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Krawall-Kommunikation Die Blackberry-Revolte von London

In London regiert die Gewalt auf der Straße - und ausgerechnet die Business-Smartphones des Blackberry-Herstellers RIM spielen dabei eine Schlüsselrolle.
2 Kommentare
Britische Polizei in London. Die Proteste der Jugend werden vor allem durch Dienste organisiert, bei denen die Behörden nicht mitlesen. Quelle: AFP

Britische Polizei in London. Die Proteste der Jugend werden vor allem durch Dienste organisiert, bei denen die Behörden nicht mitlesen.

(Foto: AFP)

Düsseldorf/LondonFrüher stellte sich, wer Aufmerksamkeit suchte, mit einem Megafon auf eine umgedrehte Kiste und heizte die Stimmung an. Heute werden zum gleichen Zweck modernere Technologien genutzt - so wie derzeit in England, wo die Jugend auf die Straße geht. Doch nicht Twitter und Facebook sind den jugendlichen Randalierern Mittel der Wahl, sondern vor allem ein geschlossener Chat-Dienst, der auf Blackberry-Handys läuft. Das Business-Handy, hierzulande eher ein Gerät für alternde Manager, die weder iPhone noch Android-Smartphone für sich entdeckt haben, ist unter britischen Jugendlichen so beliebt wie keine andere.

Einer aktuellen Studie der britischen Medienaufsichtsbehörde Ofcom zufolge dominiert das Business-Smartphone auf der Insel mit einem Marktanteil von 37 Prozent unter Jugendlichen. Und das nicht allein der niedrigen Preise wegen, mit denen Blackberry-Hersteller RIM auf die Konkurrenz von iPhone und Android-Smartphones regieren musste.

Wichtiger für den Popularitätsschub dürfte der Dienst Blackberry Messenger Service (BBM) sein. Er erlaubt den Nutzern, eine Nachricht an viele Empfänger gleichzeitig zu schicken, ohne dass Kosten anfallen wie bei einer normalen SMS.

Die so verbreiteten Nachrichten spielen laut einem Bericht des britischen Guardian für die gewaltsame Revolte in London eine entscheidende Rolle. Während die Polizei vor allem soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter nach Aufrufen zur Gewalt durchforstete, so das Fazit des Guardian, hätte sie wohl besser die BBM-Nachrichten überwachen sollen.

Mike Butcher, Autor des Fachblogs Techcrunch, hat die Kommunikation beobachtet und die Nachrichten auf den Plattformen analysiert. Fazit: Twitter, das sonst so sehr als Echtzeitmedium gepriesen wird, erfährt in diesen Tagen selbst nur zeitversetzt, was in den Außenbezirken Londons vor sich geht. „Während Twitter Zuschauer wurde, spielt die Handlung eigentlich bei BBM“, so Butcher.

Gefährlich wird es für die Randalierer immer dann, wenn einzelne Nutzer Nachrichten, die auf ihren Blackberrys auflaufen, in die frei zugänglichen Online-Netzwerke kopieren. So wie am Dienstag die Twitter-Nutzerin 28SHAMA, die für alle frei zugänglich notierte: „BBM Nachricht: Jeder in Edmont, Enfield, Wood Green auf nach Enfield Town Station um Punkt 4 Uhr!“ Damit wusste auch die Polizei Stunden vor dem Auflauf Bescheid und konnte sich rüsten.

RIM will mit der Polizei zusammenarbeiten
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2 Kommentare zu "Krawall-Kommunikation: Die Blackberry-Revolte von London"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @EinDemokrat
    Dich sehen wir in einer solchen Situation in Deutschland an vorderster "Front", nicht wahr? Vom Sessel aus kann man viel erzählen, aber wenn es hart auf hart kommt trennt sich die Spreu vom Weizen. Walpurgisnacht 2012 in Berlin? Mit guten Beispiel vorran EinDemokrat.

  • Warum schliessen sich rechtschaffene und gesetzestreue Bürger nicht zu Bürgerwehren zusammen und bieten dem kriminellen, brandschatzenden Pack Paroli??? Wenn Polizei und Feuerwehr keine Hilfe leisten, dann darf dieser Freiraum nicht dem Mob überlassen werden, dann müssen Bürger das Recht in eigene Hand nehmen und für Selbstschutz sorgen!

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