Microsofts Spionage So gewöhnen Sie Windows 10 das Schnüffeln ab

Daten- und Verbraucherschützer klagen, das neue Windows 10 übermittle zu viele Nutzerdaten an Microsoft. Doch das Betriebssystem lässt sich auch zur Diskretion zwingen. Wir verraten, was da geht und wie es geht.
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Die wichtigsten Neuerungen bei Windows 10
Mit Windows 10 verspricht Microsoft ein einheitliches Nutzererlebnis über alle Geräte hinweg:
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Microsoft hat erstmals die Anwender direkt befragt und mit eingebunden um das Produkt so nutzerfreundlich und kundenorientiert wie möglich zu machen. Mit dem globalen Insider-Programm haben sich laut Microsoft mehr als vier Millionen Anwender mit ihren Anforderungen und Vorschlägen beteiligt.

Alle Apps für alle Geräte
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Microsoft greift nach der von der Konkurrenz gesetzten Messlatte und will cross-funktionaler werden. Was bei Apple schon lange Standard ist soll mit Windows 10 nun aufgeholt und noch besser werden. Zukünftig werden alle Microsoft-Applikationen in vollem Umfang über alle Endgeräte hinweg funktionieren und miteinander vernetzbar sein, heißt es, so dass Änderungen an Dokumenten auf allen Geräten zeitgleich zur Verfügung stehen.

Das Startmenü ist wieder da!
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Mit Windows 10 kehrt Microsoft zum bekannten Startmenü zurück. Der Anwender gelangt so mit einem Klick zu den Funktionen und Dokumenten, die am häufigsten genutzt werden. Der Startbereich wird zukünftig einen erweiterten Favoritenbereich über alle Anwendungen hinweg beinhalten.

Microsoft verspricht die Revolution für mobile Endgeräte:
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Das Aktionszentrum erhält eine erweiterte Ansicht für eine bessere Übersicht über alle laufenden Applikationen. Dabei sind die Benachrichtigungen zukünftig interaktiv gestaltet, so dass man direkt aus der Benachrichtigung eine Aktion starten kann, wie beispielsweise den Alarm auszuschalten. Auch die Umwandlungsfähigkeit von Text zu Sprache soll stark verbessert sein.

Windows 10 startet mit einem neuen Browser
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Und der soll laut Microsoft sehr leistungsstark sein und lädt selbst komplexeste Seiten sofort. Er soll der bisher einzige Browser sein, über den Kommentare direkt auf der Seite eingefügt werden  und mit anderen Nutzern geteilt werden können. Es wird einen integrierten Lesemodus geben, der sämtliche störende Elemente der Seite herausfiltert. Diese Ansicht steht auch im Offline-Modus zur Verfügung um sich Seiten für späteres Lesen ablegen zu können.

Die Cloudfunktion wird durch eine Autosync-Funktion erweitert.
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So können Fotos und automatisch erstellte Alben mit anderen Nutzern geteilt werden. Gleiches soll für Musik und die neue Navigationsanwendung gelten.

Präsentieren mit dem Smartphone
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Für die Office-Anwendungen gibt es laut Microsoft zukünftig kostenfreie Vollversionen für Tablets und Smartphones. Es soll zum Beispiel möglich sein Texte in Word zu editieren oder einen voll umfänglichen Präsentationsmodus in Powerpoint zu nutzen, der online oder über eine Drahtlosverbindung funktioniert.

Sie hätten es wissen müssen in Redmond. Wenn Microsoft – wie gerade Ende Juli mit dem neuen Windows 10 – eine neue Version seines Betriebssystems auf den Markt bringt, hagelt es Kritik: „Microsoft schert sich nicht um deutsches Datenschutzrecht“, schrieben die Tester der Computer-Bibel C’t.

Die Computer-Bild riet, „so verhindern Sie die Weitergabe persönlicher Daten“. Und die Spezialisten vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) meldeten sich mit dem Hinweis, man sehe „einige kritische Aspekte“ beim Einsatz von Windows.

So vertraut das in diesen Tagen klingt, da Nutzer und Datenschützer in gedruckten und sozialen Medien wortreich die Schnüffelneigung von Windows 10 monieren – die Zitate beziehen sich auf die Vor-Versionen 7, 8 und 8.1. Und tatsächlich gehört das tendenziell überbordende Interesse des Software-Riesen aus Redmond zu Windows, seit der Konzern das Internet als Kommunikationsweg für sich entdeckt hat.

Kritik aus dem Justizministerium

Was nicht heißt, dass es nicht besser werden könnte. Nur leider – wie gesagt – die Programmierer und Strategen in der Microsoft-Zentrale werden offenbar nicht schlau aus der anhaltenden Kritik. In der WirtschaftsWoche kritisiert denn auch Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesjustizministerium in Berlin eine ganze Reihe „aus Verbrauchersicht bedenklicher Punkte“. Er kritisiert „unpräzise und pauschale Aussagen in den Datenschutzbestimmungen“ und moniert, Microsoft gebe bei der Installation des neuen Betriebssystems Standardeinstellungen vor, die nur wenig den Schutz der Privatsphäre gewährten.

Geschwätzig, geschliffen, geschmeidig
Microsoft-Chef Satya Nadella
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Millionen von Nutzer erhalten Windows 10 kostenlos. Microsoft-Chef Satya Nadella will so erreichen, dass möglichst viele PC-Besitzer schnell die aktuelle Version nutzen – und gleichzeitig auch die neuen Cloud-Dienste des Konzerns.

