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Larry Page und Sergey Brin Warum zuletzt Kritik am Werk der Google-Gründer laut wurde

Larry Page und Sergey Brin ziehen sich aus dem operativen Geschäft bei der Google-Mutter Alphabet zurück. Der Schritt wirft einige Fragen auf.
05.12.2019 - 16:32 Uhr Kommentieren
Die beiden waren schon früh erfolgreich. Quelle: ASSOCIATED PRESS
Larry Page (l.) und Sergey Brin in ihrer Google-Zentrale in Mountain View (2004)

Die beiden waren schon früh erfolgreich.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Düsseldorf Rat und Liebe wollen sie ihren Unternehmen in Zukunft geben – statt täglich herumzunörgeln. Mit diesen Worten haben sich Larry Page und Sergey Brin, die beiden Gründer des US-Konzerns Google, in dieser Woche überraschend von ihren Posten zurückgezogen.

Page, Vorstandschef der Google-Mutter Alphabet, und Brin, Präsident, haben in den vergangenen Jahren technologische und unternehmerische Leistungen vollbracht, die ihresgleichen suchen. Sie haben es geschafft, Zukunftsvisionen in wirtschaftlichen Erfolg umzumünzen.

Doch zur Wahrheit gehört auch, dass in letzter Zeit Kritik an ihrem Werk laut wurde. Wer will, dass seine Mitarbeiter täglich den Mond anfliegen, wie vor allem Page es oft gefordert hat, produziert eben auch eine Menge Weltraumschrott und giftige Abgase. Statt Bewunderung herrscht mittlerweile viel Ärger über die Schäden, die ihr Wunderunternehmen Google vor allem für den Wettbewerb und den Datenschutz verursacht hat.

Page hat einmal erzählt, er habe schon als Kind Erfinder werden wollen – und später lernen müssen, dass es viele traurige Geschichten von Ideen gibt, aus denen niemals ein Geschäft geworden sei.

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    Und so war es möglicherweise auch ein Glück für ihn und Mitgründer Brin, dass die ersten Investoren ihnen die Führung des eigenen Unternehmens nicht zutrauten. Zu Beginn übernahm für den eher introvertierten Page und den etwas verrückten Brin, der auch schon mal mit dem Fallschirm zu einer Präsentation einflog, Eric Schmidt quasi als Vormund die Google-Führung. Jetzt steht Google-Chef Sundar Pichai auch an der Spitze von Alphabet.

    Page und Brin, beide 46, sprechen oft von „Wetten“, wenn es um ihre Unternehmen geht. Wetten auf die Zukunft. Auf Dinge, die einmal gebraucht werden könnten. Den Stanford-Kommilitonen hat es nie gereicht, dass sie mit ihrer Suchmaschine das Internet in seiner heutigen Form erst möglich gemacht haben. Über Page sagen Mitarbeiter, er lebe eigentlich in der Zukunft und käme nur gelegentlich zurück in die Gegenwart, um davon zu erzählen.

    2015 war es in ihren weltweiten Entwicklungslaboren schließlich so unübersichtlich geworden, dass sie sich eine neue Struktur geben mussten. In ihren Rollen beim Mutterkonzern konnten sie sich dann auf ihre großen Visionen konzentrieren, statt sich um das Tagesgeschäft zu kümmern. Und jetzt, wo jede der Alphabet-Töchter, zu denen auch die Roboterfirma Waymo gehört, gut aufgestellt scheint, rücken Page und Brin Google wieder in die Mitte.

    Auch die von ihnen geprägte Firmenkultur ist vielen Gründern heute ein Beispiel. Zu einem ihrer obersten Gebote zählte der Satz „Don’t be evil“. Mitarbeiter sollten sich nicht heimlich über Dinge ärgern, die sie beim Arbeiten stören, sondern offen Kritik üben und auch kritische Fragen stellen dürfen.

    Erst seit die beiden Gründer ihre Tätigkeit hin zu Alphabet verlegt haben – und schließlich mehr und mehr aus dem Blickfeld verschwanden –, hat sich diese Kultur verändert. Manche Mitarbeiter haben daher die Sorge, die Ära der Verspielt- und Offenheit bei dem Konzern könnte mit dem Abtritt der beiden zu Ende gehen.

    Allerdings werden Page und Brin weiter im Aufsichtsrat tätig sein. Und können mit ihren Stimmanteilen jederzeit Sundar Pichai austauschen, wenn sie mit dessen Entwicklungen und Entscheidungen nicht einverstanden sind.

    Doch gerade weil der Zeitpunkt des operativen Rückzugs beliebig scheint, gibt es viele Mutmaßungen. Neben öffentlichen Streitigkeiten bei Google und andauernden Wettbewerbskontrollen laufen interne Untersuchungen bei Alphabet, wie Führungskräfte mit Vorwürfen sexueller Nötigung umgehen. Dafür hat sich der Aufsichtsrat die Hilfe einer Kanzlei geholt. Erste Ermittlungsergebnisse waren für Anfang Dezember angekündigt.

    Mehr: So schaffte es Sundar Pichai aus der Armut an die Spitze von Alphabet – Der Google-Chef übernimmt auch die Führung des Mutterkonzerns Alphabet. Eine Karriere, die selbst für Amerika außerordentlich ist.

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