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Management Digitalisierung ist bei vielen Dax-Konzernen keine Chefsache

Alle reden über Digitalisierung – aber viele Unternehmen kümmern sich nicht richtig darum: Nur in jedem zweiten Dax-Vorstand ist das Thema fest verankert.
03.11.2020 - 06:43 Uhr Kommentieren
Die Digitalisierung ist für die Wirtschaft ein Topthema – nur die Hälfte der Dax-Konzerne benennt dafür im Vorstand jedoch einen Verantwortlichen. Quelle: dpa
Roboter und Mensch Hand in Hand

Die Digitalisierung ist für die Wirtschaft ein Topthema – nur die Hälfte der Dax-Konzerne benennt dafür im Vorstand jedoch einen Verantwortlichen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Auf Konferenzen, bei Vorträgen und in Interviews betonen Manager stets die Bedeutung der Digitalisierung. In vielen der 30 Dax-Konzerne ist das Thema trotzdem keine Chefsache: Nach einem Forschungsbericht der FOM-Hochschule Köln-Essen und der Universität Duisburg-Essen benennt nur die Hälfte der 30 Unternehmen im Vorstand eine Zuständigkeit für das Thema oder verfügt im Führungsgremium über Digitalisierungsexpertise. In den Aufsichtsräten bestehe ebenfalls Nachholbedarf.

Die Studienautoren halten diese Situation für bedenklich. „Die Digitalisierung ist ein hochstrategisches Thema, deswegen gehört es auf die Vorstandsebene“, sagte Dirk Stein, Professor mit dem Schwerpunkt Entrepreneurship und Digital Business an der FOM, dem Handelsblatt.

Die Technologie ermögliche nicht nur Produktivitätssteigerungen, sondern auch strategische neue Produkte und datengetriebene Geschäftsmodelle. Diese Möglichkeiten gelte es unbedingt ganzheitlich mitzudenken.

Bei der Auswertung berücksichtigen die Wissenschaftler zum einen die formellen Zuordnungen bei den Unternehmen. So benennen sieben Dax-Konzerne in ihren Vorständen Verantwortliche für die Digitalisierung. Zum anderen ziehen sie die Lebensläufe der Manager heran. In acht Fällen kommen die Forscher zum Urteil, dass diese Digitalkompetenz aufweisen. Grundlage sind die Geschäftsberichte für 2019.

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    Damit die Digitalisierung erfolgreich sei, brauche es in den Führungsetagen Köpfe mit dem nötigen digitalen Know-how, sagt Tobias Kollmann, Professor für E-Business an der Universität Duisburg-Essen. Er hält deswegen die Berufung eines Chief Digital Officer (CDO) in den Vorstand für sinnvoll, sofern dort noch kein Digitalspezialist vorhanden ist.

    „Alle Geschäftsbereiche müssen langfristig Digitalkompetenz aufbauen, aber auf dem Weg dahin kann ein CDO auf Vorstandsebene das Thema kurzfristig anschieben und dann auf Dauer koordinieren“, ist der Ökonom überzeugt.

    Auch in den Aufsichtsräten muss sich mehr tun. Diese seien aufgrund ihres Mandats verpflichtet, in der „digitalen Transformation eine Schlüsselrolle einzunehmen“, heißt es in der Studie. Nur 17 Dax-Konzerne benennen indes auf der Arbeitgeberseite die Verantwortlichkeit für die Digitalisierung oder weisen dort Sachverstand auf. Auf der Arbeitnehmerseite ist die Situation noch schlechter.

    Um der Digitalisierung bei der Strategie und Führung eine größere Rolle einzuräumen, sollte sie bei der Vergütung berücksichtigt werden, etwa in Form von variablen Komponenten, fordern die Autoren – bislang sei das bei rund einem Viertel der Dax-Konzerne der Fall. Bei den Vorständen von SAP etwa ist ein Teil des Bonus mit der Entwicklung des Zukunftsgeschäfts mit dem Cloud-Computing verknüpft.

    Ein Ranking haben die Forscher nicht erstellt. Als Positivbeispiel nennen sie aber Siemens, das sowohl beim Management als auch in der Kommunikation gegenüber Investoren im Geschäftsbericht „sehr glaubwürdig“ auftrete. Auch Merck gehe die Digitalisierung ganzheitlich an.

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