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Marianne Janik Die neue Chefin von Microsoft Deutschland muss Datenschutz und Geschäft ausbalancieren

Marianne Janik hat ein Geschäft übernommen, das stark von der Digitalisierung profitiert. Doch die gut gehenden Cloud-Dienste stehen in der Kritik.
13.02.2021 - 15:02 Uhr Kommentieren
Die Managerin leitet Microsoft Deutschland seit November.
Marianne Janik

Die Managerin leitet Microsoft Deutschland seit November.

Die Bilanz der gut 100 Tage, die Marianne Janik Microsoft Deutschland leitet, lässt sich auf zweierlei Arten lesen. Das Geschäft läuft exzellent: Namhafte Kunden wie Commerzbank und Volkswagen haben jüngst Partnerschaften mit dem US-Softwarehersteller angekündigt. „Was man in Deutschland ausgeprägter sieht als anderswo: Die Krise hat enorm zu einem Digitalisierungsschub beigetragen“, sagt die 55-jährige Managerin. „Jetzt ist die Offenheit da.“

Andererseits sind da unbequeme Diskussionen, die zusehends die Öffentlichkeit beschäftigen. Der Einsatz der Kommunikationssoftware Teams für den Fernunterricht ist umstritten, in Gaia-X formiert sich eine Initiative, die europäischen Unternehmen mehr Souveränität gegenüber ausländischen Konzernen ermöglichen soll. Und nun stellen einige Datenschützer infrage, ob die Verarbeitung personenbezogener Daten über amerikanische Cloud-Dienste rechtmäßig ist.

Es ist ein Zwiespalt, den IT-Unternehmen aus den USA in Deutschland kaum vermeiden können. Und es dürfte ein Grund dafür sein, warum speziell Janik die Aufgabe von Sabine Bendiek übernommen hat, die zu SAP wechselt.

Als Chefin der schweizerischen Landesgesellschaft hat Janik ihr Geschick als Managerin bewiesen. Als frühere Leiterin des Bereichs „Public Service“ und Juristin versteht sie sich auf die öffentliche Debatte mit der Politik. Ihr Hintergrund erleichtere „den Zugang zu diesen Diskussionen“, formuliert sie es im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das wird auch für ihren Erfolg ein wichtiger Faktor sein.

Microsoft ist ein Profiteur der Pandemie

Bei Microsoft läuft das Geschäft derzeit ausgezeichnet: Im abgelaufenen Quartal steigerte der Konzern den Umsatz um 17 Prozent auf 43,1 Milliarden Dollar, deutlich mehr als von Analysten erwartet. Wegen der Corona-Pandemie verlagern immer mehr Unternehmen ihre Geschäftsprozesse in die Cloud. Davon profitiert das IT-Unternehmen, das sich unter CEO Satya Nadella auf diese Technologie fokussiert hat.

Da ist die Plattform Azure, über die Kunden flexibel Zugriff auf Speicherplatz und Rechenleistung erhalten, aber auch auf Anwendungen. „Die Transparenz über die Lieferkette ist gerade ein großes Thema“, nennt die Managerin ein Beispiel. Erst kürzlich hat die Spedition DB Schenker angekündigt, einen wichtigen Teil ihrer IT über Azure zu betreiben.

Und es gibt den Dienst Teams für die digitale Kommunikation. Bei Janik fragen Vorstände mitunter persönlich nach, welche neuen Funktionen geplant sind – nicht selten ergänzt um Vorschläge für die Produktentwicklung.

Der Konzern positioniert das Programm als Plattform, „die jedem Unternehmen die Möglichkeit gibt, sehr agil alle möglichen Applikationen zu integrieren“, so Janik – beispielsweise von SAP. So, wie früher in Unternehmen Windows nicht wegzudenken war, soll künftig Teams unabkömmlich sein.

Einige Datenschützer in Deutschland argumentieren derweil, dass amerikanische Cloud-Anbieter wie Microsoft die Daten von Kunden auf Anforderung den Geheimdiensten ausliefern müssen. Das Unternehmen hält die eigene Praxis für rechtmäßig, verspricht Kunden aber zugleich, staatliche Anfragen anzufechten und sogar Entschädigungen zu zahlen, sollte es entgegen der Zusicherung zu Zugriffen auf Daten kommen.

Datenschutz spiele in Kundengesprächen stets eine wichtige Rolle, sagt die Juristin, die über „Die Exportkontrolle von Dual-Use-Gütern“ promoviert hat. „Die Kunden schätzen, dass wir damit sehr transparent und engagiert umgehen.“ Ein „gewisser Pragmatismus, wenn man das Thema mal durchdrungen hat“, sei aber wichtig.

Diese „Sowohl-als-auch“-Haltung ist gerade im Geschäft mit dem öffentlichen Sektor wichtig, wo Microsoft stark vertreten ist. Derzeit verhandelt der Konzern mit der Bundesregierung über die Einrichtung einer Cloud-Infrastruktur – ein Großauftrag. Eines der größten Bedenken in der Politik: der Datenschutz.

Mehr: Volkswagen arbeitet mit Microsoft an Software für selbstfahrende Autos

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