Macbook Apple zieht alle Stecker bis auf einen

Apple überträgt das Highlander-Prinzip auf den Laptop: „Es kann nur einen geben". Er ist leichter, dünner, leiser und wirft alle Stecker über Bord. Mit einem Kniff macht das Unternehmen daraus die Goldklasse der Laptops.
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Apple-Marketingchef Phil Schiller stellt das neue Macbook vor. Das Gerät gibt es nicht nur in Silber, sondern auch in Gold. Quelle: ap
Apple Macbook

Apple-Marketingchef Phil Schiller stellt das neue Macbook vor. Das Gerät gibt es nicht nur in Silber, sondern auch in Gold.

(Foto: ap)

San FranciscoMit seinem neuen, schlicht „MacBook“ getauften Notebook beschreitet Apple mal wieder neue Wege. Dabei heißt es auch Abschiednehmen zu USB-Kabeln, HDMI-Monitorverbindungen und allen Ladegeräten, die man für Apple-Laptops je gekauft hat. Sie passen nun nicht mehr.

Das gilt auch für Apples eigenen MagSafe-Stecker. Die magnetische Verbindung hatte Apple als Sicherheitsfaktor hoch gelobt, doch jetzt ist sie auf einmal veraltet. Überhaupt bleibt nur noch eine einzige Steckverbindung in dem 907 Gramm schweren Gerät: ein USB-C-Port. Anders wäre die Rasierklingenform des an seiner stärksten Stelle nur noch 13,1 mm dicken Computers wohl auch gar nicht zu realisieren gewesen.

„Das neue MacBook zeigt Apples Entschlossenheit die Lektionen, die im Mobilmarkt gelernt wurden, auf den Laptop-Bereich zu übertragen“, so Frank Gillett vom Marktforscher Forrester Research. „Auf Dauer wird das Gerät das MacBook Air ersetzen“, so Gillett, was schon die Namensgebung nahelege. Aber er sieht auch Probleme: „Zuerst einmal muss der Verbraucher an die extreme Reduzierung auf nur noch einen einzigen Stecker, den USB-C-Connector, gewöhnt werden.“

Das neue Laptop von Apple hat nur noch einen einzigen Eingang für Stecker. Quelle: Reuters
USB-C

Das neue Laptop von Apple hat nur noch einen einzigen Eingang für Stecker.

(Foto: Reuters)

Der USB-C-Port ermöglicht laut Apple das Laden mit einer höheren Wattzahl. Zudem soll er so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau der Computeranschlüsse werden: Er vereint den USB 3.1-Datentransfer der ersten Generation (5 Gbit/s) und den Monitoranschluss DisplayPort 1.2 in einem Stecker, der nur ein Drittel der Größe eines herkömmlichen USB-Anschlusses hat. Viel Datenverkehr sieht Apple dafür dennoch nicht vor.

Das MacBook is laut Apple gemacht „für eine Welt ohne Kabel.“ Das Unternehmen empfiehlt, für den Datentransfer in erster Linie Apples AirDrop zu nutzen. Filme könne man mit AirPlay auf einem Flachfernseher schauen. Dafür muss man allerdings für 69 Euro die Apple-TV-Box dazukaufen.

Durch extreme Miniaturisierung ist es Apple gelungen, das schon dünne MacBook Air um 24 Prozent zu unterbieten. Ein Teil davon beruht auf einer neuentwickelten Tastatur-Technik. Die vollwertige Tastatur ist jetzt 34 Prozent dünner als der Vorgänger. Jede Taste hat zudem eine individuelle Hintergrundbeleuchtung mit eigenen Einzel-LED.

Dem Display mit einer Diagonale von 12-Zoll fehlt allerdings die im Mobil-Bereich nicht mehr wegzudenkende Touch-Screen-Funktion, wie sie bei der Windows-Konkurrenz immer beliebter wird. Dafür reduzierte Apple die Stärke auf 0,88 Millimeter und bietet 2304 x 1440 Bildpunkte.

Weiterentwicklungen zeigen sich auch beim Touchpad, dem Maus-Ersatz vor der Tastatur. Dank Force Touch-Technik wie bei der Apple Watch erkennt das MacBook jetzt sanften oder starken Druck und löst daraufhin unterschiedliche Funktionen aus, die sich je nach Anwendung unterscheiden können. Ein Intel Core M-Prozessors, der mit nur 5 Watt Leistung auskommt, bildet die Basis für einen lüfterlosen Betrieb.

Mit einem 1,1 Ghz-Zweikern-Prozessor, 8 GB Arbeitsspeicher und 256 GB-Flash-Festplatte wird das Gerät in Deutschland ab 1.449 Euro angeboten werden. Und wer es satt hat, im Konferenzraum den gleichen silbernen Laptop wie die anderen Kollegen vor sich auf dem Tisch zu haben, der kann sich das MacBook auch anderen Farben bestellen - passend zum iPhone, also neben Silber auch in Grau und natürlich in Gold.

Der Verkauf beginnt ab dem 10. April.

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2 Kommentare zu "Macbook: Apple zieht alle Stecker bis auf einen"

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  • Und wie schliesse ich jetzt mein Macbook an einen Beamer an, wenn ich es gleichzeitig laden möchte? Ich bin zwar auch Applenutzer aber fürs Macbook reicht mir das nicht aus. Da hätte man lieber erstmal mit dem Air anfangen sollen.

  • Well done, APPLE;–)

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