Das neue Startmenü
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Vertraut und fremd zugleich: Microsoft führt mit Windows 10 wieder ein Startmenü ein. Es sieht allerdings anders aus als noch unter Windows 7 – so können Nutzer auch Apps in Kacheloptik andocken.

Hybridgerät Acer Switch 11s
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Tastatur oder Touchscreen? Windows 10 schaltet automatisch von einer Oberfläche zur anderen. Das ist bei Hybridgeräten wie dem Acer Switch 11s sinnvoll, dessen Bildschirm Nutzer abnehmen und als Tablet verwenden können.

Twitter-App im Fenster
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In Windows 8 gab es zwei unterschiedliche Benutzeroberflächen – zur Irritation vieler Anwender. In Windows 10 öffnen sich auch Apps, die für mobile Geräte gedacht sind, in einem klassischen Fenster, hier Twitter – ein geschliffeneres Design.

Übersicht im Info-Center
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Alles auf einen Blick: Im Info-Center sind Benachrichtigungen von Apps zu sehen. Mit der Steuerung können Nutzer zudem auf die Schnelle das Gerät mit einem Wlan-Netzwerk verbinden oder in den Tablet-Modus schalten.

Windows 10 auf einem Smartphone
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Windows 10 läuft nicht nur auf PCs, sondern beispielsweise auch auf Smartphones. Da der Kern des Betriebssystems auf allen Geräten gleich ist, sollen Entwickler ihre Apps leichter für die verschiedenen Formate anpassen können.

Datenbrille Hololens
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Selbst auf der Datenbrille Hololens läuft eine abgespeckte Version von Windows 10 – das futuristische Gerät überlagert das Bild der Umgebung mit grafischen Elementen, etwa Schaltflächen.

Noch harscher brachte es in der vergangenen Woche die rheinland-pfälzische Verbraucherzentrale auf den Punkt: Das neue Windows verwandle den Computer „in eine Art private Abhöranlage“, wer die Datenschutzbestimmungen akzeptiere, willige in „eine umfassende Ausforschung“ der Nutzung ein. Neben Personendaten wie Name, Adresse, Alter, Geschlecht und Telefonnummer, ermittele Microsoft auch den Standort des Geräts, die in den unternehmenseigenen Diensten aufgerufenen Websites, genutzte Suchbegriffe, Kontakte zu anderen Personen und gekaufte Artikel.

Nicht alles ist zwangsläufig ein Problem, manches nützlich oder – je nach Anwendung – unumgänglich. Wer etwa will, dass der digitale Assistent Cortana auf Zuruf Rufnummern von Freunden heraussucht oder diesen Terminanfragen schickt, der muss dem elektronischen Agenten nun einmal Zugriff auf die Kontakte oder den Kalender gewähren. 

Wie Sie Windows Diskretion beibringen
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6 Kommentare zu "Microsofts Spionage: So gewöhnen Sie Windows 10 das Schnüffeln ab"

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  • Danke Herr Kiss,
    ein paar Menschen haben verstanden wie die Kartelle der MS-DOS Gemeinde funktionieren, dazu gehören Sie.
    Weiter so und Danke !!!

  • Langer Artikel beschreibt Möglichkeiten.
    Wie, was gemacht werden soll ist unklar. So bleibt der Artikel der Taktik von MS treu...
    Es bleibt dem User die Qual, im Nebel herum zu stochern, kommt man doch an die Beschreibung der Funktionen ziemlich intransparent an. Ich nehme an das ist gewollt, um die Abschöpfung der Informationen zu erleichtern.
    Letztendlich bleibt dem User nur eins: den Netzwerk-Stecker ziehen und Verbindung zum Internet unterbinden...

  • Mein Vorredner hat es schon angedeutet:
    Man kann das "Schnüffeln" nicht abstellen. Man erhält nur scheinweise die Möglichkeit
    etwas zu verneinen. Aber ob das tatsächlich passiert????????

    Man kann nur die Hersteller gesetzlich dazu zwingen
    - Diese "Schnüffelei" mit harten Strafen unrentabel zu machen.

    Aber welcher Gesetzgeber macht das? da letztlich ja der Gesetzgeber an der
    Schnüffelei beteiligt ist.
    Hier ist ein BOYKOTT angesagt, aber da sehe ich auch schwierigkeiten, da manche
    ohne Apps nicht mal die Toilette finden.

  • Wir sollen also darauf vertrauen, dass ein "Schüffel-Tool" (Diktion gem einem der im Artikel eingebundenen Medien) sich durch mit dem Tool ausgelieferte Tools des Herstellers des "Schüffel-Tools" zähmen lässt?

    Also - ich vertraue darauf seit Jahren nicht und verwende beruflich und privat ausschliesslich Linux.
    Dazu muss man zwar ein wenig IT-Skill haben, aber bei gefühlten 80 Mio DV-Experten in Deutschland kann das ja kein Hemmnis sein, oder?

  • Die Installation von Linux ist umsonst... :) dann lieber nicht

  • Es wird kein Windows 11 geben - nur ständige "updates" von Windows 10. Also opt-in ist eine schöne Illusion. Windows 10 gibt es "umsonst" aber dafür gibt man schon "einige" Sachen frei damit Microsoft weiter Geld verdienen kann. Wenn man das nicht will, gibt es eigentlich nur eine Lösung: Linux, z.B. Mint, das schon sehr Windows änlich ist - und wirklich umsonst.

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