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Letzte Amtszeit Gründer Hasso Plattner bereitet Abschied von SAP vor

Lange war Hasso Plattner das Gesicht des Software-Riesen SAP. Auf der Hauptversammlung kündigt der Unternehmer nun seine letzte Amtszeit im Aufsichtsrat an.
Update: 15.05.2019 - 14:42 Uhr Kommentieren
Hasso Plattner möchte den Aufsichtsrat des Softwareunternehmens in wenigen Jahren verlassen. Quelle: dpa
Gründer auf Abschiedskurs

Hasso Plattner möchte den Aufsichtsrat des Softwareunternehmens in wenigen Jahren verlassen.

(Foto: dpa)

MannheimLange hat Hasso Plattner es vermieden, sich endgültig festzulegen. Er werde sich „wahrscheinlich“ zum letzten Mal als Aufsichtsratsvorsitzender von SAP zur Wahl stellen, schrieb der 75-Jährige den Aktionären des Softwareherstellers noch Ende Februar. Es klang so, als wolle er gerne weitermachen – es sei eine Ehre, „Teil der SAP-Erfolgsgeschichte in dieser spannenden Zeit zu sein“.

Nun herrscht doch Gewissheit. Bei der Hauptversammlung am Mittwoch in Mannheim sagte er, dass die anstehende dreijährige Periode „dann gleichzeitig auch meine letzte Amtszeit sein“ soll. Seine Nachfolge ließ er aber weiter offen. „Wir werden das machen, wenn es Zeit ist“, ließ er die 3500 Gäste lediglich wissen.

Damit zeichnet sich das Ende einer Ära ab, die für das Unternehmen einen Umbruch bedeutet: Plattner hat – als Mitgründer, als Vorstandschef und Aufsichtsratsvorsitzender – großen Einfluss, und zwar bis heute. Er hat somit entscheidend dazu beigetragen, dass SAP mit einem Börsenwert von 138 Milliarden Euro wertvollster Konzern im Dax ist. Er selbst ist darüber zum Milliardär geworden.

Plattner ist der letzte der fünf SAP-Gründer, der noch im Unternehmen aktiv ist. Gemeinsam mit Dietmar Hopp und drei weiteren IBM-Mitarbeitern gründete der studierte Nachrichtentechniker 1972 die Firma Systemanalyse und Programmentwicklung, die Standardsoftware für Geschäftsprozesse entwickelte. Und damit Wirtschaftsgeschichte schrieb.

Plattner war bis 2003 Vorstandschef, wechselte anschließend gleich in den Aufsichtsrat. Allerdings ist er nicht der typische deutsche Aufseher, eher der amerikanische Gründungseigentümer. Bei seinem Antritt ließ er sich eine aktive Rolle vertraglich zusichern, bis heute hat er einen Beratungsvertrag. Ein Entgelt erhält er – typisch für einen Eigentümer – dafür nicht.

Bei vielen wichtigen Themen gibt Plattner die Richtung vor. Die Datenbanktechnologie Hana zum Beispiel, die SAP inzwischen bei allen wichtigen Produkten einsetzt, ist auf seine Initiative entstanden. Und die Innovationsmethode Design Thinking, die den Nutzer in den Mittelpunkt stellt, hat er im Softwarekonzern populär gemacht.

Dass Plattner der Abschied schwerfallen dürfte, war in der vergangenen Woche auf der Konferenz Sapphire Now zu beobachten. Anderthalb Stunden stand er auf der Bühne, um in seiner Keynote über Datenbanktechnologie und die „Intelligent Enterprise“ zu sprechen. „Wir müssen das Innovationstempo erhöhen, Bill!“, rief er seinem CEO Bill McDermott zu.

Auch aktuell gibt es einige Unruhe. Der Vorstand hat eine Restrukturierung angekündigt, die 4400 Positionen betrifft, davon voraussichtlich 1200 in Deutschland. Der Vorstand muss sich nach mehreren Personalien bewähren. Und das, während große Projekte anstehen, wie die Integration der Zukäufe der vergangenen Jahre.

Plattner, der Ungeduldige, macht Tempo. Nach seiner Einschätzung steht wieder ein Umbruch an, SAP befinde sich im vierten großen Entwicklungszyklus seit der Gründung: Das Cloud-Computing wird zum Standard der IT. Dafür müsse sich das Unternehmen verjüngen und die Kultur verändern. Es werde künftig nicht mehr so gemütlich wie bislang.

Dass er selbst auf der Höhe der Zeit ist, daran lässt Plattner keine Zweifel. Er spricht viel mit den SAP-Mitarbeitern, und er gibt Kurse am Hasso-Plattner-Institut, das er aus seinem Privatvermögen finanziert. Derzeit bereitet der Professor die Vorlesung für Juni vor. „Vor den Studenten zu stehen, hilft.“

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