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Netzbetreiber Telefónica wickelt deutsches Zukunftsprojekt Next ab

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Probleme mit der Netzqualität

Dabei steht Telefónica in Deutschland vor einem finanziellen Kraftakt. Bei der Versteigerung der Frequenzen für den Echtzeitmobilfunk 5G in Deutschland hatte Telefónica Deutschland im Juli 1,4 Milliarden Euro geboten. Rund eine Milliarde Euro muss der Konzern bereits im September an die Bundesnetzagentur überweisen.

Das dürfte nur ein kleiner Teil der nötigen Investitionskosten sein. Der Mobilfunkkonzern muss sein Netz grundlegend umbauen, um es fit für 5G zu machen. Auch mehr als vier Jahre nach der Übernahme des Rivalen E-Plus schneidet Telefónica bei den Tests zur Netzqualität in Deutschland deutlich schlechter als die Wettbewerber Deutsche Telekom und Vodafone ab.

Zwar hat Telefónica zuletzt mehr Geld ausgegeben, die ausgewiesene Investitionsquote stieg im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozentpunkte auf 13,9 Prozent. Die Telekom weist für das Segment Deutschland im ersten Halbjahr jedoch eine Investitionsquote von 21,2 Prozent aus. Der Rückstand von Telefónica zur Telekom droht also größer zu werden.

Während die Telekom nach eigenen Angaben mehr als 80 Prozent ihrer Mobilfunkstandorte mit Glasfaser angeschlossen hat, macht Telefónica keine aktuellen Angaben mehr zum Stand der eigenen Standorte.

Telefónica hatte das Ziel ausgegeben, bis zum Jahr 2022 mehr als 25 Prozent der Standorte auf dem Land und 90 Prozent der Standorte in den Städten mit Glasfaser anzuschließen. Glasfaser ist so entscheidend, weil sie die ausreichende und verlässliche Datenrate für ultraschnelle Verbindungen beim 5G-Mobilfunk sicherstellt.

Streit mit United Internet

Bislang konnte Telefónica in Deutschland darauf verweisen, zumindest beim Schuldenstand im Vergleich zum Rest der Branche relativ gut dazustehen. Doch die Nettofinanzschulden sind von 1,1 Milliarden Euro Ende 2018 auf 4,5 Milliarden Euro zum Ende des ersten Halbjahres 2019 gestiegen. Gründe dafür ‧waren die Ausgaben für die Netzmodernisierung, die hohe Dividendenauszahlung und der neue Rechnungslegungsstandard IFRS16.

Der wichtigste Faktor für die Zukunft von Telefónica in Deutschland könnte jedoch neben der Muttergesellschaft in Madrid im rheinland-pfälzischen Montabaur sitzen. Dort hat der Mobilfunkkonzern United Internet seinen Hauptsitz. Auflagen für die Übernahme von E-Plus garantieren der Firma aus Montabaur einen Zugang zu knapp einem Drittel der Netzkapazität von Telefónica.

Doch beide Firmen streiten darüber, wie viel Miete United Internet dafür zahlen muss. Eine erste Entscheidung in dem Rechtsstreit könnte im Oktober anstehen.

Für Telefónica ist der Streit allerdings nur ein Randaspekt im Umgang mit United Internet. Denn die Firma aus Montabaur will selbst zum Netzbetreiber aufsteigen. Damit würden Telefónica langfristig die Mieteinnahmen komplett wegbrechen. „Es gibt eine große Skepsis gegenüber der Geschäftsentwicklung von Telefónica, wenn United Internet wirklich ein eigenes Netz baut“, warnt Commerzbank-Analystin Pauls. Der Netzbetreiber steht vor schwierigen Zeiten.

Mehr: United Internet könnte zu Deutschlands vierten Netzbetreiber aufsteigen. Telekom, Vodafone und Telefónica stehen unter Druck.

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