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Mobilfunk Chinas Wettbewerbshüter ermitteln gegen Ericsson

Der chinesische Netzausrüster Huawei steht in Europa unter Druck. Jetzt ermitteln Chinas Wettbewerbshüter gegen den schwedischen Konkurrenten Ericsson.
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Der Netzwerkausrüster gerät in China unter Druck. Quelle: Reuters
Die Ericsson-Zentrale in Lund

Der Netzwerkausrüster gerät in China unter Druck.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfWährend der chinesische Netzausrüster Huawei in Europa unter Druck gerät, hat China ein Verfahren gegen den schwedischen Ausrüster Ericsson eingeleitet. Wettbewerbsbehörden prüften die Geschäfte, sagte ein Firmensprecher dem Handelsblatt. „Ericsson kooperiert mit den Behörden“, sagte der Sprecher. Zu einem laufenden Verfahren wollte sich das Unternehmen nicht näher äußern.

Nach Darstellung der chinesischen Staatszeitung Global Times hatten chinesische Mobilfunkunternehmen Ericsson vorgeworfen, Patentrechte im Zusammenhang mit den Mobilfunkstandards 3G und 4G zu verletzen.

Ericsson arbeitet in China mit den drei staatlichen Mobilfunkunternehmen China Mobile, China Unicom und China Telekom zusammen. Die Volksrepublik ist einer der größten Märkte für den Mobilfunk weltweit.

In China gibt es mehr als sechs Millionen Mobilfunkantennen, wie aus Daten der zuständigen Behörde China Internet Network Information Center hervorgeht. Das entspricht rund 43 Masten je 10.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland kommen rund neun Masten auf 10.000 Einwohner. Daher ist das Geschäft für Netzausrüster in China besonders interessant.

Ericsson ist einer der wichtigsten Wettbewerber für den chinesischen Konzern Huawei. Die USA erheben Spionagevorwürfe gegen das Unternehmen und haben Europa aufgefordert, die Firma vom Aufbau künftiger Netze auszuschließen. Deutschland hat sich gegen einen Ausschluss von Huawei ausgesprochen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte vor zwei Wochen auf der Hannover-Messe: „Ich bin dagegen, dass wir einfach per Definition jemanden ausschließen.“ Wichtig seien hohe Sicherheitsstandards. Aber ein pauschales Verbot eines einzelnen Anbieters gehe zu weit. Bis heute heißt es in Regierungskreisen, von den USA seien keine Beweise vorgelegt worden, dass Huawei jemals Spionage im Interesse der chinesischen Regierung betrieben habe.

Ericsson ist seit vielen Jahren in China aktiv, ringt jedoch mit schwindenden Umsätzen. Für Ericsson ist die Volksrepublik jedoch nicht nur Absatzmarkt. Neben Schweden, Estland und Brasilien hat Ericsson auch in China Produktionsanlagen.

Wichtigster Ausrüster in der Volksrepublik ist neben Huawei der chinesische Staatskonzern ZTE.


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