Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Messenger-App Wie schlimm ist WhatsApps Datenweitergabe an Facebook wirklich?

Wer WhatsApps neuen Regeln nicht zustimmt, kann die zu Facebook gehörende App nicht mehr nutzen. Doch private Chats kann Facebook weiterhin nicht mitlesen.
14.01.2021 - 02:34 Uhr 2 Kommentare
Die neue Datenschutzrichtlinie von WhatsApp ließ bei vielen Nutzern die Alarmglocken schrillen. Quelle: AFP
Die Logos von Facebook und WhatsApp

Die neue Datenschutzrichtlinie von WhatsApp ließ bei vielen Nutzern die Alarmglocken schrillen.

(Foto: AFP)

San Francisco Die Nachricht, die WhatsApp-Nutzer in diesen Tagen beim Öffnen des Messengers sehen, verheißt nichts Gutes. „WhatsApp aktualisiert seine Nutzungsbedingungen und seine Datenschutzrichtlinie“, schreibt das zu Facebook gehörende Unternehmen an seine Nutzer.

Unter anderem ginge es darum, wie Unternehmen, heißt es in der Mitteilung, mit „von Facebook gehosteten Services ihre WhatsApp-Chats speichern und verwalten können“. Und dass sich die Nutzer bis zum 8. Februar zu entscheiden hätten.

Datenschutz? Unternehmen, die WhatsApp-Chats speichern? Eine Frist von ein paar Wochen?

Teilt WhatsApp künftig die Chats unserer Familien- und Freundesgruppen mit Facebook? Ein genauerer Blick zeigt: alles halb so wild, aber von Facebook miserabel kommuniziert.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    1. Was ändert sich wirklich bei WhatsApp?

    Für private Chats ändert sich nichts. Die neuen Regeln betreffen Unternehmen, die via WhatsApp einen Kundenservice anbieten. Also etwa Fluggesellschaften, die dort über Verspätungen informieren oder Einzelhändler, die den Rechnungsbeleg digital verschicken wollen.

    Facebook bietet diesen Unternehmen an, die Nachrichten auf Facebook-Servern zu speichern. Damit werden die Metadaten für Facebook auswertbar, worauf WhatsApp in seinen neuen Regeln hinweist.

    Den Inhalt dieser Nachrichten kann Facebook allerdings nicht lesen, weil WhatsApp-Nachrichten Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind, also nur vom Sender und Empfänger gelesen werden können.

    2. Darf WhatsAapp generell Daten an Facebook weitergeben?

    In der EU ist die Datenweitergabe von WhatsAapp an Facebook sehr eingeschränkt – das machte die EU-Kommission bei ihrer Zustimmung zu der Übernahme 2014 zur Bedingung. „Keine der Informationen, die WhatsApp (...) weitergibt, dürfen für die eigenen Zwecke der Facebook-Unternehmen verwendet werden“, heißt es in WhatsApps deutscher Datenschutzrichtlinie.

    Das bedeutet: Facebook erhält weiterhin Daten, aber verwendet sie nicht, um Werbung zielgenauer auszuspielen oder Nutzern ihre WhatsApp-Kontakte als Facebook-Freunde vorzuschlagen. Daran ändere sich jetzt auch nichts, erklärte WhatsApps für Europa zuständige Policy-Direktorin Niamh Sweeney auf Twitter. 

    Allerdings brach Facebook dieses Versprechen 2016 schon einmal, als es WhatsApp-Nutzerdaten wie Telefonnummern oder Kontaktlisten an Facebook weiterreichte. Die EU-Kommission verhängte daraufhin eine Strafzahlung über 110 Millionen Euro gegen Facebook, weil das Unternehmen 2014 falsche Angaben gemacht habe.

    In den USA ist der Datenaustausch zwischen Facebook und Whatsapp dagegen freier möglich. Dort nutzt Facebook bereits seit 2016 die Daten von WhatsApp-Nutzern, um Werbung oder Freundesvorschläge zu personalisieren.

    3. Warum verlassen dann so viele Menschen jetzt WhatsApp?

    Bei vielen Nutzern ließ der Hinweis und WhatsApps Ultimatum alle Alarmglocken schrillen, zumal Facebook für seinen problematischen Umgang mit Nutzerdaten berüchtigt ist. Auch in den USA, wo die Datenweitergabe vielen Nutzern offenbar nicht bewusst war, wechseln viele zu Alternativen wie Threema, Signal oder Telegram – unter anderem angetrieben von Tesla-Chef Elon Musk der mit einem Tweet („Use Signal“) die Signal-App des WhatsApp-Gründers Brian Acton an die Spitze der App Stores trieb.

    Auch der Investor Chamath Palihapitiya beschwerte sich auf Twitter über die neuen Regeln und warb für Signal als Ersatz. „Whatsapp hat gerade sein bestes Feature getötet: Privatsphäre“, schrieb Palihapitiya. Auf seinen Tweet reagierte sogar Facebooks Hardwarechef Andrew Bosworth und versuchte, das Bild geradezurücken. Auch andere Facebook-Topmanager wie Instagram-Chef Adam Mosseri mühten sich in eigenen Tweets um Schadensbegrenzung.

    Kurios daran: Palihapitiya arbeitete einst selbst bei Facebook und war als Manager zwischen 2007 und 2011 für Facebooks extremes Nutzerwachstum verantwortlich, das dem Unternehmen schon damals häufig Kritik von Datenschützern einbrachte.

    Mehr: Die Übermacht der Techgiganten ist zu ihrem größten Risiko geworden

    Startseite
    Mehr zu: Messenger-App - Wie schlimm ist WhatsApps Datenweitergabe an Facebook wirklich?
    2 Kommentare zu "Messenger-App: Wie schlimm ist WhatsApps Datenweitergabe an Facebook wirklich?"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Jo, um das mitlesen der Botschaften geht es ja gar nicht. Aber um Bewegungs- und Beziehungsprofile.
      Und die sind sehr aufschlussreich und wenn Zuckerberg eine "dritte" Firma dazwischenschaltet, ist die EU-Regulierung eingehalten…

    • Das WA private Chats liest war nie Thema. Es geht um die Datenweitergabe an Dritte und die Vermarktung.
      Ich finde es schwer, auf Whatsapp.com die Datenschutzerklärung zu finden. Ich kann nicht glauben, dass das, was ich dort finde die Nutzungsbedingungen sind. Irgendwie schon fast kindlich formuliert und inhaltslos!
      Warum gleichen sich in vielen Medien / Zeitunge die Bericht zu diesem Thema?
      Warum reicht eine Twitteraussage von WA um Rechtsklarheit zu schaffen?
      Sind unsere Medien schon von Facebooks Werbeeinnahmen abhängig? Friss nicht die Hand die dich füttert? Warum gibt`s keinen Artikel, was wirklich mit unseren Daten bei Google oder Facebook passiert?
      Liebe Medien, klärt uns auf!

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%