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Milliardenbewertung Softwarefirma Personio wird zum 15. deutschen Einhorn

CEO Hanno Renner sammelt weitere 125 Millionen Dollar ein und spricht erstmals von einem Börsengang. Die Zahl der Mitarbeiter soll verdoppelt werden.
18.01.2021 - 08:00 Uhr Kommentieren
Der Personio-Gründer führt nun ein deutsches Einhorn.
Hanno Renner

Der Personio-Gründer führt nun ein deutsches Einhorn.

München Mit einer neuen Finanzierungsrunde hat das Start-up Personio den großen Schritt geschafft: Die Softwarefirma sammelte bei Investoren weitere 125 Millionen Dollar ein und darf sich mit einer Milliardenbewertung jetzt zum Kreis der sogenannten Einhörner zählen. „Diese Bewertung spiegelt aber nur einen Bruchteil unseres Potenzials wider“, sagte CEO Hanno Renner dem Handelsblatt. „Es gibt keinen Grund, warum wir nicht eines Tages mit 20 oder auch 40 Milliarden bewertet werden sollten.“

Personio hat eine Standardsoftware für die Personalverwaltung von kleinen und mittelständischen Unternehmen entwickelt. Ziel ist es, eine Art SAP für Personaler in Firmen mit bis zu 2000 Mitarbeitern zu werden.

Das Unternehmen ist gut durch das Corona-Jahr 2020 gekommen. Die Pandemie habe den Unternehmen gezeigt, wie wichtig Personalthemen seien, sagte Renner. Viele Mittelständler hätten in die Digitalisierung investiert, um zum Beispiel virtuelle Einstellungen zu ermöglichen.

Der Umsatz von Personio verdoppelte sich laut Branchenschätzungen im vergangenen Jahr so auf einen höheren zweistelligen Millionenbetrag. Spätestens 2022 könnten die Erlöse dreistellig sein.

Das rasante Wachstumstempo soll beibehalten werden: Die Zahl der Mitarbeiter will Renner in diesem Jahr auf 1000 Beschäftigte verdoppeln.

Erstmals sprach der CEO von einem möglichen Börsengang: „Personio will ein unabhängiges Unternehmen bleiben. Und da ist ein Börsengang etwas, was irgendwann passieren wird.“ Damit sei aber eher nicht in den nächsten zwei Jahren zu rechnen. Personio könne nach der jüngsten Finanzierungsrunde auch die Investitionen der kommenden Jahre stemmen.

Die aktuelle Series-D-Finanzierungsrunde wurde vom Bestandsinvestor Index Ventures angeführt, der schon bei Softwarefirmen wie Slack und Dropbox bis zum Börsengang investiert war. Auch beteiligten sich unter anderem Accel, Northzone und Alexander Samwers Picus Capital an der neuen Runde.

Branchenkenner erwarten in Zukunft einträgliche Margen

Neu an Bord ist Meritech als Co-Lead-Investor. Angesichts des „immensen Marktpotenzials“ und des Erfolgs in den vergangenen fünf Jahren sei er überzeugt, dass Renner ein „erfolgreiches und bedeutsames Unternehmen“ aufbauen könne, sagte Meritech-Capital-Partner Alex Clayton, der auch ins Board einzieht. Zuletzt hatten Financiers vor einem Jahr 75 Millionen Dollar in Personio gesteckt.

In der neuen Runde wurde das Unternehmen nun mit 1,7 Milliarden Dollar bewertet. „Uns ist eine Verdreifachung der Bewertung in gerade einmal zwölf Monaten gelungen“, sagte Renner. Die Milliardenbewertung als Einhorn helfe zum Beispiel bei der Wahrnehmung unter Talenten.

Mit 100 Millionen Angestellten seien kleine und mittelständische Unternehmen das Rückgrat der europäischen Wirtschaft, sagte Index-Ventures-Partner Martin Mignot. „Trotzdem wurden sie von Software-Anbietern lange Zeit vernachlässigt, deren Angebote sich in der Vergangenheit vorwiegend an größere Unternehmen gerichtet haben.“

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Personio bietet Betriebssysteme für die Personalverwaltung von Unternehmen mit etwa zehn bis 2000 Mitarbeitern an, an die auch andere Softwaremodule angedockt werden können. Im Kern geht es um cloudbasierte Lösungen zum Beispiel für das Bewerbermanagement und die Urlaubsplanung. Aktuell zählt das Unternehmen gut 3000 Kunden.

Noch investiert Personio stark in das Wachstum, zum Beispiel durch den Personalaufbau. Doch dürfte das Unternehmen nach Einschätzung von Branchenkennern bald einträgliche Margen erzielen und sich dann auch selbst finanzieren können.

Im Herbst hatte auch der – deutlich kleinere – Personio-Konkurrent Kenjo frisches Kapital eingesammelt. Die Berliner Firma will nun unter anderem die Funktionen für Personalentwicklung ausbauen.

Mitarbeiter sollen etwa in anonymisierten Umfragen Feedback geben und die Ergebnisse von Leistungsbeurteilungen besser nachgehalten werden. „Gerade bei viel Homeoffice steigt der Bedarf danach, die Leistungen klar beurteilen zu können“, sagte Kenjo-Chef David Padilla.

Neue Märkte im Visier

Auch Personio will mit dem Erlös aus der neuen Finanzierungsrunde die Software um zusätzliche Funktionen erweitern. Zudem sollen weitere europäische Märkte wie Frankreich und Italien erobert werden. „Der Markt ist riesig und weiterhin unterversorgt“, sagte Renner.

Der sportliche Gründer, der im Sommer Rennrad fährt und im Winter auf Skitouren geht, will den Start-up-Charakter möglichst lange bewahren, auch wenn Personio längst größere mittelständische Dimensionen erreicht hat.

In den vergangenen Monaten hatte Personio auch seine Führungsriege aufgestockt: So wechselte Ross Seychell als neuer „Chief People Officer“ von Transferwise zu Personio. Als „Chief Revenue Officer“ kam die Ex-Dropbox-Europachefin Geraldine MacCarthy dazu. Und den Posten des Finanzvorstands übernahm Birgit Haderer, zuvor bei Zalando.

Mit der Milliardenbewertung reiht sich Personio als 15. Einhorn unter die Top-Start-ups in Deutschland ein. In der vergangenen Woche hatte bereits die Berliner Digitalspedition Sennder den Einhorn-Status erreicht. Zu den am höchsten bewerteten Start-ups gehören zudem unter anderem Flixbus und Celonis.

Mehr: Warum sich Investitionen in europäische Start-ups besonders lohnen.

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