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Mobilfunk Neues Bietergefecht um die 5G-Frequenzen

Das Verfahren schien fast beendet, da liefern sich die Mobilfunkanbieter ein neues Bieterrennen um die Frequenzen. Ausgang ungewiss. Es könnte für die Konzerne teurer werden.
Update: 03.04.2019 - 18:24 Uhr 2 Kommentare
5G-Auktion: Neues Bietergefecht um die Frequenzen Quelle: Reuters
5G-Funkmast

Das Bietergefecht um die Mobilfunkfrequenzen ist neu entfacht.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfZunächst hat alles nach einem frühen Ende der 5G-Auktion ausgesehen: Die Mobilfunkanbieter, die derzeit in Mainz auf die Frequenzen für den neuen Standard bieten, schienen sich am Dienstag fast einig zu sein. Von den 41 Frequenzblöcken, die zur Versteigerung stehen, war nur noch einer umstritten. Doch an diesem Mittwoch ist das Bietergefecht wieder aufgeflammt – Ausgang ungewiss.

Bislang sah es nach einer günstigen Frequenzversteigerung aus: Mit einem Gesamteinsatz von derzeit rund 2,3 Milliarden Euro hätten die Firmen das Spektrum so billig bekommen wie noch nie in Deutschland. Das Bundesfinanzministerium war am Anfang des Prozesses von einem mehr als doppelt so hohen Erlös ausgegangen. Zum Schluss der Versteigerungsrunden an diesem Mittwoch lag die Summe der Gebote bereits bei mehr als 2,6 Milliarden Euro.

Lediglich Telekom und Telefónica hätten noch um die Frequenzen gestritten. Zu dieser Einschätzung kommen Professor Vitali Gretschko vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und der Spieltheoretiker Stephan Knapek von der Beratungsgesellschaft TWS Partners, die den Tag in einer gemeinsamen Analyse bewertet haben.

Doch dann kam in der 116. Bieterrunde an diesem Mittwoch wieder Bewegung in die Auktion: Telefónica ließ davon ab, sich mit der Telekom um einen der Blöcke in dem für 5G so wichtigen Frequenzbereich von 3,5 Gigahertz zu streiten. Dafür versuchte der Konzern in dieser Runde, Vodafone einen anderen Block streitig zu machen.

Kurz darauf, in Runde 117, konterte Vodafone: Der britische Konzern überbot nicht nur Telefónica, sondern auch die Telekom in einem der Blöcke. Die anderen Unternehmen reagierten und verhandelten wieder härter: Über mehrere Durchgänge stritten sie nicht mehr nur um einen oder zwei, sondern sogar um fünf Blöcke.

Hintergrund: Bei der Auktion darf jede Firma auf alle Frequenzblöcke bieten, solange das Verfahren nicht abgeschlossen ist. Dadurch kann auch später noch Streit über Teile des Frequenzspektrums ausbrechen, über die sich die Unternehmen bereits geeinigt hatten. Genau das ist an diesem Mittwoch passiert.

„Tatsächlich ist im Laufe des heutigen Tages wieder ein Großbrand ausgebrochen“, analysierten die Experten Gretschko und Knapek. Das Bietergefecht flammte nach Aktion von Vodafone wieder auf: „Drillisch bot auf Frequenzen, die es eigentlich schon aufgegeben hatte.“ Damit habe der Herausforderer eine Botschaft an die etablierten Netzbetreiber senden wollen, vermuten die Experten: „Einigt euch bald, oder wir ziehen die Preise nach oben.“

Der Streit um die Mobilfunkfrequenzen gehört zu den klassischen Szenarien in der Spieltheorie. Die Firmen würden das optimale Ergebnis erzielen, wenn sie sich schnell einigen könnten. Denn dann müssten sie nur wenig Geld bieten, um sich die Frequenzen zu sichern. Doch kurz vor einer Einigung witterte bislang mindestens eines der Unternehmen noch die Chance, die eigene Position zu verbessern.

Die Firmen legen für ihre Gebote komplexe Rechenmodelle an. Je mehr Frequenzblöcke ein Anbieter ersteigert, desto günstiger wird später der Netzausbau: Mit einem großen Spektrum an Frequenzen muss er für eine gute Netzabdeckung einen vergleichsweise geringen technischen Aufwand betreiben.

Umgekehrt gilt: Je weniger Spektrum eine Firma hat, desto mehr Mobilfunkmasten benötigt sie für den Ausbau.

Daher erwägt jedes Unternehmen bei jedem Schritt, ob es am Ende billiger wäre, mehr Geld in der Auktion zu bezahlen und dafür weniger Masten bauen oder umrüsten zu müssen, oder doch eine Bieterschlacht zu vermeiden und im Zweifelsfall dafür mehr Geld in den Netzausbau zu investieren.

An der Börse profitierte vor allem der Neueinsteiger United Internet von dem turbulenten Bietergefecht. Die Papiere kletterten bis zum frühen Mittwochnachmittag um 5,4 Prozent. Die des Tochterunternehmens 1&1 Drillisch, mit dem United Internet an der Auktion teilnimmt, waren am Nachmittag um bis zu 4,8 Prozent im Plus.

5G hat für die Industrie eine zentrale Bedeutung. Auf der Hannover Messe hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut hervorgehoben, wie wichtig die Technik für das Land und die Konzerne werden könnte.

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2 Kommentare zu "Mobilfunk: Neues Bietergefecht um die 5G-Frequenzen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Den bietenden Firmen sollte bewusst sein, dass sie auch noch in den Ausbau der 5g Technologie investieren müssen. Insofern werden sie sinnvoll bieten.

  • Unseriöser geht´s kaum - da schreiben Sie Stunden vorher dass es eines der günstigsten Bieterverfahren werden könnte und jetzt, kurze Zeit später, könnte es für die Firmen wieder teurer werden - Ausgang ungewiss!!
    Ja was denn nun??
    M.Weber