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Masayoshi Son So plant der Softbank-Gründer seinen Mega-Buy-out

Masayoshi Son will den Konzern schrittweise von der Börse nehmen. Doch woher soll er die Milliarden nehmen, um die Aktionäre herauszukaufen?
15.12.2020 - 13:35 Uhr Kommentieren
Der Milliardär will seinen Softbank-Konzern von der Börse nehmen. Quelle: Reuters
Masayoshi Son

Der Milliardär will seinen Softbank-Konzern von der Börse nehmen.

(Foto: Reuters)

Tokio Die vergangene Woche hätte besser kaum laufen können für Masayoshi Son. Der Börsengang des kalifornischen Essenslieferdienstes Doordash spülte Sons Softbank-Konzern ein Vermögen in die Kassen: Etwa 9,2 Milliarden Euro reicher war der japanische Technologieinvestor, dem 20 Prozent der Anteile an Doordash gehören, am Ende des ersten Börsentags des Lieferdiensts – ein Gewinn von satten 375 Prozent aufs Investment.

Der Erfolg ließ den Aktienkurs von Softbank prompt auf ein 20-Jahres-Hoch springen. Der Marktwert von Softbank ist damit seit dem Tiefpunkt im März um rund 160 Prozent gestiegen. Das Wework-Debakel, bei dem Sons Vision Fund im vergangenen Jahr gut 14 Milliarden Euro verloren hatte, schien für einen Moment vergessen.

Son kann die Milliarden gut gebrauchen, denn er hat viel vor in den kommenden Monaten. Der reichste Mann Japans will dem Vernehmen nach Ernst machen und ein Lieblingsprojekt vorantreiben, von dem er bereits seit Jahren spricht: Son will die Softbank Group von der Börse nehmen.

Dazu will er laut Berichten in einem sogenannten Slow-Burn-Buy-out nach und nach Aktien zurückkaufen, bis sein Anteil groß genug sei, um die verbliebenen Investoren mit einem Squeeze-out zum Verkauf ihrer Aktien zu zwingen. Die Schneckentempo-Strategie hätte den Vorteil, dass Son einerseits den richtigen Zeitpunkt abpassen könnte, um eigene Aktien zu kaufen, wenn die Kurse tief sind. „Wenn unsere Aktien fallen, werde ich mehr Aktien aggressiver zurückkaufen“, sagte er bereits im November.

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    Gemunkelt wird, dass Son durch seine Verzögerungstaktik versuchen könnte, die bei einem formellen Buy-out anfallenden Abfindungen von bis zu 25 Prozent des Aktienwerts zu vermeiden. Nach japanischem Recht kann Son von anderen Aktionäre die Übergabe ihrer Papiere verlangen, wenn er 66 Prozent der Anteile hält.

    Was Sons Vorhaben so tollkühn erscheinen lässt, ist die schiere Größe von Softbank. Das Unternehmen hat einen Marktwert von rund 120 Milliarden Euro. Noch niemand hat einen Buy-out in dieser Größenordnung durchgezogen. Experten schätzen, dass es Softbank mindestens noch ein weiteres Jahr kosten dürfte, genügend Kapital für die Übernahme einzusammeln.

    Son hält derzeit rund 27 Prozent an Softbank. Der Wert der Aktien, die nicht in seinem Besitz sind, beläuft sich laut Bloomberg auf rund 72 Milliarden Euro.

    Der nächste Coup ist nicht in Sicht

    Son hatte bereits im Frühjahr angefangen, Vermögenswerte zu verkaufen, um Schulden zurückzuzahlen und Aktien-Rückkäufe zu finanzieren. Bis Juni lud er neben Alibaba-Aktien im Wert von elf Milliarden Euro auch einen großen Batzen seiner Anteile an T-Mobile US Inc. ab. Später kündigte er den Verkauf von Anteilen am Technologiekonzern Nvidia für rund 40 Milliarden Dollar an. Zuletzt erklärte der 63-Jährige, dass sein Barvermögen sich derzeit auf 65 Milliarden Euro belaufe.

    Insider in Tokio sprechen davon, dass sich das Projekt Buy-out als Fehlentscheidung herausstellen könnte. Anstatt Softbank wie von Son propagiert in Richtung Innovation und Disruption zu lenken und weiter rund um den Globus in Start-ups und Zukunftstechnologien zu investieren, könnte sich der Fokus allein auf die Geldbeschaffung verschieben.

    Fraglich ist zudem, welches Ass Son noch im Ärmel zu haben wähnt, um die fehlenden Milliarden einzusammeln. Nach dem Überraschungserfolg von Doordash ist ein nächster Coup erst mal nicht in Sicht.

    Im Management von Softbank scheint Sorge darüber zu herrschen, welchen Kurs ein allein von Son gelenkter Konzern einschlagen würde. Zuletzt ist Son auch durch Fehlinvestitionen aufgefallen. Seine Wetten auf Uber und den indischen Tourismuskonzern Oyo erwiesen sich als Rohrkrepierer.

    Die Partnerschaft mit dem Betrugskonzern Wirecard – mit dreistelliger Millioneninvestition der Japaner – endete bekanntlich ebenfalls in einem Desaster.

    Sons sicheres Händchen, mit dem er vor nunmehr 21 Jahren einem chinesischen Englisch-Lehrer namens Jack Ma 16 Millionen Euro rüberschob, damit der von seinem Küchentisch aus eine Firma namens Alibaba hochziehen konnte, scheint nicht mehr ganz so sicher zu sein.

    Mehr: Softbank beendet riskante Wetten auf Tech-Aktien.

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