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Nach Cyber-Attacke Deutschland ist mit blauem Auge davongekommen

Ein großangelegter Cyberangriff hat am Freitag mindestens 150 Länder getroffen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik war nach eigenen Angaben wenig überrascht von der großangelegten Attacke.
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Das steckt hinter der Erpresser-Software „Wanna Cry“

Berlin Nach der globalen Cyber-Attacke auf rund 150 Länder ist eine weitere Angriffswelle in Deutschland laut Bundesregierung bisher ausgeblieben. Der Angriff sei im Wesentlichen gestoppt, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin zur aktuellen Lage in Deutschland. Die Befürchtungen einer zweiten Angriffswelle hätten sich bislang nicht bestätigt. „Wir beobachten das natürlich aufmerksam.“ Dies laufe insbesondere über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). „Regierungsnetze sind nach wie vor nicht betroffen“, sagte der Sprecher.

Der „Wanna Cry“ genannte globale Cyber-Angriff hatte am Freitag nach Angaben von Europol mindestens 150 Länder sowie 200.000 Organisationen und Personen getroffen. Das Programm „Wanna Decryptor“ der Hacker verschlüsselt alle Daten auf dem befallenen Rechner und verlangt Lösegeld für die Entschlüsselung. Bei der Attacke nutzte die Schadsoftware eine Sicherheitslücke in nicht aktualisierten Microsoft-Betriebssystemen.

Wer von der Ransomware betroffen ist
Deutsche Bahn
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Als wohl einziges deutschen Unternehmen ist auch die Deutsche Bahn vom Hackerangriff erfasst worden. Anzeigetafeln und Fahrkartenautomaten funktionierten entsprechend eingeschränkt. Der Bahnverkehr wurde allerdings nicht gestört. Bahnchef Lutz versicherte: „Die Sicherheit des Bahnverkehrs war zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.“

(Foto: dpa)
Renault
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Den französischen Autobauer Renault erwischte es auch. Damit sich das Hackervirus nicht noch weiter ausbreiten kann, hatte Renault sogar die Produktion in Sandouville im Nordwesten des Landes vorübergehend gestoppt. Mehrere Fabriken seien betroffen, erklärte ein Sprecher.

(Foto: AP)
Nissan
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Die Ransomware erfasste auch eine Nissan-Niederlassung im englischen Sunderland. Man arbeite intensiv an einer Lösung des Problems, hieß es dort am Samstag. Am Standort werden rund 7000 Mitarbeiter beschäftigt.

(Foto: Reuters)
Telefónica
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Der spanische Konzern Telefónica versuchte, den Angriff kleinzureden. „Diese Krise hat mehr mediale Aufmerksamkeit in den sozialen Medien als in der internen Realität von Telefónica geschafft“, so der Datenchef Chema Alonso. Telefónica habe die betroffenen Rechner sofort unter Kontrolle gehabt, hieß es.

(Foto: AFP)
BBVA
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Auch der spanischen Großbank BBVA ist das Schicksal widerfahren. Das genaue Ausmaß der Attacke ist noch nicht klar. In Deutschland hat das BKA die Ermittlungen aufgenommen.

(Foto: dpa)
Russisches Innenministerium
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Rechner im russischen Innenministerium konnten der Cyberattacke nach eigenen Angaben standhalten. Russland war neben der Ukraine und Taiwan ein Schwerpunkt der Angriffe, wie die IT-Sicherheitsfirma Avast erklärte.

(Foto: AP)
Krankenhäuser
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Teilweise dramatisch, dass auch zahlreiche britische Krankenhäuser in ihrer Arbeit entscheidend beeinträchtigt wurden. Insgesamt 16 Krankenhäuser seien lahmgelegt worden, wie der staatliche Gesundheitsdienst NHS mitteilte. Menschen wurden gebeten, nur in dringenden Fällen in Notaufnahmen zu kommen. Die britische Patientenvereinigung kritisierte, man habe aus früheren Cyber-Attacken nicht gelernt und nicht genug getan, um seine zentralisierten IT-Systeme zu schützen. Patientendaten sollen aber nicht gestohlen worden sein.

(Foto: AP)

Das für IT-Sicherheit in Deutschland zuständige Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik war nach eigenen Angaben wenig überrascht von dem großangelegten Angriff. „Wir waren darauf vorbereitet, darum ist Deutschland auch mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte BSI-Präsident Arne Schönbohm am Montag dem Inforadio vom rbb. Im zweiten Halbjahr 2016 sei ein Drittel der Unternehmen von Ransomware-Angriffen betroffen gewesen, bei denen die Daten auf den Rechnern verschlüsselt worden seien. „Was uns aber überrascht hat ist, dass immer noch noch viele Nutzer bestimmte Updates oder Sicherheitsmechanismen nicht schnell genug installieren und dort noch eine bestimmte Fahrlässigkeit herrscht.“

Die mangelnde Vorsorge in Unternehmen liegt nach Einschätzung von Schönbohm daran, „dass ein Großteil der IT-Verantwortlichen nicht die Entscheider in einem Unternehmen sind.“ Informationssicherheit sei die Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung.

Schönbohm verglich den Angriff mit einer Flutwelle, deren Pegelstände noch weiter steigen. Neben der Bahn seien auch zahlreiche andere Unternehmen in Deutschland betroffen. „Wir sind - Stand Samstag - auf Platz 13 der betroffenen Länder.“ Er gehe davon aus, dass heute und morgen noch weitere Infektionen dazu kommen würden. Eine genaue Bilanz könne in einigen Tagen und Wochen gezogen werden.

  • dpa
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