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Milliarden-Deal Softbank bestätigt Verkauf von Chipfirma Arm an Nvidia

Nvidia erhält den Zuschlag für den Chip-Designer Arm. Der japanische Tech-Konzern bekommt dafür 40 Milliarden Dollar – in bar und in Aktien.
14.09.2020 Update: 14.09.2020 - 12:37 Uhr Kommentieren
Die Übernahme von Arm durch Nvidia benötigt noch die Zustimmung der Wettbewerbshüter in den USA, der Europäischen Union, China und Großbritannien. Quelle: Reuters
Nvidia

Die Übernahme von Arm durch Nvidia benötigt noch die Zustimmung der Wettbewerbshüter in den USA, der Europäischen Union, China und Großbritannien.

(Foto: Reuters)

New York Der Chip-Designer Arm, ein Schlüssel-Unternehmen für die gesamte Smartphone-Branche, soll in die Hand des Grafikkarten-Spezialisten Nvidia kommen. Der bisherige Eigentümer, der japanische Technologie-Konzern Softbank, hat in der Nacht zu Montag bestätigt, sich von der britischen Firma in einem rund 40 Milliarden Dollar schweren Deal zu trennen, wie Unternehmen in der Nacht zum Montag ankündigten.

Nvidia betonte in der Nacht zum Montag, das Hauptquartier von Arm solle in Großbritannien bleiben – und um Forschung für Robotik, autonomes Fahren und das Gesundheitswesen ausgebaut werden. Der Deal benötigt die Zustimmung der Wettbewerbshüter in den USA, der Europäischen Union, China und Großbritannien. Die Unternehmen rechnen dafür einen Zeitraum von 18 Monaten ein.

Schon am Sonntag hatte es Berichte über eine Einigung gegeben. Zuerst hatten das „Wall Street Journal“ und die „Financial Times“ berichtet. Entsprechende Überlegungen von Softbank waren bereits Anfang August bekannt geworden und hatte den Softbank-Aktienkurs beflügelt. Die Aktien des Grafikchip-Spezialisten Nvidia steigen im vorbörslichen US-Geschäft um gut sechs Prozent. Analyst Mark Lipacis von der Investmentbank Jefferies traut dem fusionierten Unternehmen binnen fünf Jahren einen Gewinn von 50 Dollar je Aktie zu.

Von Arm stammt die Grund-Architektur der Chips, die in praktisch allen Smartphones und den weitaus meisten Tablet-Computern verwendet werden. Auf Basis der Arm-Designs entwickeln unter anderem Apple und Samsung die Prozessoren für ihre Smartphones. Auch der Chipkonzern Qualcomm, dessen Prozessoren in vielen Android-Telefonen stecken, greift darauf zurück.

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    Nvidia wurde mit Grafikkarten für PCs groß – vor einigen Jahren stellte sich jedoch heraus, dass die Technologie der Firma sehr gut für maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz eingesetzt werden kann. Das brachte dem Nvidia-Geschäft einen neuen Schub. Die Firma entwickelt inzwischen auch Computer für Fahrassistenz-Systeme im Auto und autonomes Fahren.

    Softbank hatte Arm vor vier Jahren für rund 32 Milliarden Dollar gekauft und von der Börse genommen. Jetzt bekommt der japanische Konzern Nvidia-Aktien im Wert von 21,5 Milliarden Dollar sowie 12 Milliarden Dollar in bar. Später kann Softbank noch weitere fünf Milliarden Dollar in bar oder Aktien bekommen, wenn bestimmte Ergebnisziele erreicht werden.

    Außerdem gibt Nvidia noch Aktien im Wert von 1,5 Milliarden Dollar an die Arm-Belegschaft aus. Softbank und sein Vision Fund erhalten so einen Anteil zwischen 6,7 und 8,1 Prozent an Nvidia, teilte Softbank am Montag mit.

    ARM-Mitgründer Hauser kritisiert den Verkauf.

    Nvidia-Chef Huang versicherte, am ARM-Hauptsitz im britischen Cambridge festzuhalten und die Forschungspräsenz dort sogar noch auszuweiten. „Cambridge wird ein Ort des Wachstums sein“, sagte Huang. Er kündigte Gespräche mit der britischen Regierung an, die wegen der Brexit-Unsicherheiten unter erhöhtem Druck steht, Arbeitsplätze auf der Insel zu sichern.

    Huang erklärte auch, das neutrale Lizenzmodell von ARM beizubehalten und durch eine erstmalige Lizenzierung von Nvidia-Angeboten auszubauen. So wolle der nach Marktkapitalisierung inzwischen größte US-Chipkonzern auch seine Flaggschiff-Grafikprozessoreinheit über das ARM-Netzwerk lizenzieren. Das Unternehmen werde auch Chips etwa für selbstfahrende Autos bauen, seine Technologie aber auch für andere verfügbar machen. ARM werde zudem im Rahmen des Abkommens nicht den US-Exportkontrollen unterliegen.
    ARM-Mitbegründer Hauser kritisierte den geplanten Verkauf scharf. „Es ist eine Katastrophe für Cambridge, Großbritannien und Europa“, sagte er in einem Reuters-Interview. „Es ist das letzte europäische Technologieunternehmen mit globaler Bedeutung, und es wird an die Amerikaner verkauft.“

    Er forderte die britische Regierung auf, eine Zustimmung an drei Bedingungen zu knüpfen: eine Garantie für Arbeitsplätze in Großbritannien, eine Garantie für das offene Geschäftsmodell und eine Ausnahme von der US-Sicherheitsüberprüfung der Kundenbeziehungen.

    Mehr: Diese Strategie verfolgt Softbank-Chef Masayoshi Son mit dem Verkauf von Arm

    • rtr
    • dpa
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