Kurznachrichtendienst Im Kampf gegen Fake News holt sich Twitter-CEO Dorsey Hilfe aus den Niederlanden

Twitter-CEO Jack Dorsey verstärkt den Kampf gegen falsche Informationen und Hassbotschaften auf seiner Plattform und schließt dafür Partnerschaften mit Universitäten.
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Der Kurznachrichtendienst kämpft gegen Propaganda und Fake News. Quelle: Ulrich Zillmann
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Der Kurznachrichtendienst kämpft gegen Propaganda und Fake News.

(Foto: Ulrich Zillmann)

DüsseldorfIm Kampf gegen Fake News holt Twitter-CEO Jack Dorsey sich externe Experten zu Hilfe: Gemeinsam mit Forschern der niederländischen Universität Leiden will das Unternehmen künftig analysieren, in welche Richtung sich der öffentliche Diskurs in dem Kurznachrichtendienst entwickelt.

Möglich machen sollen das Metriken, die erkennen, in welchem Ausmaß sich die Nutzer mit bestimmten Ansichten auf Twitter identifizieren. Weitere Metriken sollen für Twitter Hassreden und Rassismus erkennbar machen. Mit Wissenschaftlern der University of Oxford und der Universität in Amsterdam will Twitter zudem erforschen, wie die User den Dienst überhaupt nutzen.

Twitter, Facebook und andere soziale Netzwerke geraten immer stärker unter Druck: Ihnen wird vorgeworfen, zu lasch gegen Propaganda und Fake News vorzugehen und politische Polarisierung zu fördern, indem sie Diskussionen zulassen, in denen die Mitglieder eine einseitige Meinung vertreten.

Bereits im März zeigte sich Dorsey selbstkritisch und beklagte einen rauen Umgangston in Tweets. Er bat die Öffentlichkeit um Vorschläge, wie die Qualität der Twitter-Diskussionen gemessen und verbessert werden kann. Der Kurznachrichtendienst hatte seither mehr als 230 Vorschläge erhalten.

In der Zwischenzeit ist das US-Unternehmen im Kampf gegen Fake News und Propaganda aber auch selbst tätig geworden: So senkte Twitter für Nutzer die Hürden, anstößige Tweets und Accounts zu melden. Und die Algorithmen des sozialen Netzwerkes identifizieren mittlerweile wöchentlich mehr als neun Millionen potenzielle Fake-Accounts.

Die Konsequenz: Twitter löscht derzeit Accounts im großen Stil. Allein im vergangenen Quartal fiel die Zahl der monatlich aktiven Nutzer um eine Million. Dies wird sich auch noch fortsetzen, kündigte das Unternehmen bei der Vorlage seiner Quartalszahlen an. Dazu dürften auch die geplanten Metriken ihren Teil beitragen.

Bei den Investoren kam das gar nicht gut an: Nach Veröffentlichung des Quartalsberichts stürzte der Kurs der Twitter-Aktie um gut 20 Prozent ab auf den tiefsten Stand seit vier Jahren. Von seinem neuen Kurs muss Dorsey die Anteilseigner erst noch überzeugen.

Mit Material von Bloomberg.

  • loe
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