Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Medienbericht John Legere könnte neuer Chef von WeWork werden

John Legere, der CEO von T-Mobile US, wird laut einem Medienbericht als Nachfolger des zurückgetretenen WeWork-Chefs Adam Neumann gehandelt. Die Aktien von T-Mobile reagieren.
Update: 11.11.2019 - 22:28 Uhr Kommentieren
T-Mobile-US-Chef John Legere könnte neuer Chef von WeWork werden Quelle: Reuters
John Legere

Wird er der neue WeWork-Chef?

(Foto: Reuters)

Düsseldorf, New York Der Bürovermittler WeWork hat offenbar den T-Mobile-US-Chef John Legere als Nachfolger für den zurückgetretenen CEO Adam Neumann im Blick. Das „Wall Street Journal“ berichtet von Gesprächen zwischen WeWork und Legere und beruft sich dabei auf Insider. Unklar ist, ob es noch weitere mögliche Kandidaten für den Chefposten gibt. T-Mobile-US-Aktien gaben nach Bekanntwerden des Berichts an der Wall Street um mehr als drei Prozent nach.

Nach dem geplatzten Börsengang im September hatte das Start-up Ende Oktober das Rettungspaket von Großinvestor Softbank angenommen. Das sicherte das Überleben des New Yorker Bürovermittlers, war jedoch mit hohen Zugeständnissen verbunden: So musste Gründer Adam Neumann seinen Platz im Verwaltungsrat räumen. Im Gegenzug versorgte Softbank WeWork mit Krediten in Höhe von fünf Milliarden Dollar.

Wie Neumann ist auch Legere als unkonventionelle Führungskraft bekannt. Der 61-Jährige hat die letzten sechs Jahre damit verbracht, T-Mobile US mit einem kämpferischen Stil zu führen. Konkurrenten wurden auf Twitter schon als „Dumm und dümmer“ verspottet. Gleichzeitig hat Legere Millionen neuer Mobilfunkkunden in den USA angelockt und die anstehende Übernahme von Sprint eingeleitet.

Artie Minson und Sebastian Gunningham führen bei WeWork seit dem erzwungenen Rücktritt Neumanns als Co-CEOs die Geschäfte. Doch für den Großinvestor Softbank scheint das Duo nur eine Zwischenlösung zu sein, das schon im kommenden Jahr durch einen hochkarätigen Kandidaten ersetzt werden soll.

37 Millionen Dollar Bonus

Dafür, dass Legere nicht mehr sehr lange bei T-Mobile bleibt sprechen auch Dokumente, die das Unternehmen im Zuge der geplanten Fusion mit Sprint bei der Börsenaufsicht SEC hinterlegt hat: Aus dem „Legere Amendment“ geht hervor, dass der Manager für die Fusion einen Bonus von 37 Millionen Dollar bekommt.

Die erste Hälfte davon erhält er bei Abschluss der Fusion oder wenn sein Amt am 30. April 2020 ausläuft. Die zweite Hälfte bekommt er nur, wenn die Fusion tatsächlich durchgeht. Dann erhält er die 18,5 Millionen Dollar allerdings sofort.

Das bedeutet, dass Legere bei Gelingen der Fusion den kompletten Bonus sofort einstreichen kann. Beobachter rechnen daher damit, dass er sich innerhalb von wenigen Monaten nach der Fusion aus dem Unternehmen verabschiedet.

Auch die Tatsache, dass der Bonus für den COO und potenziellen Legere-Nachfolger Mike Sievert länger gestreckt ist, weist auf einen Wechsel an der Spitze hin. Seine Auszahlung des Bonus ist laut SEC-Dokumenten an bis zu dreijährige Fristen gebunden. Außerdem sitzt Sievert bereits als Präsident im Aufsichtsrat. Das ist in den USA eher ungewöhnlich für ein amtierendes Vorstandsmitglied, das nicht CEO ist. Legere hatte Sievert kurz nach seinem Start bei T-Mobile ins Unternehmen geholt.

Sollte Legere tatsächlich von der Telekom-Tochter zu WeWork wechseln, wäre es für ihn nicht das erste Mal, dass er gerufen wird, um ein kriselndes Unternehmen wiederzubeleben. Bei T-Mobile ist das dem Manager gelungen.

Die Deutsche Telekom wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Der Konzern kommentiere keine Personalspekulationen, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage.

Legere ist für seine Energie und seinen Elan bekannt. Er scheut nicht davor zurück, vor laufender Kamera in Magenta-rosa zu tanzen, durch Washington zu joggen oder sich die Haare zu färben. Die sozialen Medien beherrscht er perfekt und ist auch als Hobby-Koch ständig mit seinen Followern im Kontakt.

Plötzlich kalter Wall-Street-Typ

Auch seine Wandlungsfähigkeit ist legendär. Vor 17 Jahren hatte er nach zwei Jahrzehnten bei AT& T und ein paar Jahren bei Dell den Chefposten des angeschlagenen Telekom-Unternehmens Global Crossing übernommen. Dort spielte er nicht den menschennahen Manager wie bei T-Mobile, sondern den kalten Wall-Street-Typen.

Als er sich im Kongress für seine millionenschwere Bezahlung rechtfertigen musste, obwohl er Tausende Stellen strich, saß er mit gegelten Haaren und dunklen Anzug wie ein Gordon-Gecko-Verschnitt vor den Politikern. Auf die Frage, wie viele normale Mitarbeiter von seinem Gehalt und Boni bezahlt werden könnten, antwortete er nur: „Ich rechne grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit.“

Man kann gespannt sein, wie er seine potenzielle Rolle bei WeWork ausfüllen wird.

Mehr: Der Bürovermieter hat eine bevorstehende Pleite abgewendet, doch auf dem Unternehmen lasten hohe Schulden und Mietverpflichtungen. Der Weg in die Gewinnzone wird schwer.

Der Handelsblatt Expertencall
  • HB
  • asd
  • kk
  • seu
Startseite

Mehr zu: Medienbericht - John Legere könnte neuer Chef von WeWork werden

0 Kommentare zu "Medienbericht: John Legere könnte neuer Chef von WeWork werden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.