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Münchner Sicherheitskonferenz Mark Zuckerberg verspricht bessere Kontrolle auf seinen Plattformen

Der Facebook-Chef setzt bei der Bekämpfung von Missbrauch im Netz auf Künstliche Intelligenz. Dabei nimmt Zuckerberg auch den Staat in die Pflicht.
15.02.2020 - 18:10 Uhr Kommentieren
Der Facebook-Chef plädiert für bessere Technologien. Quelle: dpa
Mark Zuckerberg

Der Facebook-Chef plädiert für bessere Technologien.

(Foto: dpa)

München Dass Mark Zuckerberg einer der Stars der 56. Münchner Sicherheitstagung (MSC) ist, sagt bereits einiges über die Bedeutung der sozialen Medien für die innere und äußere Sicherheit weltweit. „Wäre Facebook ein Staat, wäre es mit seinen global 2,7 Milliarden Nutzern das größte Land der Welt.“ Mit dieser Einordnung durch MSC-Chef Wolfgang Ischinger war jedem im großen Saal des Bayerischen Hofes in München klar, warum der 35-jährige Facebook-Gründer auch auf einer Sicherheitstagung so wichtig ist.

Bei seinem 30-minütigen Auftritt ging es vor allem um die Risiken, die mit den sozialen Medien verbunden sind. Zuckerberg räumte ein, dass es mittlerweile „20 Bereiche gibt, wo Gefahren drohen“. Er spannte den Bogen von Hass-Botschaften über Terror-Propaganda bis hin zu Wahlmanipulationen.

Facebook wurde von einer ganzen Reihe von Skandalen in den vergangenen zwei Jahren erschüttert. So kam es zu massiven Datenlecks ebenso, wie zu gezielten Manipulationen in den sozialen Netzen bei den US-Wahlen 2016 und dem Brexit-Referendum. Dennoch fuhr der Konzern in den letzten drei Monaten 2019 einen Rekordgewinn von fast sieben Milliarden Dollar ein.

„Bei Facebook überwachen inzwischen 35.000 Mitarbeiter die Inhalte und die Sicherheit unserer Plattformen“, sagte Zuckerberg. Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) sei es gelungen, 99 Prozent der Propaganda-Botschaften von Terroristen aus den Netzwerken zu entfernen. „Bei den Hassbotschaften haben wir innerhalb von 24 Monaten fast 80 Prozent ausgeschaltet“, berichtete er. Facebook habe eine Transformation durchgemacht. „Früher haben wir nur auf den Missbrauch unserer Plattformen reagiert, heute sind wir sehr viel proaktiver.“

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    Zuckerberg machte damit klar, dass er die Lösung der Probleme, die die neuen Technologien mit sich bringen, vor allem in noch besseren Technologien sieht. „Wir werden besser, wenn unsere KI-Systeme besser werden.“ Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg: Die Zahl unechter Accounts im Facebook-Reiche stieg im vierten Quartal 2019 um 27 Prozent auf 116 Millionen.

    Mehr Verantwortung vom Staat

    Notwendig seien aber auch mehr staatliche Regeln. Der Facebook-Chef nannte dafür vier Beispiele: Die Manipulationsversuche bei Wahlen, den Schutz der Privatsphäre, die Portabilität von persönlichen Daten und die Inhalte politischer Werbung. Es sei unrealistisch von sozialen Netzwerken die gleiche Verantwortung für die Milliarden Botschaften auf ihren Plattformen zu erwarten, wie sie konventionelle Medien für ihre Inhalte haben. „Wir befinden uns irgendwo zwischen klassischen Telekombetreibern, von denen auch niemand die Verantwortung für die Inhalte fordert, die über ihre Netze transportiert werden, und den Tageszeitungen“, sagte Zuckerberg. Sorge bereite ihm, dass es inzwischen konkurrierende Regulierungen auch von autoritären Staaten gebe.  

    Seine wichtigste Botschaft erreichte München aber bereits vor Zuckerbergs Ankunft:. „Wir akzeptieren, dass ein neues Regelwerk bedeuten könnte, dass wir künftig mehr Steuern bezahlen, und dies in unterschiedlichen Ländern.“ Dieser Satz war bekannt geworden, noch bevor der 35-jährige Milliardär überhaupt ein Wort auf der Munich Security Conference gesagt hatte. Schon die Wortwahl verrät, dass Facebook die internationale Steuerwelt bislang auf den Kopf stellen konnte.

    Die Steuerpflicht ist normalerweise nicht etwas, das man „akzeptieren“ kann oder auch nicht. So ist das zumindest für den überwiegenden Teil der Bürger und Unternehmen. Facebook und andere große Technologiekonzerne können jedoch durch eine geschickte Verlagerung ihrer eher virtuellen Firmensitze in Niedrigsteuerländer wie Irland ihre Steuerlast erheblich drücken.

    Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) arbeitet deshalb an einer internationalen Übereinkunft, um auch die Internetgiganten der digitalen Welt zu guten Steuerzahlern zu machen. Dass es Zuckerberg, der von München weiter nach Brüssel zu Gesprächen mit der EU reiste, nicht am guten Willen mangelt, wollte der Facebook-Chef am Ende seines Auftritts doch nochmal deutlich machen: „Wir wollen Gutes tun.“

    Mehr: Zur Münchner Sicherheitskonferenz kündigt der Facebook-Chef an, freiwillig mehr Steuern zahlen zu wollen. Das ist lobenswert, aber längst überfällig. Ein Kommentar.

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