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„Letzte Meile“ Telekom soll Rekorderhöhung von Anschlusspreisen erlaubt bekommen

Die Telekom kontrolliert noch aus Monopolzeiten die Anschlussleitungen in deutschen Haushalten. Jetzt soll sie für die Vermietung deutlich mehr Geld nehmen dürfen.
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Die Miete für die sogenannte letzte Meile könnte ab Juli auf monatlich 11,19 Euro steigen nach zuletzt 10,02 Euro. Quelle: dpa
Kupferkabel der Telekom

Die Miete für die sogenannte letzte Meile könnte ab Juli auf monatlich 11,19 Euro steigen nach zuletzt 10,02 Euro.

(Foto: dpa)

Bonn, Wien Die Deutsche Telekom hat die Hoheit über die Kupfer-Telefonleitungen in Haushalten. Um dieses Quasi-Monopol zu entkräften, zwingt die Bundesnetzagentur den Dax-Konzern, die Anschlussleitungen auch der Konkurrenz zur Verfügung zu stellen. Jetzt will die Behörde der Telekom eine Erhöhung der Anschlusspreise in historischer Höhe gestatten.

Die Miete für die sogenannte letzte Meile könne ab Juli auf monatlich 11,19 Euro steigen nach zuletzt 10,02 Euro, teilte die Bundesnetzagentur am Mittwoch mit. Die letzte Meile ist der Abschnitt des Telekom-Netzes vom Hauptverteiler bis zum Anschluss beim Kunden, über den Konkurrenten wie United Internet oder Vodafone nicht immer verfügen und deswegen auf die Nutzung der Telekom-Kabel angewiesen sind. Ende 2018 hatte die Telekom rund 5,2 Millionen dieser Leitungen (TAL) an Rivalen vermietet. Diese Zahl ist jedoch seit vielen Jahren rückläufig.

Die Netzagentur mit Sitz in Bonn legt die Höhe der Entgelte fest, zu denen Konkurrenten das deutschlandweite Telekom-Netz nutzen dürfen. Die Mieterhöhung begründete die Behörde unter anderem mit höheren Tiefbaupreisen und gestiegenen Kosten für Montagearbeiten. Der Vorschlag soll für drei Jahre gelten. Seit Ende der 1990er-Jahre sind die Entgelte von der Bundesnetzagentur schrittweise gesenkt worden. Einzige Ausnahme war eine moderate Steigerung im Jahr 2013.

Für die Telekom dürfte die Ankündigung höhere Einnahmen bedeuten. Wie hoch, dazu wollte sich ein Sprecher der Telekom auf Anfrage nicht äußern. „Wir begrüßen den Entgelt-Entscheidungsentwurf der Bundesnetzagentur als einen Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die Bundesnetzagentur damit unter den von der Deutschen Telekom beantragten und nachgewiesenen Kosten bleibt“, sagte der Konzernsprecher. „Studien von Wettbewerbern zeigen Tiefbaupreissteigerungen allein in den letzten zwei Jahren von mehr als 30 Prozent.“

Die Wettbewerber der Telekom sehen das anders. Der Verband der alternativen Wettbewerber (VATM) kritisierte die Preissteigerung von mehr als zehn Prozent als überzogen. „Für altes Kupferkabel zahlen wir unverändert die Kosten für den hypothetischen kompletten Neubau der angemieteten sogenannten letzten Meile bis zum Kunden“, kritisierte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Der Verbandschef bezeichnete die Entscheidung als „Gift“ für den Glasfaserausbau in Deutschland.

Die „letzte Meile“ spielt zum Beispiel eine Rolle, wenn ein Verbraucher in Deutschland einen DSL-Internetanschluss bei Vodafone bestellt. Der Netzbetreiber kontrolliert zwar ein eigenes Mobilfunknetz. Im Festnetz greift Vodafone jedoch an vielen Orten in Deutschland auf die Anschlüsse der Telekom zurück. Dafür muss Vodafone die von der Bundesnetzagentur festgelegten Preise bezahlen. Steigen die Entgelte, könnten die Unternehmen versuchen, diese höheren Preise an die Endkunden weiterzugeben. Die Folge: Verbraucher könnten künftig etwas mehr für DSL-Anschlüsse zahlen müssen.

Für interessierte Parteien besteht die Gelegenheit, bis zum 24. April 2019 schriftlich Stellung zu den Entgeltvorschlägen zu nehmen. Sofern anschließend die Europäische Kommission keine ernsthaften Bedenken gegen die Entscheidungen äußert, können sie ab dem 1. Juli 2019 endgültig in Kraft treten.

Mit Material von Reuters.

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