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Magenta Eins Plus Telekom will mit „Rundum-sorglos-Paket“ die Kunden binden

Unbegrenztes Datenvolumen, keine Kündigungsfrist: Die Deutsche Telekom wirbt mit einem neuen Paket für Festnetz und Mobilfunk – ab 80 Euro im Monat.
22.09.2020 - 16:13 Uhr 1 Kommentar
Der Konzern will mehrere Produkte in einem Tarif bündeln. Quelle: dpa
Deutsche Telekom

Der Konzern will mehrere Produkte in einem Tarif bündeln.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Wie viel Datenvolumen ist noch übrig? Von welchem Konto geht die Gebühr ab? Und wann läuft noch mal die Kündigungsfrist aus? Wenn es um Telekommunikation und Internet geht, haben viele Verbraucher den Überblick verloren.

Die Deutsche Telekom will es ihren Kunden einfacher machen: Der Dax-Konzern hat am Dienstag ein neues Paket angekündigt, das Festnetz und Mobilfunk in einem Vertrag kombinieren soll, und zwar auch für Familie und Freunde.

„Magenta Eins Plus“, so der Name, schließe alle Leistungen für zu Hause und unterwegs ein, sagte Michael Hagspihl, Geschäftsführer Privatkunden. Kunden erhalten deutschlandweit ein unbegrenztes Datenvolumen und können auch den neuen Mobilfunkstandard 5G nutzen.

Für Familienmitglieder und Freunde erhalten sie zusätzliche Anschlüsse. Auf eine Mindestlaufzeit verzichtet der Konzern – das ist ein Novum. Es handle sich um „nichts weniger als eine Tarifrevolution“, wählte Hagspihl große Worte.

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    Das mag für die Deutsche Telekom stimmen, nicht jedoch für den Markt: Die einzelnen Elemente des neuen Tarifs gibt es bei anderen Anbietern auch, ebenso die Bündelung verschiedener Produkte. „Konvergenz ist der große Trend in der Telekommunikationsbranche“, sagt Wolfgang Donie, Analyst für Technologiefirmen bei der NordLB.

    Mit der Kopplung steige die Kundenbindung, erläuterte Donie. Das ändere sich auch durch den Wegfall der Mindestvertragslaufzeit nicht grundsätzlich: Die Flexibilität mache den Tarif zwar für die Kunden attraktiver – „ob sie wirklich wechseln, steht auf einem anderen Blatt“. Die Hoffnung: Wenn Nutzer ein Rundum-sorglos-Paket haben, vergleichen sie ihren Tarif nicht mit der Konkurrenz.

    Neuer Tarif ab 80 Euro im Monat

    Die Deutsche Telekom bietet mit „Magenta Eins“ bereits seit sechs Jahren ein Paket aus Festnetz und Mobilfunk an. Mehr als 4,8 Millionen Kunden nutzen es derzeit. Zufriedenheit und Loyalität seien besonders hoch, betonte Hagspihl. Nun wolle das Unternehmen „den nächsten Schritt auf der Konvergenzreise“ gehen.

    Magenta Eins Plus bietet eine Bandbreite von mindestens 100 Megabit pro Sekunde im Festnetz, dazu ein unbegrenztes Datenvolumen und Flatrates für Telefonie und SMS in Deutschland. Das soll je nach Geschwindigkeit 80 oder 90 Euro im Monat kosten.

    Für Familie, Freunde oder Wohngemeinschaften, vom Konzern als „Community“ bezeichnet, könne man einfach Anschlüsse dazubuchen. Mit dem Paket müsse man sich um das Kommunikationsbudget keine Sorgen mehr machen, sagte Hagspihl.

    Der Geschäftsführer Privatkunden bei der Telekom sieht im neuen Angebot eine „Tarifrevolution“. Quelle: Bloomberg
    Telekom-Manager Michael Hagspihl

    Der Geschäftsführer Privatkunden bei der Telekom sieht im neuen Angebot eine „Tarifrevolution“.

    (Foto: Bloomberg)

    Die Deutsche Telekom reagiert damit auf mehrere Trends. „Die Kunden sind bereit, für Bequemlichkeit und Zuverlässigkeit einen Aufpreis zu zahlen“, sagt ein unabhängiger Marktbeobachter. Vielen sei etwa wichtig, sich nicht über das Datenvolumen, Kündigungsfristen oder die Verwaltung der Verträge Gedanken zu machen.

    Was der Telekom hilft: Die Marke mit dem Magenta-Logo hat ein hohes Ansehen. So hat der Marktführer verschiedenen Tests zufolge das beste Mobilfunknetz und eine hohe Servicequalität. Und er kann Mobilfunk und Festnetz aus einer Hand anbieten, ähnlich wie Konkurrent Vodafone, der deswegen Kabel Deutschland übernommen hat. Mit diesen Argumenten will der Dax-Konzern die Kunden enger an sich binden und ihnen zusätzliche Produkte verkaufen.

    Mit dem Paket versucht die Telekom gleichzeitig, eine Schwäche zu kaschieren: Beim Ausbau des Glasfasernetzes bis zu den Haushalten – im Fachjargon „Fiber to the Home“ (FTTH) genannt – sind andere Anbieter stellenweise weiter. Den neuen Tarif gibt es bislang nicht mit einem Glasfaseranschluss, das soll erst später erfolgen.

    Die Telekom kündigte am Dienstag zudem neue Dienstleistungen an. So können Kunden für knapp 100 Euro ein Installationspaket buchen, bei dem ein Techniker die Technik zu Hause einrichtet, inklusive einer Optimierung des WLAN-Netzes. Oft sei die Bandbreite zwar verfügbar, aber die schlechte Verbindung verhindere, dass Kunden sie nutzen, sagte Ferri Abolhassan, Geschäftsführer Service. Und ab rund sieben Euro im Monat können Kunden „Rundum-sorglos-Pakete für alle digitalen Anwendungen“ buchen, die Beratung an der Hotline und Vor-Ort-Beratung einschließen.

    „Es gibt ein Kundensegment, das bereit ist, für guten Service Geld zu zahlen“, sagte der Experte, der in der Telekommunikationsbranche tätig ist. Diese Nutzer könnten frühere Monopolisten wie die Deutsche Telekom besonders gut ansprechen: Da sie aufgrund ihrer Historie in der Regel deutlich mehr Personal haben als ihre Konkurrenten, könnten sie einen größeren Aufwand betreiben – und nun aus der Not eine Tugend machen.

    Mehr: Die Telekom kämpft erbittert um ihr Magenta – Pinkbus muss umlackieren

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    1 Kommentar zu "Magenta Eins Plus: Telekom will mit „Rundum-sorglos-Paket“ die Kunden binden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Tschüss Telekom. In Oberursel wurde Glasfaser verlegt - jedoch nicht für Business-Kunden der Telekom!
      "Sie können das Glasfaser ja noch dazubuchen - dann können Sie damit auch Fernseh schauen ..."
      So kann ich nur sagen Preis/Leistung und Service ist skandalös schlecht.
      Zum Glück gibt es noch Kabel und andere Anbieter.

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