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Nachhaltigkeit und Diversität Einkaufen und Gutes tun – SAP unterstützt Sozialunternehmen

Ob Kaffee, Papier oder Geschenke: Der Softwarekonzern will beim Einkauf stärker auf soziale Zwecke achten. Das kostet noch nicht einmal mehr.
06.10.2020 - 05:00 Uhr Kommentieren
Softwarekonzern SAP will beim Einkauf stärker auf soziale Zwecke achten Quelle: dpa
Softwarekonzern SAP

Erste Erfahrungen mit einer bewussten Beschaffung hat SAP mit einem Pilotprojekt in Großbritannien gesammelt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Papier und Stifte für die Büros, Kartoffeln und Kaffee für die Kantinen, Flüge und Dienstwagen für die Vertriebler – die Unternehmen in Deutschland geben viele Milliarden Euro aus, um den Betrieb am Laufen zu halten und neue Geschäfte anzubahnen. SAP will dabei gleichzeitig Gutes tun: Der Dax-Konzern hat angekündigt, einen Teil der Beschaffungsausgaben an Organisationen zu vergeben, die auf soziale Zwecke und Diversität achten.

„Die Beschaffung ist einer der Hebel, die ein Unternehmen am einfachsten ziehen kann“, sagte Vertriebschefin Adaire Fox-Martin in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. „Das sind Ausgaben, die wir ohnehin tätigen würden.“ Wenn SAP das Ziel bis 2025 erreicht, dürfte das Volumen bis zu 60 Millionen Dollar betragen, umgerechnet gut 50 Millionen Euro.

Dabei soll es nicht bleiben. Die Irin hofft, dass sich andere an der Aktion beteiligen: SAP sei mit mehreren internationalen Unternehmen im Gespräch. Nach Einschätzung des Softwareherstellers bestehe allein bei den Dax-Mitgliedern das Potenzial, 2,5 Milliarden Euro nach sozialen und ökologischen Kriterien zu investieren.

Die Initiative ist Teil eines Trends: Immer mehr Konzerne formulieren Ziele, die übers Geldverdienen hinausgehen. Selbst in den USA, der Heimat des Turbokapitalismus, ist der sogenannte „Purpose“ für das Management zu einem wichtigen Thema geworden. Der gesellschaftliche Nutzen soll Talente und Investoren überzeugen. Auch SAP hat so eine Formel formuliert: „Help the world run better and improve people’s lives“, lautet der Anspruch.

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    Für Adaire Fox-Martin ist das Projekt eine Herzensangelegenheit. Vor einigen Jahren, als sie noch das Geschäft in Asien leitete, initiierte sie das Programm „One Billion Lives“. Dieses ermöglicht es SAP-Mitarbeitern, mit Unterstützung des Unternehmens interne soziale oder ökologische Projekte anzustoßen – aktuell gilt dem Umgang mit der Coronakrise ein besonderes Augenmerk. Nun ist eine neue Idee entstanden.

    Unterstützung für Waisenkinder und frühere Obdachlose

    Erste Erfahrungen mit einer bewussten Beschaffung hat SAP mit einem Pilotprojekt in Großbritannien gesammelt. Innerhalb von neun Monaten gelang es, 2,5 Prozent der Ausgaben, die sich grundsätzlich dafür eignen, an diverse und soziale Unternehmen umzuleiten. Nun will der Konzern bis 2025 die Quote weltweit auf fünf Prozent steigern – wobei es sich um ein unverbindliches Ziel handelt.

    So schenkt SAP Mitarbeitern in Großbritannien, die Nachwuchs bekommen, Produkte der Firma „From Babies with Love“. Die verkauft nicht nur Kleidung aus Bio-Baumwolle, sondern unterstützt mit ihren Profiten auch Waisenkinder in aller Welt. Und den Kaffee bereiten Baristas der Organisation „Change Please“ zu, die zuvor obdachlos waren. Auch Organisationen, die mehrheitlich von Frauen oder Minderheiten geleitet werden, will der Softwarehersteller unterstützen.

    Allerdings ist es nicht möglich, alle Produkte und Dienstleistungen nach diesen Kriterien zu beschaffen: Der Softwarehersteller schätzt, dass der Anteil je nach Land lediglich zwischen zehn und 30 Prozent liegen wird. Von vornherein ausgenommen seien beispielsweise Miete, Energiekosten, Arbeit und bestimmte Dienstleistungen, für die es noch kein Angebot von Sozialunternehmen gebe, so der Softwarekonzern.

    Das Potenzial ist trotzdem groß. Die Weltbank schätzt, dass sich die Beschaffungsausgaben im vergangenen Jahr auf 14 Billionen Dollar summierten – „wenn Organisationen auch nur einen Bruchteil dieser Ausgaben an zertifizierte soziale und diverse Unternehmen weiterleiten, haben sie die Macht, einige der dringendsten sozialen und ökologischen Probleme der Welt anzugehen“, ist Fox-Martin überzeugt.

    Negative Folgen müssten Einkaufsorganisationen nicht in Kauf nehmen, betont die Managerin. „In Großbritannien mussten wir die Sozialunternehmen etwas an die Hand nehmen, damit sie unsere Anforderungen erfüllen konnten.“ Die Organisationen seien aber weder teurer noch schlechter als herkömmliche Anbieter, zudem könnten sie auch große Kunden bedienen. „Mit dem Pilotprojekt konnten wir einige Vorstellungen über Sozialunternehmen korrigieren.“

    Wann ist ein Unternehmen wirklich sozial?

    Trivial ist die Umstellung indes nicht. Das beginnt bei der Auswahl: Der Preis und die Leistungsbeschreibung sind für einen Einkäufer eindeutig – ökologische oder soziale Kriterien sind es oft nicht, wie die Vielzahl von Gütesiegeln zeigt. Die Prüfung will SAP daher nicht selbst vornehmen: „Bei der globalen Einführung des Programms suchen wir überall nach Organisationen, die uns dabei helfen, Unternehmen mit sozialer Mission oder großer Diversität zu identifizieren“, sagt Fox-Martin.

    Wenn SAP-Kunden selbst nach Zulieferern mit einem sozialen Hintergrund suchen, können sie das übrigens mit den Produkten des Softwareherstellers tun. In der Beschaffungsplattform Ariba soll es künftig ein entsprechendes Suchkriterium geben. „Purpose“ muss dem Geschäft nicht abträglich sein.

    Mehr: Sozialunternehmen: Gründer, die die Welt verbessern

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