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Mobilfunk Was der Austausch von Huawei-Technik für die Mobilfunkbranche hieße

Huawei ist für viele Mobilfunkanbieter ein wichtiger Lieferant – sollte es zum Ausschluss kommen, hätte das weitreichende Folgen für den Markt.
29.09.2020 - 17:55 Uhr Kommentieren
Die Mobilfunkanbieter investieren derzeit massiv in ihre 5G-Netze – doch wegen der Diskussion über Huawei fehlt die Planungssicherheit. Quelle: AFP
Funkmast

Die Mobilfunkanbieter investieren derzeit massiv in ihre 5G-Netze – doch wegen der Diskussion über Huawei fehlt die Planungssicherheit.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Es wird gebuddelt, gebaut und geschraubt: Die deutschen Mobilfunkanbieter rüsten derzeit ihre Netze für den neuen Standard 5G auf. Noch bis zum Jahresende nehmen Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Tausende neue Stationen in Betrieb. Der weitere Ausbau dürfte mehrere Jahre dauern.

Während die Arbeit in den Unternehmen bereits begonnen hat, sorgt die Politik jedoch für Unruhe: Es ist zunehmend unwahrscheinlich, dass die Technik des chinesischen Netzausrüsters Huawei zum Einsatz kommen darf.

Der Marktführer hat in den vergangenen Jahren bei allen drei Anbietern eine wichtige Rolle gespielt. Ohne ihn, so die Befürchtung in der Branche, könnte der Ausbau langwieriger und teurer werden.

Huawei ist im internationalen Markt für Netzausrüstung mit einem Marktanteil von 31 Prozent die Nummer eins, gefolgt von Ericsson und Nokia mit jeweils 14 Prozent, wie der Marktforscher Dell’Oro ermittelt hat. Das kommt nicht von ungefähr: Die Produkte des chinesischen Herstellers gelten als hochwertig und preiswert – das tut dem Wettbewerb gut. Auch die deutschen Netzbetreiber nutzen die chinesische Technik, vor allem die Telekom.

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    Die Vorwürfe gegenüber Huawei in den vergangenen Jahren haben die Netzbetreiber allerdings vorsichtig gemacht. Im Kernnetz, in dem sich Server mit sensiblen Informationen befinden, kommt die Technik des Lieferanten bereits nicht mehr zum Einsatz oder wird mit der Zeit ersetzt – beim Zugangsnetz, zu dem die Antennen zählen, ist das aber weiterhin der Fall.

    Sanktionen gegen Huawei sorgen für Verschiebungen am Markt

    Ein vollständiger Austausch wäre teuer und langwierig. Die Telekom rechnet mit einem Prozess, der sich über mindestens fünf Jahre zieht und drei Milliarden Euro kostet, wie es in einem internen Papier heißt. Das Szenario bezeichnen die Manager als „Armageddon“. Offiziell erklärten die drei Unternehmen am Dienstag, sich nicht an „Spekulationen“ über politische Entscheidungen beteiligen zu wollen.

    Die Mobilfunkanbieter befürchten, dass sie ohne Huawei Schwierigkeiten bekommen könnten, die nötigen Komponenten für den Netzausbau zu kaufen. Bislang sei das Angebot noch nicht eingeschränkt, Stefan Pongratz, Vizepräsident von Dell'Oro. „Aber es ist klar, dass es bei vollständiger Durchführung der Beschränkungen in nicht allzu ferner Zukunft Probleme geben könnte, da die Betreiber den Austausch von Huawei-Komponenten weltweit beschleunigen müssten.“

    Im Moment handle es sich jedoch um ein Szenario mit geringer Wahrscheinlichkeit. Stattdessen sei zu erwarten, „dass es einige Zugeständnisse geben wird, damit die Mobilfunkanbieter ihre Netze weiter betreiben können“.

    Schon jetzt sorgen die Sanktionen gegen Huawei jedoch für Verschiebungen im Markt. Der chinesische Hersteller ist zwar weiter mit Abstand der wichtigste Zulieferer. Aber: „Der Marktanteil außerhalb Chinas hat sich stabilisiert, und es ist möglich, dass dieser Trend ohne die Einmischung der US-Regierung anders verlaufen wäre“, sagt Pongratz – sprich Huawei weiter hinzugewonnen hätte. Innerhalb des Heimatmarktes konnte der Technologiekonzern seinen Anteil deutlich steigern.

    Davon profitiere Ericsson am stärksten, sagt Martina Kurth vom Marktforscher IDC: Der schwedische Netzausrüster habe bereits ein globales Geschäft und könne seine Erfahrungen aus aller Welt einsetzen. Auch Nokia, das bei der Entwicklung von 5G-Technik hinterherhinke, bekomme zusätzliche Aufträge.

    Die Einführung des neuen Standards erleichtert zudem neuen Anbietern den Markteintritt. „Samsung investiert massiv in 5G und ist ein starker Wettbewerber“, nennt Kurth ein Beispiel. Auch der IT-Konzern HPE, der eine Plattform für den Betrieb von 5G-Netzen entwickelt hat, zeige eine starke Dynamik.

    Dass die Neulinge den Markt aufmischen, ist indes nicht zu erwarten. Es reiche nicht, innovative Technologie 5G zu haben, da diese rückwärtskompatibel mit den früheren Standards sein müsse, sagt Dave Bolan, Forschungsdirektor bei Dell'Oro. „Man muss also eine ausgezeichnete Lösung für alle Bereiche haben, was natürlich den etablierten Betreibern zugute kommt.“

    Mehr: Microsoft baut Geschäft mit Mobilfunkanbietern erheblich aus

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