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Microsoft will Europa als Entwicklungsstandort treu bleiben Für die IT-Branche ist die Krise vom Tisch

Ein Ende des Tals der Tränen ist für die IT-Branche in Sicht. Die High-Tech-Industrie rüstet sich bei der Computermesse Cebit mit zahlreichen Neuheiten für den erwarteten dauerhaften Aufschwung. Die Krise der Branche ist aus Sicht der Unternehmen endgültig vorbei.
UMTS bleibt ein Hoffnungsträger der IT-Branche. Foto: dpa.

UMTS bleibt ein Hoffnungsträger der IT-Branche. Foto: dpa.

HB HANNOVER. Davon profitieren Europa und insbesondere Deutschland. In der Mikroelektronik etwa sei Deutschland der führende Standort auf dem Kontinent, urteilte der Verband VDE am Donnerstag. Der weltgrößte Softwarehersteller Microsoft stellte klar, dass man Europa als Entwicklungsstandort treu bleiben wolle. Zweieinhalb Monate nach dem Start des entwickelten Mautsystems von Toll Collect sind dessen Exportchancen stark gestiegen, hieß es am Donnerstag außerdem.

Die Messe verzeichnete bereits am ersten Tag einen Besucheransturm. Ein Sprecher sprach von "gut gefüllten Hallen". Die Cebit (10.-16-3.) ist in diesem Jahr so international wie nie zuvor. Mehr als die Hälfte der 6 270 Aussteller kommen aus dem Ausland. Bundeskanzler Gerhard Schröder hob bei seinem Messerundgang die große Bedeutung der IT-Branchen für die Volkswirtschaft hervor.

In den vergangenen Wochen hatte es Spekulationen gegeben, dass Microsoft wegen einer unzureichenden Patentierbarkeit von Software in Europa beispielsweise die Entwicklung der Business-Software Navision von Dänemark in die USA verlagern könnte. "Wir entwickeln Navision schwerpunktmäßig in Dänemark. Das hat mit der Frage der Software- Patente nichts zu tun", sagte Christoph Wilfert, der die Tagesgeschäfte der Microsoft Deutschland GmbH leitet. Im Wettbewerb mit SAP, Oracle und etlichen kleineren Anbietern von Business- Software will Microsoft seine eigene Produktpalette für das so genannte Enterprise Resource Planning (ERP) bis zum Jahr 2008 auf eine völlig neue technologische Basis stellen.

Microsoft-Deutschlandchef Jürgen Gallmann betonte den hohen Stellenwert des Themas Sicherheit für Microsoft. Ein Drittel der Entwicklungskosten für Software würden bei Microsoft inzwischen für die Verbesserung der Sicherheit ausgegeben. Dies entspreche zwei Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro).

Der Chef des Maut-Betreiberkonsortiums Toll Collect, Christoph Bellmer, berichtete, das Interesse aus dem Ausland sei "dramatisch angestiegen". Telekom-Vorstand Konrad Reiss sprach von einer "ganzen Reihe" von Ländern, die Interesse zeigten, darunter auch Großbritannien.

Große Hoffnungen setzen die Entwickler von Computern, Software bis zur Unterhaltungselektronik vor allem auf das Zusammenwachsen der unterschiedlichen "Welten". Nach VDE-Einschätzung treiben vor allem die Breitbandtechnik und Sicherheitssysteme den Aufschwung voran: "Das digitale Zuhause wird bis spätestens 2010 Wirklichkeit." Ein Wachstumsschub in der Unterhaltungselektronik wird schon im nächsten Jahr von der Fußballweltmeisterschaft 2006 erwartet.

Auch aus Behörden ist die Informationstechnologie nach Einschätzung von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) nicht mehr wegzudenken. "Die Modernisierung der Verwaltung ist ohne IT-Technik gar nicht möglich", betonte er. Allerdings hält er es für unumgänglich, das Vertrauen in die Technik zu stärken. "Der wirtschaftliche Erfolg hängt davon ab, die Technik sicher zu machen." Als Schattenseite sieht Schily, dass sich Kriminelle im Internet tummeln und bei Firmen und Privatleuten Schaden anrichten.

Das russische Unternehmen Kaspersky Lab, das Antiviren-Software und Sicherheitslösungen entwickelt, berichtete, dass die Autoren von Computer-Viren vermehrt auf die lokale Verbreitung ihrer Viren setzen. Es sei nicht mehr unbedingt gewollt, Rechner auf der ganzen Welt mit einem Virus zu infizieren, sagte Eugene Kaspersky. "Wir haben es unterdessen mit Kriminellen zu tun, die Viren schreiben, um damit Geld zu machen", sagte Kaspersky. Es werde zunehmend versucht, mit Viren, Trojanern und Würmern an die Daten zum Bankkonto zu gelangen. Bei 1 000 infizierten Computern, reiche schon eine Erfolgsquote von 5 Prozent.

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