Nach dem Rücktritt Das Internet sagt "Guttbye"

Im Internet ist ein Streit entbrannt über den Rücktritt von Verteidigungsminister Guttenberg. Viele feiern die Kollektiv-Recherche, die den Minister straucheln ließ. Doch auch Guttenberg-Fans sind im Netz vertreten.
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Der Screenshot zeigt die Internetseitseite von Facebook und guttenplag.wikia.com. Quelle: dpa

Der Screenshot zeigt die Internetseitseite von Facebook und guttenplag.wikia.com.

(Foto: dpa)
Berlin

Ein hämisches "Guttbye" - oder Wut über die "Hetzjagd"? Der Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat im Netz zu hitzigen Debatten geführt. Jenseits allen Spotts hat die Affäre gezeigt, wie stark das Internet im Zusammenspiel mit den klassischen Medien die Politik beeinflussen kann - wenn das Thema die Nutzer nur genügend interessiert. Twitter und Facebook erwiesen sich am Dienstag einmal mehr als Turbo. Erst machte die Meldung vom Rücktritt binnen Minuten die Runde, wenig später brandeten Wellen von Kommentaren auf. Als "trending topics", also besonders beliebte Themen, nannte der Kurzmeldungsdienst Twitter am Mittag "Karl-Theodor" und "Verteidigungsminister". Die Spötter hatten sich schon auf ein anderes, knappes Schlagwort (Hashtag) geeinigt: #guttbye.

"Nach STRG+C und STRG+V kommt nun ENTF", meinte etwa der Webdesigner Sven Giesen aus Moers in Anlehnung an die Tastaturkürzel für Kopieren, Einfügen und Entfernen. "Die Kanzlerin kann Guttenbergs Rücktrittsgesuch bestimmt nicht annehmen, da Zweifel an dessen Echtheit bestehen", erklärte ein anderer Twitternutzer. Auch nach dem Rücktritt ist die Popularität des Politikers hoch. In einer Facebook-Gruppe zur Unterstützung des CSU-Manns schrieb beispielsweise ein Nutzer - wohl stellvertretend für viele: "Armes Deutschland, sag ich da nur. Ich hoffe nur, KT erholt sich schnell und kehrt zurück auf die politische Schmierenkomödiantenbühne, um dort gehörig aufzuräumen." Und die Junge Union Dortmund weiß, wo der Feind steht: "Herzlichen Glückwunsch an alle linken Hetzer!"

Jenseits des Kampfes um die Deutungshoheit wird deutlich, wie mächtig das Internet in politischen Auseinandersetzungen sein kann - wenn das Thema die Öffentlichkeit nur genug interessiert. Nachdem in Medienberichten zunächst von einigen wenigen Plagiaten die Rede war, trugen die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Guttenplag-Wikis zahlreiche Stellen zusammen, wo Guttenberg abgekupfert haben könnte.

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25 Kommentare zu "Nach dem Rücktritt : Das Internet sagt "Guttbye""

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  • richtig besonders stöhren mich die Auftritte
    von Herrn Trittin und Herrn Rammelow im Bundestag.Wärend
    der Eine meint mit seinem Theater in der ersten Bank im Bundestag Aufmerksamkeit zu bekommen fordert der andere
    Herrrn zu Guttenberg auf nach Adelsmanier Slebstmord zu begehen und das löst noch nichtmal einen Ordnungsruf
    des Bundestagspräsidenten aus. Das sind keine Volksvertreter mehr das sind altkommunisten in der reinsten Form. Es fällt im übrigen schon schwer die Grünen in ihren Ausagen noch von den nachfolge - SED-lern zu unterscheiden.

  • streiche mainsream - setze mainstream

  • Wie schon bei Thilo Sarrazin wurde gegen den öffentlichen mainsream diese widerliche Hetzjagd von der bekanntlich linke Akademikerguilde und den linksverdrehten Medien durchgezogen. Nicht die deutsche Wissenschaft stand im Vordergrund, sondern das unabänderliche Ziel der Zerstörung der Person zu Guttenberg und der Schwächung des politischen Gegners. Der abscheulichste Wahlkampf in der Geschichte der Bundesrepublik!

