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Mobile Helfer erkunden gefährdete Gebiete und erkennen giftige Stoffe Aufklärungs-Roboter sorgt für Sicherheit in Krisensituationen

Ein Anschlag mit giftigen Substanzen, eine havarierte Chemiefabrik, ein Verkehrsunfall mit giftigen Stoffen - meist müssen Menschen vor Ort herausfinden, wie gefährlich eine Situation ist. Eine riskante Aufgabe, die nicht immer zu den richtigen Schlüssen führt.
  • Chris Löwer (Handelsblatt)

DÜSSELDORF. In Zukunft könnten mobile Aufklärungsroboter diesen Job übernehmen. Daran arbeitet die Berliner Robowatch Technologies GmbH gemeinsam mit dem Überlinger Unternehmen Diehl BGT Defence.

"Bisher werden entweder Menschen mit Detektoren in das verseuchte Gebiet geschickt oder der Spürpanzer Fuchs übernimmt diese Aufgabe, was im zivilen und innerstädtischen Bereich logischerweise nicht in Frage kommt", sagt Ulf Stremmel, Geschäftsführer von Robowatch. Bereits Ende dieses Jahres soll ein erster Aufklärungsroboter verfügbar sein, der durch Sensoren atomare und chemische Verseuchung erkennt. "Der Roboter wird alle gängigen Kampfgase detektieren können und giftige Gase aus dem Industriebereich wie Phosgen", sagt Stremmel. Die Messtechnik ermittelt Art und Konzentration des Gases und sendet gleichzeitig Videoaufnahmen vom Unglücksort an die Überwachungszentrale.

Bei den zukünftigen Aufklärungsrobotern handelt es sich um eine Weiterentwicklung des mobilen Sicherheitsroboters Ofro, den Robowatch für die Überwachung im Freien - etwa von Firmengeländen, Stadien oder Lagern - im Angebot hat. Auf ihm wird auch ein weiterer neuer Aufklärungsroboter basieren, der Fahrzeuge und Menschen als eine Art Vorauskommando für Militärs erkennen soll, um zum Beispiel Kolonnen vor feindlichen Angriffen zu schützen. Bestückt sind die Geräte mit einem automatisch um 360ll drehbaren wetterfesten Sensorkopf samt integrierter Thermokamera und zwei Ultraschall-Distanzsensoren. Über die Funkstandards GSM, WLAN oder UMTS werden die Daten übermittelt.

Diese Ausstattung kann nun durch Komponenten für Entschärfungsroboter von Diehl BGT erweitert werden. Etwa durch die so genannte Telepräsenz-Technologie. "Dadurch kann der Nutzer des Aufklärungsroboters virtuell direkt am Ort des Geschehens sein", sagt Gunnar Pappert, bei Diehl zuständig für Sonderprojekte. "In so einem Fall kommt eine Stereokamera zum Einsatz, deren Bilder vor dem Auge des Nutzers das 3D-Szenario darstellt. So lassen sich gut Entfernungen abschätzen", erklärt Pappert.

Im Helmvisier des Benutzers gibt es für beide Augen je einen Monitor, auf dem die Bilder des beobachteten Umfelds übertragen werden. Die beweglichen Kameras des Roboters folgten dabei sogar der Kopfbewegung des Bedieners, so Pappert.

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