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Messenger-Dienst Trotz umstrittener Datenschutzregeln: Deutsche Nutzer bleiben bei WhatsApp – Wechselbereitschaft gering

Stimmen WhatsApp-Nutzer den Änderungen nicht zu, wird ab 15. Mai der Account zwar nicht abgeschaltet, aber die Funktionalität eingeschränkt. Dabei gibt es Alternativen.
14.05.2021 - 17:38 Uhr Kommentieren
Die Änderungen an den Nutzungsbedingungen sehen viele Anwender kritisch. Quelle: dpa
Demo gegen neue Nutzungsbedingungen von Whatsapp

Die Änderungen an den Nutzungsbedingungen sehen viele Anwender kritisch.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Datenschutz ist ein Thema, mit dem sich die meisten ungern beschäftigen. Millionen Internetnutzer sind derzeit dazu gezwungen: Facebook hat für seinen Nachrichtendienst WhatsApp die Nutzungsbedingungen überarbeitet und fordert mit einem bildschirmfüllenden Hinweis auf, diesen zuzustimmen. Wer das nicht bis zum 15. Mai tut, muss mit Einschränkungen rechnen.

Viele Menschen in Deutschland bewerten diese Änderungen kritisch – trotzdem dürften nur wenige auf WhatsApp verzichten. Müssten sie sich für einen Messenger-Dienst entscheiden, wäre das bei 85 Prozent die App des Facebook-Konzerns. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Appinio hervor, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Rund zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten sind zwar grundsätzlich besorgt, wie das Unternehmen personenbezogene Daten verwendet. 61 Prozent würden den Änderungen aber zustimmen, um den Messenger weiter verwenden zu können. Nur 13 Prozent geben dagegen an, wegen Facebooks Plänen auf die Nutzung verzichten zu wollen. 26 Prozent sind die Neuerungen egal.

Dabei profitiert WhatsApp stark von der eigenen Größe und Bekanntheit. Konkurrenzprodukte kommen nur selten zum Einsatz, am ehesten noch Telegram (18 Prozent) und Signal (10 Prozent). Bei 77 Prozent der Befragten nutzt das gesamte Netzwerk aus Freunden und Familie die App mit dem grünen Logo, 45 Prozent sind mit den Funktionen am besten vertraut.

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    Die Umfrage zeigt auch: Es gibt Alternativen. Die größte Bereitschaft, auf WhatsApp zu verzichten, ist bei Nutzern zu beobachten, die regelmäßig Signal und Telegram verwenden. In Deutschland nahmen 1000 Menschen zwischen 16 und 65 Jahren an der Befragung teil. Die Untersuchung ist nach Angaben Appinios repräsentativ.

    Allerdings gilt auch: Trotz der deutlichen Hinweise in der App ist die Änderung der Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärung nur rund 51 Prozent der Deutschen bekannt – Dienstleister Appinio musste in der Umfrage viele eigens auf die Pläne hinweisen.

    Kein Zugriff auf die WhatsApp-Chats

    Die Aufregung um die neuen Nutzungsbedingungen dürfte Facebook überrascht haben. Der Konzern will nach eigenen Angaben lediglich die rechtliche Grundlage dafür schaffen, dass Unternehmen über den Dienst Kundenservice anbieten können – der Versandhandel Otto tut das beispielsweise.

    Infografik: Facebook dominiert den Messenger-Markt | Statista

    Ein Zugriff auf die durchgängig verschlüsselten Chats ist indes nicht vorgesehen. Und die Datenweitergabe von WhatsApp an Facebook ist zumindest in der Europäischen Union sehr eingeschränkt – das machte die EU-Kommission bei ihrer Zustimmung zu der Übernahme des Messengerdienstes 2014 zur Bedingung.

    Allerdings schürte der Konzern Misstrauen, indem er anfangs nur spärlich Informationen lieferte. Nach der Ankündigung im Januar stiegen die Nutzerzahlen anderer Chatdienste deutlich, Signal erreichte beispielsweise in Deutschland die Spitze der Download-Charts.

    Stimmen WhatsApp-Nutzer den Änderungen nicht zu, wird die Funktionalität eingeschränkt. So sollen sie zwar weiter Sprach- und Videoanrufe entgegennehmen, aber nicht mehr auf ihre Chatliste zugreifen können, wie Facebook in einem Blogeintrag erklärt. „Nach ein paar Wochen eingeschränkter Funktionalität wirst du keine Anrufe oder Benachrichtigungen mehr erhalten.“ Gelöscht werde das Nutzerkonto aber nicht, erklärt das Unternehmen – anders als ursprünglich angekündigt.

    Facebook und Instagram entwickeln sich zunehmend zu Einkaufsplattformen

    Facebook will damit eine Einnahmequelle für das an sich kostenlose WhatsApp schaffen. Bei der Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen sagte Finanzchef David Wehner, dass mittlerweile mehr als 50 Millionen Unternehmen weltweit die Business-App nutzen, mit der Unternehmen mit ihren Kunden in Kontakt treten und Produkte bewerben können.

    Lange war unklar, wie Facebook mit WhatsApp auf Dauer Geld verdienen will. Während auf den Plattformen Facebook und Instagram Anzeigen zwischen den Beiträgen der Nutzer gezeigt werden, bietet sich das innerhalb des Messengers nicht an. Kommerzialisierbar wird der Dienst aber indirekt durch eine stärkere Verzahnung mit den anderen Plattformen.

    Facebook und Instagram entwickeln sich von reinen sozialen Netzwerken zunehmend zu Einkaufsplattformen. Dazu gehört, dass Unternehmen ihre Online-Werbung zum Beispiel direkt mit Kundenservice- und Bestellfunktionen verknüpfen können. Während in Europa zunächst nur Produktinformationen über WhatsApp ausgetauscht werden können, ist etwa in Indien bereits eine Bezahlfunktion freigeschaltet.

    Infografik: WhatsApp?! | Statista

    In den USA holt sich Facebook mit den Änderungen der Nutzungsbedingungen die Erlaubnis ein, die Daten von WhatsApp-Nutzern zu Werbezwecken zu verwenden. So ist es für die werbefinanzierte Plattform von großer Relevanz zu wissen, ob Nutzer sich ausgehend von einer Werbeanzeige mit einem Unternehmen in Verbindung gesetzt haben.

    Auch die Erfolgsquote bei verschiedenen Nutzergruppen kann genutzt werden, um die Effizienz personalisierter Onlinewerbung zu verbessern. In der EU ist eine solche Datenweitergabe nicht vorgesehen. Beobachter mahnen aber, dass Facebook sich in der Vergangenheit oft in kleinen Schritten solche Rechte hat einräumen lassen. Der Blick in andere Länder zeigt, wo es hingehen könnte.

    Mehr: Signal, Threema, Telegram: Wie die WhatsApp-Alternativen beim Datenschutz abschneiden.

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