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Mobilfunk-Frequenzen Warum bei der 5G-Auktion jetzt wieder so hitzig geboten wird

Statt sich zu einigen, liefern sich die Konzerne ein neues Bietergefecht um die 5G-Frequenzen. Die Gebote steigen. Der Tag in einer Kurzanalyse.
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Die Technologie soll Datengeschwindigkeiten ermöglichen, die mindestens 100 Mal schneller sind als die der aktuellen 4G-Netze und für sehr niedrige Reaktionszeiten sorgen. Quelle: Bloomberg
Techniker installiert 5G-Ausrüstung

Die Technologie soll Datengeschwindigkeiten ermöglichen, die mindestens 100 Mal schneller sind als die der aktuellen 4G-Netze und für sehr niedrige Reaktionszeiten sorgen.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf„Das Feuer, das gestern in der Auktion ausgebrochen war, ist heute zu einem Flächenbrand geworden.“ Das ist die Bilanz eines turbulenten Tages in der Auktion der Frequenzen für den 5G-Mobilfunk, analysiert von Professor Vitali Gretschko vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und dem Spieltheoretiker Stephan Knapek von der Beratungsgesellschaft TWS.

Zum Ende des Auktionstages am Donnerstag lag die Summe der Höchstgebote bei fast 3,2 Milliarden Euro. Am Morgen war die Marke von drei Milliarden Euro geknackt worden.

Der Sprung in den Geboten kommt überraschend. Denn noch am Dienstag und Mittwoch hatte es zwischenzeitig so ausgesehen, als würde sich ein Ende der Auktion abzeichnen. Nur noch um einen von 41 Blöcken wurde gerungen.

„Der Streit um einen der 41 Blöcke eskalierte, sodass die Preise wieder rapide stiegen“, resümieren Gretschko und Knapek in ihrer gemeinsamen Bewertung. „Angeheizt wurde der Konflikt von 1&1 Drillisch. Sie boten bereits am Mittwochabend wieder auf Frequenzen, auf die sie zuvor eigentlich schon verzichtet hatten.“

Das ist eigentlich paradox. Denn je mehr die Firmen um die Frequenzen bieten, desto stärker steigen die Kosten, die sie letztlich für die Frequenzen zahlen müssen. Zwischenzeitig war der Streit zwischen dem Netzbetreiber Telefónica und der Deutschen Telekom beziehungsweise Vodafone eskaliert. Dann hatte sich jedoch auch noch Herausforderer 1&1 Drillisch eingeschaltet.

„Dadurch, dass Drillisch sich eingemischt hat, steigen die Preise nun auch wieder für Drillisch“, schreiben Gretschko und Knapek. Die Auktion ist erst vorbei, wenn keine Firma mehr bietet. Bis dahin schraubt jedes Gebot den Preis weiter in die Höhe.

Gretschko und Knapek sahen keine klare Strategie in den Geboten des Herausforderers. „Insgesamt ist das Verhalten von Drillisch nicht eindeutig. Am Donnerstagnachmittag schienen sie anzudeuten, dass sie die Preise nicht mehr eskalieren wollen.“ Die Experten hoben jedoch hervor: „Als sich die anderen Bieter wieder langsam aufeinander zubewegten, eskalierte Drillisch trotzdem und machte eine Einigung wieder unwahrscheinlicher.“

Frühere Versteigerungen haben dem Bund mehrere Milliarden Euro in die Kassen gespült und dauerten drei bis sechs Wochen. Die UMTS-Auktion 2000 war mit mehr als 50 Milliarden Euro das bisher teuerste Bieterverfahren.

Erste Netze in den USA und Südkorea in Betrieb

Bereits im Vorfeld warnten die Netzbetreiber dieses Mal aber vor zu hohen Erwartungen und mahnten, jeder Euro könne nur einmal ausgegeben werden. In Norwegen ist den Telekomfirmen angeboten worden, die Zahlung von bis zu 90 Prozent der fälligen Summe für zwei Jahre zu verschieben, wenn sie dafür schneller die Netze ausbauen.

5G soll Datengeschwindigkeiten ermöglichen, die mindestens 100-mal schneller sind als die der aktuellen 4G-Netze und für sehr niedrige Reaktionszeiten sorgen. Zudem müssen keine Unterbrechungen während der Übertragung befürchtet werden. Das sind Bedingungen, wie sie für künftige Schlüsseltechnologien nötig sind – etwa das autonome Fahren, virtuelle Realität und Industrie 4.0.

Während in Deutschland noch für die Frequenzen geboten wird, schreiten Telekomfirmen in Südkorea und den USA bereits zur Tat. Die drei größten südkoreanischen Anbieter sowie Verizon bieten ihren Kunden seit Mittwoch 5G-Dienstleistungen an – früher als ursprünglich angekündigt. Smartphone-Marktführer Samsung Electronics aus Südkorea stellte im Februar als erstes Unternehmen ein 5G-Smartphone vor. LG Electronics will noch diesen Monat folgen.
Mit Agenturmaterial

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