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Luka Mucic im Interview SAP-Finanzchef: „Wir sparen nicht an den Mitarbeitern“

Kosten für Personalabbau und eine Übernahme drücken auf den Gewinn von SAP. Der Finanzchef erklärt, wie er die Profitabilität deutlich steigern will.
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SAP-Finanzchef Mucic: „Wir sparen nicht an den Mitarbeitern“ Quelle: Bloomberg/Getty Images
SAP-Finanzchef Luka Mucic

„Wir beabsichtigen, unsere Ziele bis 2023 ohne Restrukturierung zu erreichen.“

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Walldorf Vor allem höhere Ausgaben für das laufende Abfindungsprogramm und die aktienbasierte Vergütung haben den Gewinn von Europas größtem Softwareanbieter SAP im zweiten Quartal geschmälert. Unterm Strich ging das Ergebnis um 19 Prozent auf 582 Millionen Euro zurück. Finanzchef Luka Mucic spricht über die Folgen.

Herr Mucic, die Verbesserung der Profitabilität geht langsamer voran als gedacht. Worauf müssen sich Aktionäre einstellen?
Die Aktionäre können sich darauf verlassen, dass SAP wie in der Vergangenheit alle Ziele sicher erfüllt. Im ersten Halbjahr haben wir das Fundament dafür gelegt, dass es auch in diesem Jahr gelingt. Insbesondere im Cloud-Geschäft, das immer mehr zum Wachstumstreiber wird, haben wir signifikante Effizienzfortschritte gemacht. Man darf aber nicht vernachlässigen, dass wir durch den Zukauf von Qualtrics einigen Gegenwind hatten.

Die Aktionäre sind trotzdem enttäuscht. War das Erwartungsmanagement falsch?
Wir betreiben ja kein Erwartungsmanagement nach Quartalen, sondern orientieren uns am Gesamtjahr und am mittelfristigen Ausblick. Wenn sich im Softwarelizenzgeschäft einige Aufträge verschieben wie jetzt wegen des Handelsdisputs in Asien, kann das schon zu einer Veränderung der Marge führen – dagegen kann das Management nicht ankämpfen, aber das sollte man nicht überinterpretieren.

Wie wird sich der Handelskonflikt langfristig bemerkbar machen?
Wir glauben, dass sich die Nachfrage in Asien für SAP mittelfristig ähnlich positiv entwickeln wird wie beim Brexit. Die Kunden beschäftigen sich jetzt damit, wie sich ihre Wertschöpfungsketten neu aufstellen und risikofreier gestalten können, da spielen Softwarelösungen eine strategische Rolle. Der ein oder andere Abschluss dauert vielleicht länger, kann dann aber sogar noch größer ausfallen als geplant.

Das Cloud-Geschäft läuft inzwischen deutlich profitabler. Welche Faktoren machen sich bemerkbar?
Wir machen Fortschritte quer über alle Geschäftsmodelle, da muss man auf jedes einzelne schauen. Ein Beispiel: Unsere Personallösung Success Factors, die unser größtes Cloud-Angebot ist, läuft jetzt auf unserer eigenen Datenbank Hana. Damit zahlen wir keine Lizenzgebühren mehr an andere Hersteller, und wir müssen nicht mehr zwei IT-Landschaften pflegen.

SAP muss die Kosten in den Griff bekommen. Wie wird sich das für die Mitarbeiter bemerkbar machen?
Wir sparen mit Sicherheit nicht an unseren Mitarbeitern – das Ausbildungsbudget haben wir zum Beispiel weiter angehoben. Auch bei der Arbeitsumgebung und der IT sind wir überall auf dem neuesten Stand. Wir müssen der Belegschaft frühzeitig vermitteln, in welchen Bereichen wir investieren und welche Fähigkeiten man braucht, um dort zu reüssieren. Das hohe Engagement zeigt, dass uns das auch gelingt.

Einige Mitarbeiter fürchten, dass es bei SAP bald schon wieder eine Restrukturierung geben könnte…
Nein, das ist nicht geplant. Wir beabsichtigen, unsere Ziele bis 2023 ohne Restrukturierung zu erreichen. Daran halten wir fest.

Sie sparen an anderen Stellen – und haben zum Beispiel einen kleinen Geschäftsbereich verkauft. Wird es in Zukunft mehr solcher Deals geben?
Wir betreiben in der Tat ein aktives Portfoliomanagement. Bereiche, in denen wir strategisches Wachstumspotenzial sehen, bauen wir weiter aus. Umgekehrt denken wir darüber nach, Geschäftsfelder, die nicht strategisch und nicht so profitabel sind, in andere Hände zu geben. Ich will nicht ausschließen, dass es in kleinerem Umfang weitere Aktivitäten geben wird. Wir bereinigen außerdem unser Portfolio, wo es aus historischen Gründen Überlappungen gibt.

Herr Mucic, vielen Dank für das Interview.

Mehr: Der Softwarekonzern SAP will die Profitabilität deutlich steigern. Im zweiten Quartal ist das nur bedingt gelungen, trotz des boomenden Cloud-Geschäfts.

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