich am Stadtrand von München in Garching

(Foto: Technische Universität München)

München Selbst für einen international tätigen Konzern ist es ein Großprojekt: Rund 100 Millionen Euro steckt SAP in einen Neubau auf dem Campus der Technischen Universität München (TUM) in Garching. Unter einem Dach sollen künftig 600 Mitarbeiter des Softwareherstellers sowie 130 Forscher gemeinsam Projekte voran treiben.

An diesem Montag haben SAP, die TUM sowie der Freistaat Bayern dazu einen Vertrag unterzeichnet. Das Unternehmen verpflichtet sich darin, ein 18.000 Quadratmeter großes Gebäude zu errichten. Im Gegenzug erhält SAP vom Land unentgeltlich ein Grundstück. Es liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Universität im Norden von München und wird dem Konzern für 50 Jahre überlassen. Die TUM darf 3000 Quadratmeter in eigener Regie bewirtschaften.

„Es ist wichtig für Deutschland, enger zusammenzurücken“, sagte der Co-Chef von SAP, Christian Klein am Montag. Universitäten und Wirtschaft müssten viel stärker kooperieren. In München gehe es zudem darum, große, ortsansässige Kunden wie Siemens oder BMW mit ins Boot zu holen. Solche Öko-Systeme seien weltweit ein Erfolgsmodell. Nach der Zentrale in Walldorf und umliegenden Orten wird der Campus in Garching damit bald zu einem der größten Standorte des Dax-Konzerns in Deutschland.

Schon in der Vergangenheit haben SAP und TUM immer wieder zusammengearbeitet. Mit dem neuen Gebäude wollen sie Forschung- und Entwicklungsvorhaben noch enger miteinander abstimmen: Es handle sich um die „deutschlandweit bislang größte Partnerschaft zwischen einem Industrieunternehmen und einer Universität“, teilten die Partner mit.

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Standort erkennen

    Mit dem Konzept „Industry on Campus“ bemüht sich die TUM intensiv um derartige Kooperationen. München eifere damit erfolgreichen Regionen wie Boston, dem Silicon Valley oder Singapur nach, erläuterte der Präsident der TUM, Thomas Hofmann. Das komme nicht nur der bayerischen Metropole zugute.

    Hofmann: „So wird der Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt gestärkt.“ Für die TUM sei es enorm wichtig, zu erfahren, an welchen Themen die Industrie gerade arbeite: „Wir sind auf Impulse von außen angewiesen.“ Nur so könne die Universität die Lehre zeitgemäß gestalten und die Studierenden auf die rasch wandelnden Ansprüche der Wirtschaft vorbereiten.

    Die Informatikfakultät an der TUM zählt mit 6500 Studierenden und fast 40 Professorinnen und Professoren zu den größten in Deutschland, in Vergleichen belegt sie regelmäßig Spitzenplätze. Die Hälfte der jungen Leute stammt der TUM zufolge aus dem Ausland. Von diesem Know-how will SAP profitieren. Insgesamt kommt die TUM auf 42.000 Studierende.

    SAP baut derzeit seine Niederlassungen in einigen deutschen Metropolregionen kräftig aus. 2017 eröffnete der Konzern in Ratingen ein Büro für bis zu 750 Mitarbeiter, das an Rhein und Ruhr gut angebunden ist. In Berlin investiert die Firma 200 Millionen Euro in eine neue Basis in der Nähe des Hauptbahnhofs, in der Platz für bis zu 1450 Leute entstehen soll. Diese Strategie erleichtert die Suche nach Fachkräften – die Großstädte sind für viele Beschäftigte attraktiv.

    Darüber hinaus hofft der Konzern durch das Engagement in München, leichter Nachwuchs fürs eigene Unternehmen zu gewinnen. Denn Mitarbeiter zu finden sei schwierig in Deutschland, unterstrich Co-Vorstandschef Klein. Auf eine Entwicklerstelle am Stammsitz in Walldorf würden sich lediglich 40 Fachleute bewerben. Für den Standort im indischen Bangalore seien es demgegenüber 250, erläuterte Klein. Um dem Mangel an Fachkräften bei zu kommen sei es unumgänglich, die deutschen Universitäten zu unterstützen.

    Die Uni hält nach weiteren Partnern Ausschau

    Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler versprach am Montag unterdessen, 5000 neue Informatik-Studienplätze im Freistaat zu schaffen. Darüber hinaus würden neue Professuren für Künstliche Intelligenz (KI) eingerichtet. Das könnte auch SAP zugute kommen, da das Thema KI zu den zentralen Bereichen der Kooperation in Garching gehört. Potenzial sieht SAP aber auch beim Internet der Dinge, der Datenanalyse, in der Robotik und Konzepten für die Arbeitsplätze der Zukunft.

    SAP ist spezialisiert auf die Steuerung von Geschäftsprozessen. Systeme wie S/4 Hana sieht der Konzern als Grundlage für das „intelligente Unternehmen“, wie das Leitbild intern heißt. Kunden sollen zum einen immer mehr Routineaufgaben automatisieren – Algorithmen können beispielsweise aufgrund historischer Daten zuverlässig abgleichen, welche Buchungen zu welchen Aufträgen gehören, oder Rechnungen freigeben, wenn diese bestimmten Vorgaben entsprechen.

    Zum anderen können Manager intelligente Datenanalysen nutzen, um bessere Entscheidungen zu treffen. Die Software kann beispielsweise automatisch Anzeichen für betrügerische Transaktionen entdecken oder Prognosen über die Gewinnentwicklung abgeben – vorausgesetzt, ein Unternehmen speist ausreichend Daten in das System ein.

    Mit dem Prestigeprojekt „Digital Boardroom“ sollen derartige Daten auch dem Topmanagement zur Verfügung stehen. Vorstand und Aufsichtsrat von SAP arbeiten selbst mit der Lösung.

    Für die TUM soll der Vertrag mit SAP nur der Anfang sein. Präsident Hofmann hält nach weiteren Unternehmenspartnern für sein Konzept „Industry on Campus“ Ausschau. Mehr als eine Handvoll Kooperationen werde die Universität aber nicht eingehen, versprach der Professor.

    Mehr: Investoren geben den Start-ups im Umfeld der TU München so viel Geld wie nie zuvor. Nun soll die Universität zum unternehmerischen Ökosystem werden.

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