  • Nun Wiki-Jäger engagiert euch jetzt mal sinnvoller Weise zum Wohle Deutschlands und säubert den Bundestag von den vaterlandslosen, vorbestraften, scheinheiligen rot-rot-grünen Gesindel! Ganz nach Churchill: "Wir haben wohl das falsche Schwein geschlachtet!"

  • Bitte, kann mir mal jemand sagen was diesen Herrn zu Guttenberg in den Augen vieler zu einem guten oder auch nur begabten Politiker macht? Ich würde es wirklich gerne mal verstehen! Dankeschön!

    MfG,
    der Spielverderber

  • Wenn schon alle so geil auf eine Hetzjagt sind, dann sollten Sie evtl. auch mal bei dem sauberen Herrn Beck bei seinen Ministern nachschauen. Er hat einen Minister, der seinem Schwiegersohn einen Auftrag über 100`€ ohne Grundlage zukommen hat lassen. Es ist offensichtlich in politischen Kreisen bekannt, doch die betroffenen Minister sind nicht so bekannt; ergo wird das Ganze auch nicht so aufgebauscht. Frage mich, was wiegt in solch einem Fall schwerer???

  • War der Abgeordnete Guttenberg lange genug dabei?

    War Hr. Guttenberg lange genug im Bundestag um die Ex-MdB lebenslange Absicherung zu erwerben? Dann ist er zwar den Minister- und MdB-Job los, aber wenigstens erhält er bis Lebensende ein Taschengeld (für seine Verhältnisse) vom deutschen Volk.
    Dieses Taschengeld ist im Vergleich zu den Milliardenschulden welche andere Politiker vor ihm aufgehäuft haben ein Peanuts. Hr. Guttenberg darf dieses Taschengeld jeden Monat als Dank des Volkes für die geleisteten Dienste ohne Skrupel einstecken, "Pecunia non olet".

  • Wen mobben wir als nächstes weg???


  • Vor 1 1/2 Jahren, als zu Guttenberg zum beliebtesten Politiker in Deutschland gekürt wurde, habe ich zu meine Frau gesagt:
    Wetten dass in nicht all zu langer Zeit die
    Gegner ein Haar in der Guttenbergschen Suppe
    suchen und finden und ihn dann fertig machen. Gute Leute sind für den Gegner schließlich gefährlich, also muß man sie abschießen.
    Nach sechs Jahren nimmt sich just vor einem Superwahljahr ein linker Professor
    die Doktorarbeit vor und findet das Haar.
    Dann haben alle mitgemacht und den Shootingstar mit zum Teil bösartigen Mitteln zu Fall gebracht. Wenn der Schuß mal nicht für alle und vor allem für die Grünen, Roten und Dunkelroten nach hinten losgeht.
    Für die Politik im ganzen ist der Fall
    sowieso eine Katastrophe. Die Wahlbeteiligungen werden es beweisen !

  • Hier zeigt sich, dass die "Linken" immer mehr Kredit bei der Presse haben, wenn es um Rücktritt geht. Joschka Fischer wirft Steine und Brandsätze auf Menschen und bleibt mit dem Kommentar, er habe das alles nur in die Luft geworfen, im Amt.

    Dazu kommt ein naives Politikerbild der Medien. Ein Politiker muß alle Register ziehen können, um Überzeugungen und Vorteile für sein Land und für alle Länder durchzusetzen.

    Dazu gehören Schauspiel, Pokern, Rhetorik und auch Drohen, Täuschen usw. im Notfall mit dazu. Er muss aber solche Dinge nicht schätzen, sie aber (nur) im Notfall einsetzen können. Wer das aber nicht kann, gehört genauso wenig in die Politik, wie ein Affe im Ingenieurbüro!

    Wer Heilige sucht, der sollte Kirchen besuchen!

    Guttenberg ist einer unserer besten Politiker und wir kippen ihn (in schwierigen Zeiten), wegen dieser lächerlichen "Dr.-Titel" Geschichte. Dazu ein Doktor in "Jura", dieser blablabla-Wissenschaft!

    Wer ist denn jetzt noch in der Politik, der etwas darstellt? Kann mir einer einen Namen nennen, ohne das ich lachen muss?

    Entweder graue Mäuse oder wie z.B. Gabriel einen IQ unter 80. Na dann, gute Nacht!

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