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Kritik aus der Belegschaft Google holt sich Hilfe von gewerkschaftsfeindlicher Beratung

Der Techkonzern zahlt für Berater, die sich auf die Verhinderung von Mitarbeiterorganisationen spezialisiert haben. Die Kritik der Mitarbeiter wächst.
21.11.2019 - 15:49 Uhr Kommentieren
Der Konzern soll sich Berater geholt haben, um Arbeitnehmervertretungen zu verhindern. Quelle: dpa
Google in der Kritik

Der Konzern soll sich Berater geholt haben, um Arbeitnehmervertretungen zu verhindern.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Google-Manager haben sich anti-gewerkschaftliche Berater ins Haus geholt. Nach einem Bericht der „New York Times“ sind Mitarbeiter auf eine Zusammenarbeit mit IRI Consultants aufmerksam geworden und haben sich damit an die Presse gewendet. Die Kooperation sorgt für Aufsehen, weil der Techkonzern aufkeimende interne Kritik in den vergangenen Monaten mit verschiedenen Maßen unterdrückt haben soll.

Unter anderem sorgte auch ein Vorfall in der Schweiz für Aufsehen: In der Zentrale in Zürich wollten Mitarbeiter kürzlich ein Treffen mit Gewerkschaftsvertretern organisieren, „um Fragen zur arbeitsrechtlichen Situation in der Schweiz zu diskutieren“, wie Lena Allensbach von der Gewerkschaft Syndicom dem Handelsblatt bestätigte. Doch Google habe das Treffen wieder abgesagt, weil das Unternehmen solche Veranstaltungen lieber selbst ausrichten wolle. Zu mehrmaligen Anfragen des Handelsblatts hat der Konzern selbst bisher nicht Stellung genommen.

Wie auch in den anderen riesigen Techkonzernen gibt es bei Google keine Betriebsräte, Mitarbeiter sind nicht gewerkschaftlich organisiert. Als Missstand wurde das bisher nicht gewertet. Im Gegenteil: Der Suchmaschinenanbieter gehört zu den am besten bezahlenden Unternehmen der Welt. Als prägend für eine offene Unternehmenskultur gilt eine wöchentliche Konferenz, bei der Mitarbeiter Kritik äußern und Fragen an das Management stellen können. Doch die Zeiten scheinen sich zu ändern.

In einem Blogbeitrag hat CEO Sundar Pichai vergangene Woche angekündigt, die Meetings würden künftig nur noch einmal im Monat und nach neuen Regeln für die Diskussionsinhalte stattfinden. Als Grund dafür führte er unter anderem an, dass Inhalte der offenen Diskussionen immer häufiger mit der Öffentlichkeit geteilt worden seien. Die Ankündigung reiht sich ein in andere Maßnahmen, den Einblick in unterschiedliche Unternehmensbereiche und Kritik an der Arbeit von Kollegen zu unterbinden.

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    Für Ärger bei den Mitarbeitern sorgt zum Beispiel eine Funktion, die protokolliert, wenn Mitarbeiter eine interne Veranstaltung mit mehr als hundert Mitarbeitern oder mindestens zehn Meetingräume ausrichten. Manche sehen darin ein Überwachungs- und Kontrollinstrument. Das Unternehmen sagt, es diene dazu, Spammails einzudämmen.

    Bei eigenen Recherchen zu dem Tool sollen Mitarbeiter auf Kalendereinträge einer Managerin gestoßen sein, die Meetings mit IRI Consultants dokumentieren. Eines dieser Treffen soll nur wenige Stunden vor der Bekanntgabe der neuen Kalenderpolitik stattgefunden haben. Eine Google-Sprecherin wies einen Zusammenhang gegenüber der New York Times zurück.

    „Die Anti-Gewerkschaftsarbeit ist in den USA so alt wie die Gewerkschaftsbewegung selbst“, sagt der Soziologe Philipp Staab von der Humboldt Universität Berlin gegenüber dem Handelsblatt zu dem Vorfall. Er forscht unter anderem zum digitalen Kapitalismus und kann bestätigen, das gewerkschaftliche Organisation bei den Techriesen wie Google lange Zeit kein Thema war. „Interessant ist zu beobachten, dass mit der zunehmenden Kritik von außen offenbar auch intern die Kritik am Unternehmen Google zunimmt“, sagt Schaad.

    Mehr: Google schränkt gezielte Platzierung von Wahlwerbung ein – Einzelne Nutzergruppen sollen künftig nur noch nach drei Merkmalen angesprochen werden können: Alter, Geschlecht und Postleitzahl.

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