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Mobilfunk US-Staaten klagen gegen Fusion der Telekom – die wichtigsten Antworten

Die USA sind der wichtigste Markt für die Deutsche Telekom. Doch nun gerät der Fusionsplan dort in Gefahr. Antworten auf die drängendsten Fragen.
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USA: Staaten klagen gegen Fusion der Telekom Quelle: Reuters
Generalstaatsanwältin Letitia James und ihre Kollegen reichen Klage ein

Die US-Bundesstaaten fürchten höhere Preise für Verbraucher und weniger Wettbewerb im Mobilfunk.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDie nordamerikanische Tochter T-Mobile US ist der Wachstumstreiber der Deutschen Telekom. Durch einen Zusammenschluss mit dem Rivalen Sprint will der Dax-Konzern die Tochter stärken. Doch am Dienstag reichten zehn Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten Klage gegen den Deal ein. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Was ist genau passiert?

Unter Führung von New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James haben zehn US-Bundesstaaten Klage gegen den Zusammenschluss von T-Mobile US und Sprint eingereicht. Sie fürchten höhere Preise für Verbraucher und weniger Wettbewerb im Mobilfunk.

Hatte es nicht bis vor Kurzem noch ausgesehen, als würde die Fusion genehmigt?

Ja. Vor mehr als einem Jahr hatten T-Mobile US und der Konkurrent Sprint den 26 Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss vereinbart. Seitdem hatten die Manager beider Unternehmen zahlreiche Hürden genommen. Zuletzt hatte sich der Chef der einflussreichen Telekommunikationsbehörde FCC für den Zusammenschluss ausgesprochen.

Ist die Fusion jetzt gescheitert?

Nein, aber die Klage ist ein großer Rückschlag. Der juristische Schritt könnte eine monatelange gerichtliche Auseinandersetzung nach sich ziehen. Der weitere Weg für die geplante Fusion ist nun unklar. Eigentlich stimmen sich die Generalstaatsanwälte eng mit dem Justizministerium ab. Und das hat in diesem Fall noch nicht entscheiden.

Es ist daher sehr ungewöhnlich, dass die Generalstaatsanwälte mit ihrer Klage der Entscheidung der Bundesbehörde vorgreifen. Bislang hat sich das Justizministerium noch in keinem Fall gegen eine Fusion ausgesprochen, wenn die FCC den Deal zuvor befürwortet hatte.

Welche Rolle spielt der Wahlkampf in den USA?

Im November 2020 stehen die nächsten Präsidentschaftswahlen an. Demokraten und Republikaner beginnen bereits, um Stimmen zu werben. Unter dem demokratischen US-Präsidenten Barack Obama hatte die US-Administration Zusammenschlüsse im Telekomsektor weitgehend untersagt.

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Auch eine angestrebte Fusion von T-Mobile US und Sprint war in zwei Anläufen gescheitert. Doch die Firmen hatten unter dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump auf bessere Chancen für eine Genehmigung gehofft.

Haben sich die Firmen verschätzt?

Nicht unbedingt. Noch nie sind die Unternehmen mit ihrem Fusionsvorhaben so weit gekommen wie dieses Mal. Sie hatten besonders damit geworben, über den Zusammenschluss den Ausbau des nächsten Mobilfunkstandards 5G schnell in den USA auszurollen. Diese Argumentation hatte den Chef der FCC überzeugt, einen Republikaner.

Auch der Chef der Kartellabteilung im Justizministerium ist unter Trump ernannt worden. Die Generalstaatsanwälte, die jetzt gegen den Deal klagen, stammen aus demokratisch geführten Bundesstaaten.

Warum sind die USA so wichtig für die Deutsche Telekom?

In keinem Markt kann der Dax-Konzern ein so großes Wachstum erreichen wie in den USA. Jedes Quartal gewinnt T-Mobile US mehr als eine Million Neukunden hinzu. Derzeit hat die Telekom-Tochter 81 Millionen Kunden. Sprint kommt auf 55 Millionen Kunden. Das US-Geschäft steuert bereits mehr als die Hälfte zum Umsatz der Deutschen Telekom bei.

Mehr: US-Chef John Legere ist der Star-Manager der Deutschen Telekom. Die Fusion mit Sprint wäre sein Meisterstück – und wohl das Ende seiner Mission.

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