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Mobilfunk

Die Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen in Deutschland dauert so lange wie noch nie.

(Foto: dpa)

Mobilfunkstandard Netzagentur will 5G-Auktion beschleunigen und erhöht die Mindestgebote deutlich

Die 5G-Auktion kommt nur schleppend voran. Daher sind nun die Mindestgebote erhöht worden: Die Unternehmen müssen künftig 13 Millionen Euro mehr bieten als der Konkurrent.
Update: 05.06.2019 - 15:18 Uhr 1 Kommentar

BerlinElf Wochen nach dem Start der Versteigerung der Frequenzen hat die Bundesnetzagentur die Höhe der Mindestgebote angehoben. Firmen müssen seit Mittwochmittag Konkurrenten in der Auktion mit mindestens 13 Millionen Euro überbieten, erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen.

Ein Sprecher der Bundesnetzagentur bestätigte den Schritt auf Anfrage: „Ziel ist eine Beschleunigung der Auktion.“ Bislang hatte die Behörde noch nie in einer laufenden Auktion die Mindestgebote angehoben.

Die höhere Anforderung gilt seit Mittwochmittag. Sie betrifft den für 5G besonders wichtigen Bereich von 3,6 Gigahertz, in dem 29 der insgesamt zur Versteigerung stehenden 41 Frequenzblöcke liegen. Zuvor hatte die Höhe der Zusatzzahlungen, Mindestinkrement genannt, bei zwei Prozent der bisherigen Höchstgebote gelegen. Bei den meisten Blöcken waren das etwa 2,6 Millionen Euro. Nun müssen die Firmen mindestens 13 Millionen Euro mehr als das aktuelle Höchstgebot offerieren, um einen Block eines Konkurrenten für sich sichern zu können.

Die Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen in Deutschland dauert so lange wie noch nie: Das Verfahren hat bereits am 19. März begonnen – es endet erst, wenn keine Firma mehr Gebote abgibt. Bislang sind mehr als 460 Runden absolviert. Zuletzt stritten die Unternehmen meist nur um einzelne Blöcke, trotzdem kam es zu keinem Abschluss.

In Deutschland wurden schon mehrfach Frequenzen versteigert, aber noch nie hat eine Auktion so lange gedauert wie in diesem Jahr. 2010 hatten die Mobilfunker insgesamt 4,4 Milliarden Euro in 224 Runden für die Frequenzen bezahlt, 2015 waren es rund fünf Milliarden Euro in 181 Runden. Im Jahr 2000, bei der Versteigerung der UMTS-Frequenzen, entrichteten die Firmen allerdings sogar 50,8 Milliarden Euro.

Eigentlich sieht das Design der Versteigerung vor, dass die Bundesnetzagentur die Anforderungen für Mindestgebote schrittweise absenkt. Zu Beginn liegt sie bei zehn Prozent. Dann kann die Behörde sie auf fünf Prozent reduzieren und schließlich auf zwei Prozent. Der Mechanismus dient dazu, dass die Zahlungen bei den Frequenzauktionen nicht zu hoch werden.

Gebote steigen seit Wochen nur noch sehr langsam

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, hatte mehrmals betont, es gehe nicht darum, besonders hohe Erlöse für die Bundesregierung zu erziehen. Eine effiziente Verteilung der begrenzten Güter stehe im Vordergrund. Die Behörde hatte bereits am 10. April die Mindestgebote auf zwei Prozent abgesenkt.

Ein Schritt, den Experten als zu früh einstuften. Die Regel habe dazu geführt, dass die Gebote seit Wochen nur noch sehr langsam stiegen, kritisierten Professor Vitali Gretschko vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und der Spieltheoretiker Stephan Knapek von der Beratungsgesellschaft TWS Partners.

Mit der Anhebung der Mindestgebote geht die Behörde nun einen anderen Weg. Sie nutzt damit einer Sonderregel in den Auktionsbedingungen, die es ihr ermöglicht, einen genauen Betrag als Mindestgebot festzusetzen. Höhere Zahlungen könnten dazu führen, dass eines der Unternehmen nachgibt, und die Versteigerung dadurch endet.

Gretschko und Knapek urteilten in einem Statement für das Handelsblatt: „Eine Maßnahme, die spät kommt und nicht nötig gewesen wäre wenn man von Anfang an alles richtig gemacht hätte.“

Das Handelsblatt hat bei allen vier beteiligten Unternehmen – Telekom, Vodafone, Telefónica und United Internet – angefragt, eine Reaktion auf die aktuelle Entwicklung steht noch aus.

Mehr: Das sind die vier Gründe, warum Österreich Deutschland bei 5G abhängt.

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1 Kommentar zu "Mobilfunkstandard: Netzagentur will 5G-Auktion beschleunigen und erhöht die Mindestgebote deutlich"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ...mich wundert nicht, das es bei solchen Auktions-Laufzeiten in Deutschland in Sachen Digitalisierung nichts voran geht!!

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