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Milliarden-Deal Telekom sichert sich Option auf Aktienmehrheit an T-Mobile

Softbank geriet wegen gewagter Investitionen in Geldnot. Der Deal mit Telekom ermöglicht dem Konzern den Verkauf von bis zu 198 Millionen T-Mobile-Aktien.
22.06.2020 Update: 23.06.2020 - 04:52 Uhr Kommentieren
Der japanische Technikkonzern mobilisiert Kapital. Quelle: AFP
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Der japanische Technikkonzern mobilisiert Kapital.

(Foto: AFP)

Bonn/Bellvue Der Teilrückzug des japanischen Technikkonzerns Softbank aus T-Mobile US, der amerikanischen Mobilnetzgesellschaft der Deutschen Telekom, ist perfekt. Am Montagabend New Yorker Zeit gaben die beteiligten Unternehmen einen Deal bekannt, mit der sich die Deutsche Telekom die Aktienmehrheit an ihrer Tochtergesellschaft sichern könnte.

Softbank wird demnach 198 Millionen Aktien im Wert von rund 18,7 Milliarden Euro an T-Mobile US übertragen, die die Anteile platzieren wird. Damit würde Softbank seinen Anteil von 24 auf etwa acht Prozent reduzieren. Die Telekom erhält im Gegenzug Kaufoptionen auf 101 Millionen der Softbankaktien, die sie bis 2024 ziehen können.

Entscheidet sich die Telekom dazu, würden sie ihren Aktienanteil an T-Mobile US von 43 auf etwa 51 Prozent erhöhen. Zudem wird Softbank T-Mobile für die Abwicklung des Verkaufs 300 Millionen US-Dollar zahlen und die Kosten für die Transaktionen ersetzen.

Damit geht eine lange geplante Partnerschaft nur kurz nach dem Eheschluss faktisch wieder auseinander. Erst im April dieses Jahres fusionierten T-Mobile US und Softbanks amerikanisches Mobilnetz Sprint nach einem langen Genehmigungsverfahren. Dabei liebäugelten beide Seiten schon seit Jahren mit einer Fusion, um gemeinsam besser gegen die Branchenführer Verizon und AT&T konkurrieren zu können. Mit einer Marktkapitalisierung von 132 Milliarden Dollar ging der Plan unternehmerisch auf.

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    Die Deutsche Telekom konnte sich dabei schon voriges Jahr eine Schwächeperiode der Japaner zunutze machen, die unter dem Kollaps einer großen Wette Softbanks litten: Die Japaner hatten sich mit gewagten Investitionen bei dem strauchelnden Büroraum-Vermittler WeWork verspekuliert. So sicherten sich die Deutschen die Stimmrechte an Softbanks Aktienpaket. Doch die Coronakrise zeigt die Kehrseite des Pakts: Was von Softbanks Seite 2013 als strategische unternehmerische Investition in Sprint begann, wurde nun endgültig zu einer Finanzinvestition mit beschränkter Loyalität.

    Der erste Corona-Crash der globalen Aktienmärkte und Volkswirtschaften vertiefte Softbanks WeWork-Krise. Das Unternehmen, das über seinen Softbank Vision Fund mit Partnern fast 100 Milliarden US-Dollar in Megastartups wie den Mitfahrdienst Uber investiert hatte, musste in seinem Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 wegen Buchverlusten auf seine riesigen Aktienpakete einen Betriebsverlust von 11,4 Milliarden Euro bilanzieren.

    Bereits im März hatte Softbank daher ein riesiges Notprogramm angekündigt, um Softbanks Finanzlage und Aktienkurs zu stabilisieren. So will der Konzern Aktien im Wert von bis zu 38 Milliarden Euro verkaufen, um eigene Aktien zurückzukaufen und aus dem Verkehr zu ziehen, Schulden zu tilgen und die Bargeldreserven zu erhöhen.

    Angesicht drohender zweiter und dritter Covid-19-Wellen glaube Softbank, eine weitere Erhöhung des Geldpuffers notwendig sei, teilte der Konzern am Dienstag mit. Wegen des Umfangs und den Interessen der Partner ist der Deal allerdings komplex. T-Mobile US wird für einen Teil der Aktien ein öffentliches Zeichnungsangebot starten. Darüber hinaus sollen Aktien über Treuhandfonds privatplatziert und auch an Marcelo Claure, den ehemaligen Sprint-Chef und jetzigen Vizepräsidenten von Softbank, verkauft werden, der derzeit im Vorstand von T-Mobile US sitzt.

    Am Markt wurde die bereits eingepreiste Nachricht verhalten positiv aufgenommen. Dies käme einem Rückzug aus Sprint gleich, meinte ein Analyst. Softbank habe kurz vor seiner Aktionärsversammlung am Donnerstag seine Hausaufgaben gemacht. Und Yasushi Ando, Chef des japanischen Investors New Horizon Capital, kommentierte online: „In der jetzigen Situation ist Cash König.“ Die Anleger applaudierten ebenfalls. Während der Nikkei-225-Index im Vormittagshandel leicht nachgab, stieg Softbanks Aktienkurs anfangs um drei Prozent, bevor er im Laufe des Vormittags wieder auf das Niveau vom Vortag fiel.

    Mehr: Neuer Finanzchef von T-Mobile US kommt in einer schwierigen Phase

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