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Musik-Streaming Spotify übertrifft Erwartungen – verdient aber noch immer kein Geld

Die Coronakrise kann Spotify nichts anhaben. Die Erlöse steigen. Doch noch immer wirft das Geschäftsmodell des schwedischen Start-ups keine Gewinne ab.
29.04.2020 - 15:04 Uhr Kommentieren
Insgesamt hatte Spotify Ende des ersten Quartals 130 Millionen Premium-Nutzer. Quelle: Reuters
Spotify

Insgesamt hatte Spotify Ende des ersten Quartals 130 Millionen Premium-Nutzer.

(Foto: Reuters)

Stockholm Während die meisten Branchen unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie schwer leiden, konnte der weltweit größte Musikstreamingdienst Spotify von der Krise profitieren. Wie das schwedische Unternehmen am Mittwoch mitteilte, stieg die Zahl der Nutzer im ersten Quartal dieses Jahres mit 31 Prozent. Der Umsatz zog in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro an.

Dennoch schreibt das Unternehmen weiterhin rote Zahlen. Im ersten Quartal belief sich der Verlust auf 17 Millionen Euro. Vor einem Jahr betrug das Minus noch 47 Millionen Euro. Analysten hatten mit schlechteren Zahlen gerechnet. Im Vorhandel der New Yorker Börse stieg die Spotify-Aktie um rund zwei Prozent.

„Trotz der globalen Unsicherheit wegen Covid-19 im ersten Quartal, konnten wir unsere Prognosen in allen Bereichen erfüllen oder übertreffen“, teilte Spotify mit. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen allerdings einen Rückgang bei den Werbeeinnahmen. „Signifikante Änderungen bei den Wechselkursen“ würden ebenfalls Auswirkungen auf das Ergebnis haben.

Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr korrigierte Spotify wegen der Unsicherheiten rund um die Pandemie auf 7,6 bis 8,0 Milliarden Euro (zuvor 8,0 bis 8,4 Milliarden Euro) nach unten. Auch weil die durchschnittlichen Ausgaben der Nutzer weiter sanken und im ersten Quartal mit 4,42 Euro rund sechs Prozent weniger als vor einem Jahr betrugen. Ein Grund dafür ist, dass Spotify mehrere Rabatte, beispielsweise für Familienmitglieder und Studenten, anbietet.

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    Insgesamt hatte Spotify Ende des ersten Quartals 130 Millionen Premium-Nutzer, die für ein Abonnement knapp zehn Euro im Monat zahlen. Damit konnten die Schweden die Anzahl der Premium-Nutzer gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast ein Drittel steigern. Auch die Anzahl der Nutzer eines Gratis-Abonnements stieg um ein knappes Drittel auf 286 Millionen.

    Damit kann Spotify seinen Platz als größter Musikstreaming-Anbieter vor Apple Music und Amazon verteidigen: Nach Berechnungen der Marktforscher von Counterpoint kommt Spotify auf einen Marktanteil von rund 38 Prozent, gefolgt von Apple Music mit 19 Prozent und Amazon Music mit 15 Prozent.

    Besonders beliebt bei den Spotify-Nutzern sind Podcasts, wie das Unternehmen mitteilte. Allerdings ging wegen der Coronakrise die Produktion neuer Folgen einzelner Podcasts etwas zurück. Die Schweden hatten im vergangenen Jahr den Podcast-Produzenten Gimlet Media und die Podcast-Plattform Anchor für einen nicht genannten Betrag übernommen.

    Durch die Übernahme der beiden Podcast-Unternehmen wurde Spotify zu einer der weltweit führenden Podcast-Plattformen mit derzeit über einer Million Podcasts. Audio-Podcasts erfreuten sich schon vor der Coronakrise einer wachsenden Beliebtheit.

    Durch die Pandemie ist das Interesse an Informationen weiter gestiegen. Davon konnte auch Spotify profitieren. Mit einem stärkeren Fokus auf Podcasts macht sich das Unternehmen etwas unabhängiger vom reinen Musik-Streaming und der damit verbundenen Abhängigkeit von den großen Musiklabels.

    Einstieg in Russland und Südkorea verzögert sich

    Auch wenn Spotify seine Nutzerzahlen durch die Krise erneut steigern konnte, musste das Unternehmen auch einen Corona-bedingten Rückschlag hinnehmen. Der geplante Einstieg in den russischen und südkoreanischen Markt musste nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg verschoben werden. Man wolle den Musikstreamingdienst zwar weiterhin auch in Russland und Südkorea etablieren, doch sei das derzeit aufgrund der gegenwärtigen Situation nicht möglich, zitiert die Agentur eine nicht genannte Quelle.

    Der Markteinstieg sei aber weiterhin für dieses Jahr geplant, hieß es weiter. Die Verhandlungen über die Rechte in beiden Ländern mit großen Musiklabels wie Warner Music und Sony wurden bereits erfolgreich abgeschlossen. Die Diskussionen mit Universal laufen noch.

    In der Vergangenheit hatten sich die großen Musiklabels mehrfach verärgert über Spotifys Gratisabonnement gezeigt und damit gedroht, Musikrechte zurückzuziehen. Spotify argumentiert dagegen, dass mehr als 60 Prozent der Premiumabonnenten mit einem Gratisabo begonnen haben.

    Die Schweden sind bislang die einzigen, die eine Gratis-Variante anbieten. Der Anwender muss dafür Werbung in Kauf nehmen und darf einen Song auch nicht beliebig oft pro Monat abspielen. Die Herausforderung für Spotify besteht darin, die Gratis-Benutzer von den Vorzügen eines kostenpflichtigen Premium-Abonnements zu überzeugen. Denn 90 Prozent aller Einnahmen generiert Spotify über die monatlichen Abo-Gebühren, nur zehn Prozent stammen aus Werbeeinkünften.

    Der Streamingdienst wurde 2006 von den beiden Schweden Daniel Ek und Martin Lorentzon gegründet. Bis heute hat das Unternehmen seinen Sitz in Stockholm, ist aber seit 2018 an der Börse in New York notiert.

    Mehr: Nicolaus Berlin, Deutschlandchef der Podcast-Plattform Podimo, profitiert davon, dass die Leute wegen Corona nicht mehr ausgehen können.

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