Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Lisa Su Wie die AMD-Chefin auf Augenhöhe zu Intel gelangen will

Die Elektroingenieurin hat den Chiphersteller AMD aus der Versenkung geholt. Jetzt setzt sie den Weltmarktführer mit einer riesigen Übernahme unter Druck.
29.10.2020 - 03:46 Uhr Kommentieren
Mit dem Kauf des Konkurrenten Xilinx erhöht die AMD-Chefin den Druck auf den Rivalen Intel. Quelle: AMD
Lisa Su

Mit dem Kauf des Konkurrenten Xilinx erhöht die AMD-Chefin den Druck auf den Rivalen Intel.

(Foto: AMD)

München Als Lisa Su im Oktober 2014 auf dem Chefsessel von AMD Platz nahm, war eine Aktie des kalifornischen Chipherstellers für drei Dollar zu haben. Mittlerweile kosten die Papiere fast das 30-Fache. Das nützt die promovierte Elektroingenieurin jetzt aus für den ganz großen Sprung: Die 50-Jährige übernimmt den Wettbewerber Xilinx für 35 Milliarden Dollar – und zahlt in Aktien.

Dass es überhaupt so weit kam, ist ihr Verdienst. Beim Amtsantritt von Su stand der Konzern aus dem Silicon Valley mit dem Rücken zur Wand. Weltmarktführer und Erzrivale Intel war enteilt, technisch und finanziell. Bis heute ist AMD viel kleiner als Branchenführer Intel. Aber das Geschäft wächst rasant, die Prozessoren sind inzwischen Weltklasse. Im dritten Quartal ist der Umsatz um mehr als die Hälfte in die Höhe geschossen.

Damit nicht genug: Su scheint sich für das überlegene Geschäftsmodell entschieden zu haben. Sie bezieht ihre Prozessoren, das Gehirn eines jeden Rechners, von TSMC, dem weltweit führenden Auftragsfertiger. Das spart Milliarden für Maschinen und sichert AMD den Zugang zu den modernsten Produktionsabläufen. Intel hingegen leistet sich teure eigene Werke und hinkt TSMC seit Jahren doch nur hinterher.

Mit Xilinx könnte Su nun endgültig auf Augenhöhe zu Intel gelangen. Sie drängt in Wachstumsbereiche, die auch Intel im Auge hat, den Mobilfunkstandard 5G etwa; sie will die Rechenzentren erobern und ins Geschäft mit der Autoindustrie einsteigen. AMD beliefert bislang vor allem Computerhersteller und Anbieter von Spielekonsolen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    An der Börse ist der Aktienkurs zwar deutlich zurückgegangen, seit es Mitte Oktober erste Gerüchte über den bevorstehenden Deal mit Xilinx gab. Dass sich die Investoren nicht in großem Stil abgewandt haben, hat aber einen entscheidenden Grund: Su vermeidet die Fehler der Vergangenheit. 2006 hatte sich AMD mit einer milliardenschweren Übernahme des Grafikkarten-Spezialisten ATI hochverschuldet und jahrelang schwer darunter gelitten. Weil sie in Aktien bezahlt, muss Su nun keine Kredite aufnehmen. Mehr noch: Mit Xilinx wird AMD sogar noch profitabler.

    Keine Sorgen mehr ums Geschäft

    Entscheidungsfreudig war Su vom ersten Tag an als CEO. Nach einer Woche im Amt strich sie bereits 700 von damals 10.000 Stellen. Anschließend setzte sie nach und nach eine ganze Reihe Topmanager vor die Tür. Doch die Börse hatte anfangs wenig Vertrauen in die Neue: Nach ihrer Ernennung stürzte der Kurs ab, Analysten stuften die Aktie herunter.

    Dabei gab es an ihrer fachlichen Eignung nie einen Zweifel. Bevor Su bei AMD anfing, war sie Technik-Chefin beim Autochip-Spezialisten Freescale, einem Wettbewerber des Münchener Dax-Konzerns Infineon. Zuvor arbeitete sie beim IT-Riesen IBM unter anderem als technische Assistentin des langjährigen Vorstandschefs Lou Gerstner.

    Su ist in Taiwan geboren, in frühen Jahren wanderten ihre Eltern in die USA aus. Sie wuchs in New York auf, studierte und promovierte am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Sorgen ums Geschäft muss sich Su heute nicht mehr machen, im Gegenteil: Es läuft trotz Coronakrise glänzend. Sie verspricht fürs laufende Quartal einen Umsatz von rund drei Milliarden Dollar, gut zehn Prozent mehr, als Analysten erwartet hatten.

    Mehr: Der große Boom in der Chipindustrie

    Startseite
    Mehr zu: Lisa Su - Wie die AMD-Chefin auf Augenhöhe zu Intel gelangen will
    0 Kommentare zu "Lisa Su: Wie die AMD-Chefin auf Augenhöhe zu Intel gelangen will"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%