Megaupload-Affäre „Hey DOJ, wir werden die USA gehen“

Sein Fall hat weltweit Schlagzeilen gemacht. Nun hat der deutsche Gründer der Internet-Tauschseite Megaupload der US-Justiz eine Nachricht auf Twitter hinterlassen. Er werde in die USA ausreisen - unter einer Bedingung.
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Der deutsche Internetmillionär ist pleite: Kim Schmitz. Quelle: Reuters

Der deutsche Internetmillionär ist pleite: Kim Schmitz.

(Foto: Reuters)

WellingtonDer deutsche Gründer des Internet-Speicherdienstes Megaupload, Kim „Kim Dotcom“ Schmitz, hat sich gegen finanzielle Unterstützung zu einer Ausreise in die USA bereit erklärt.
Die US-Behörden könnten sich ein langwieriges Auslieferungsverfahren ersparen, indem sie ihm seine Anwalts- und Lebenshaltungskosten erstatteten, bot der in Neuseeland lebende Schmitz am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter an.

„Hey DOJ (Department of Justice, Justizministerium), wir werden in die USA gehen“, schrieb Schmitz alias Kim Dotcom. „Auslieferung nicht nötig. Wir wollen Kaution, Freigabe der eingefrorenen Gelder für Anwälte und Lebenshaltungskosten.“ Das Vermögen des 38-Jährigen war nach seiner Festnahme eingefroren worden.

Schmitz beklagte in der Zeitung „New Zealand Herald“ die „Millionen Dollar“ an Schulden, die er inzwischen für Anwaltskosten angehäuft habe. Er warf der Justiz vor, ihn finanziell austrocknen zu wollen, damit er kein Geld für eine effektive Verteidigung habe.
Dass die USA sein Angebot annehmen würden, glaube er nicht, sagte er der Zeitung. „Sie werden nie zustimmen, weil sie den Fall nicht gewinnen können, und das wissen sie bereits.“

Der gebürtige Deutsche war bei einer Razzia im Januar in Neuseeland festgenommen und einen Monat später gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Sein 2005 gegründetes Internetportal Megaupload wurde geschlossen. Eine Anhörung zum Auslieferungsantrag der USA sollte ursprünglich am 6. August stattfinden, wurde nun aber auf März verschoben.

Megaupload bot seinen Nutzern an, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist nicht illegal, doch die Plattform wurde auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten.
Die US-Behörden werfen Schmitz Verletzung des Urheberschutzes sowie Betrug vor und fordern seine Auslieferung. Sollte Schmitz vor ein US-Gericht gestellt werden, droht ihm die Maximalstrafe von 20 Jahren Haft.

  • afp
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8 Kommentare zu "Megaupload-Affäre: Kim Dotcom an US-Justiz: „Hey DOJ, wir werden in die USA gehen“"

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  • Bis heute ist die Justiz eine glaubwürdige Argumentation schuldig geblieben, warum Megaupload illegal sein sollte.
    Der Inhaber bietet sich allerdings als Sündenbock gemäß vourteilsbezogener vorverurteilung an.
    Ich halte es für äußerst fragwürdig, den Betreiber einer solchen Seite haftbar zu machen, für das Verhalten seiner Kunden.

    H.

  • Ich halte die Haz auf Kim auch für überzogen.Ich sehe das wie mein Vorschreiber: Hier wurde das Recht zu Gunsten einer Lobby gebeugt.

  • Der Schutz der Urheberrechte ist mittlerweile völlig überzogen. Was soll denn das für ein hohes Volksinteresse sein, das hier geschützt wird? Pornos, Musikvideos und die leider meist abartigen Ergüsse aus Hollywood.

    Der Mann hat etwas völlig Legales gemacht.

    Was ist denn das für ein Rechtsverständnis?

  • Habe es nie benutzt und hätte auch keine Bandbreite oder Verwendung für Megaupload gehabt.
    Wenn ich mir das Video ansehe, hat Kim eine kostenlose Cloud angeboten. Das machen andere auch und sogar kostenlos!
    Wenn die User es zum Tausch nutzen ist das sicher fragwürdig aber ob es strafbar ist, halte ich für fraglich.
    Es geht m.E. wieder mal um ein besonderes Rechtssystem, dass sich in alle Bereiche einmischt und manisch depressiv Daten über alle Menschen und deren tägliches Leben sammlen will.
    Der dicke Kieler hätte sicher unbeschadet weiter handeln können, wenn er nicht so dick aufgetragen hätte und nicht so viel Geld gescheffelt hätte.
    Mit Recht hat das nichts zu tun.

  • Das Problem bleibt: Kim Dotcom ist ein eingebildeter Fatzke geworden.

  • Er hat doch nur eine Plattform zur Datenspeicherung zur Verfügung gestellt. Ähnlich wie eine Autovermietung LKWs vermietet. Wieso wird er verantwortlich für die Inhalte der Nutzer gemacht? Der Autovermieter wird ja auch nicht Haftbar gemacht, falls ein Mieter illegale Waren mit dem Wagen transportiert.

    Wahrscheinlich haben die meisten Nutzer die Plattform zur Speicherung von privaten Kopien benutzt - wie soll der Betreiber das feststellen?

    Auch wenn ich den Schmitz sehr unsympathisch finde, rechtlich war das Vorgehen gegen ihn mehr als fragwürdig. Hier wurde das Recht zu Gunsten einer Lobby gebeugt.

  • [+++Beitrag wurde von der Redaktion gelöscht+++]

  • Ich mag die trubokapitalisten dotcoms - wenn Deustchland keine Internetfreundlichen Gestez macht dann ist das Internet 100ms später in einem anderen Labnd!

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