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Kundenkonferenz Sapphire Now SAP will Pionier im Kampf gegen den Klimawandel werden

Der Softwarehersteller hat ein System entwickelt, mit dem Unternehmen ihren CO2-Ausstoß messen können – und hofft nun auf ein riesiges Geschäft.
16.06.2020 - 13:31 Uhr Kommentieren
Der Druck, CO2-Emissionen zu reduzieren, wächst - SAP will Unternehmen helfen, den Ausstoß zu analysieren. Quelle: dpa
Protestaktion gegen das Kohlekraftwerk Datteln 4

Der Druck, CO2-Emissionen zu reduzieren, wächst - SAP will Unternehmen helfen, den Ausstoß zu analysieren.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Flugzeuge bleiben am Boden, Autos stehen am Straßenrand, viele Fließbänder stehen still: In der Coronakrise ist der Ausstoß von Treibhausgasen deutlich gesunken. Doch auch in diesen Zeiten sind Unternehmen weiterhin unter Druck, klimafreundlicher zu wirtschaften und ihre CO2-Emissionen zu reduzieren – das fordern nicht nur Umweltorganisationen, sondern zunehmend auch die Mitarbeiter und Investoren. SAP will Unternehmen dabei helfen.

Ein neues Programm mit dem Namen „Climate 21“ soll den Ausstoß von Treibhausgasen über die Produktions- und Lieferkette messbar machen. Der Softwarehersteller kündigte am Dienstag bei seiner Kundenkonferenz Sapphire Now die Verfügbarkeit an.

Ein solcher Schritt sei die Voraussetzung, um die Emissionen zu optimieren, sagte Vorstandsmitglied Thomas Saueressig. „Mit so einer Lösung sind wir Pionier auf dem Weg zu einer CO2-ärmeren Wirtschaft.“

SAP hofft auf ein lukratives Geschäft, auch wenn der Software-Riese noch keine konkreten Zahlen nennt. Klimaschutz sei ein großer „Wachstumshebel“, betonte Saueressig. Mit „Climate 21“ will der Softwarehersteller beweisen, welches Potenzial in einem Programmpaket mit integrierten Geschäftsprozessen steckt. Das Klimaschutz-Programm sei ein wichtiges Beispiel für die „Intelligent Enterprise“, wie SAP sie derzeit bewirbt.

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    Saueressig geht es indes nicht nur um das Geschäft. „Es wird eine Herausforderung für die gesamte Menschheit, den Klimawandel zu adressieren, auch wenn das derzeit etwas durch Corona überdeckt wird“, sagt der 35-jährige Manager, der den Bereich „Product Engineering“ leitet und das Projekt intern angestoßen habe: „Das Thema liegt mir persönlich am Herzen.“

    Auch die Zulieferer zählen

    Die Produkte von SAP ermöglichen es, Geschäftsprozesse zu organisieren und transparent zu machen – diese Stärke will der Dax-Konzern auch im Kampf gegen den Klimawandel zur Geltung bringen: Kunden können erheben, wie viel CO2 sie ausstoßen, idealerweise über den gesamten Lebenszyklus der Produkte hinweg, und ihre Entscheidungen daran ausrichten.

    Das System soll in der Lage sein, sämtliche Emissionen einzubeziehen, auch die der Zulieferer und Endnutzer – Experten sprechen von Scope 2 und 3. „Es gibt keine vergleichbare Software auf dem Markt, um das abzudecken“, ist Saueressig überzeugt.

    Trivial ist das nicht. So brauchen die Unternehmen Daten, um die verschiedenen Aktivitäten mit konkreten Emissionen zu verknüpfen. In den SAP-Systemen gibt es bereits Informationen, die dabei helfen. Das dürfte aber nicht ausreichen. Saueressig verwies darauf, dass Kunden Daten von Dienstleistern einspeisen können. Zudem gilt es, diese Angaben überprüfbar zu machen. Die vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften seien bereits dabei, Regeln zu entwickeln.

    Dabei soll es nicht bleiben: Saueressig kündigt regelmäßige Updates an, die Kunden über die Cloud-Dienste des Konzerns automatisch erhalten. So soll es künftig auch möglich sein, neben Kohlendioxid (CO2) auch Stickoxid-Emissionen (NOx) zu erheben. Zudem gibt es Überlegungen, wie sich die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in der Software abbilden lassen. Eine dreistellige Zahl an Produktmanagern und Entwicklern sei an dem Projekt beteiligt, sagte SAP-Chef Christian Klein im Januar.

    Die Nachfrage nach der neuen SAP-Software ist da. „Wir haben über die vergangenen Jahre ein paar positive Trends gesehen. Investoren, Regierungen und Gesellschaft fordern immer mehr Transparenz“, sagt Maxfield Weiss, Deutschlandsprecher für die Organisation Carbon Disclosure Project (CDP). Unternehmen aus der ganzen Welt können auf der digitalen Plattform des CDP ihre Umweltdaten transparent machen. Und immer mehr tun das laut Weiss auch.

    „Eine besondere Entwicklung, die wir beobachten, ist, dass Unternehmen nicht nur für sich selbst, sondern langsam auch für ihre Lieferkette Verantwortung übernehmen.“ Allein im vergangenen Jahr haben sich für ein entsprechendes CDP-Programm fast 25 Prozent Unternehmen mehr angemeldet als noch ein Jahr zuvor. Darunter Branchenriesen wie Bayer und Nike. „In der gesamten Lieferkette entstehen fünfmal so viele Emissionen wie in dem Großunternehmen selbst“, erklärt Weiss.

    „Unternehmen wollen die Emissionen in ihrer Zuliefererkette vermindern, das ist Teil ihres Businessplans“, so Weiss. Ein gutes Beispiel dafür sei Zalando. Im vergangenen Oktober gab der Moderiese bekannt, dass er klimaneutral werden will – und zwar nicht nur mit seinem eigenen Geschäft, sondern auch mit jedem Zulieferer.

    Nachhaltigkeit ist für Unternehmen kein Selbstzweck, glaubt auch SAP-Manager Saueressig: „Es gibt ein verändertes Verhalten von Verbrauchern.“ Energieeffizienz und Nachhaltigkeit seien wichtige Kaufkriterien. Das könne künftig auch für den CO2-Ausstoß gelten – je mehr Anbieter diesen veröffentlichen, desto höher der Druck auf die Konkurrenz, diesen ebenfalls zu nennen. Wer sich jetzt kümmere, könne sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, ist er überzeugt.

    Mehr: Von Arbeitsbedingungen bis Rechnungslegung: Nachhaltigkeit bedeutet mehr als Klimaschutz

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